Warum er nicht öffnet
Die Regale stehen, die Lampen hängen, allein die Türen dürfen sich nicht öffnen: Vor fast eineinhalb Jahren hat die Biomarkt-Kette „Denns“ den größten Supermarkt der Stadt in Sasel angekündigt. Eröffnet wurde er bisher aber nicht. Im Hintergrund gibt es Ärger um eine fehlende Lärmschutzwand – dabei wurde das Gebäude zuvor schon für Einzelhandel genutzt. Große Plakate weisen seit mehr als einem Jahr an der Saseler Chaussee 148 auf Hamburgs größten Biomarkt hin. Äußerlich erinnert nichts mehr an die ehemalige Filiale des Büromarkts Staples, der hier bis zur Insolvenz 2022 mehr als zwanzig Jahre beheimatet war. Doch warum geschieht hier nichts? „Wir halten weiterhin an unserem Standort in der Saseler Chaussee 148 fest, können derzeit jedoch noch keinen konkreten Eröffnungstermin nennen“, sagt eine Sprecherin von „Denns“ auf Nachfrage. Hintergrund seien unterschiedliche Auffassungen zwischen der Biomarkt-Kette und den Behörden hinsichtlich der Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen auf dem Grundstück. Anzeige Sasel: Biomarkt scheitert an Lärmschutzwand Die Stadt habe die Genehmigung für den Supermarkt an den Bau einer 35 Meter langen und fünf Meter hohen Lärmschutzwand entlang eines Nachbargrundstücks geknüpft. Für den Büromarkt hatte diese Auflage offensichtlich nicht gegolten. Beschwerden von Anwohnern seien „Denns“ bislang auch nicht bekannt. Anzeige Die Biokette möchte eine Lärmschutzwand vermeiden, weil sie ein „sehr prägendes Bauwerk“ sei und man dadurch viele Parkplätze verlieren würde. Als Alternative habe man den Bau einer Carportanlage vorgeschlagen. „Diese wäre deutlich niedriger und würde damit etwas weniger Schall abschirmen, die gesetzlichen Vorgaben jedoch trotzdem einhalten“, so die Sprecherin weiter. Das sagt der Bezirk über den Biomarkt Anzeige Die Eigentümer des benachbarten Grundstücks hätten dem Vorschlag ebenfalls zugestimmt, von den Behörden sei er aber nicht genehmigt worden. Auf Nachfrage beim zuständigen Bezirk Wandsbek heißt es: „Aufgrund des weiterhin anhängigen, laufenden Verfahrens, nehmen wir öffentlich keine Stellung zu den Inhalten des baurechtlichen Antragsverfahrens." In dem neuen Markt sollen nicht nur die üblichen Bio-Waren, sondern auch regionale Bio-Backwaren der Bäckerei Lorenzen aus Joldelund (Kreis Nordfriesland) und vom Reesdorfer Hof in Bordesholm (Kreis Rendsburg-Eckernförde) verkauft werden. Ebenso soll es eine Käsetheke und erstmals auch einen integrierten Getränkemarkt auf 200 Quadratmetern geben. „Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, eine Lösung zu finden, die die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und gleichzeitig den Interessen der direkten Nachbarschaft bestmöglich gerecht wird", sagt die „Denns“-Sprecherin.