Warum Lindt-Schokolade plötzlich im Ausverkauf ist
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Schoko-Riese Lindt hat seine Kunden mit drastischen Preiserhöhungen vergrault. Jetzt muss der Konzern seine Schokolade mit Rabatten und Preissenkungen losschlagen. In Tests wollte Lindt herausfinden, ob Käufer bereit sind, für Lindor-Kugeln 12,95 Euro statt der gewohnten 9,95 Euro zu zahlen. – Ein Irrtum, wie sich herausstellte.
Der Fehler kostete zwei Top-Managern den Job. Sowohl Deutschland-Chef Michal Spiller als auch Konzernboss Adalbert Lechner verloren ihre Posten. Übergangsweise übernimmt Ex-Firmenchef Dieter Weisskopf das Ruder. Laut dem Schweizer Blatt „20 Minuten“ stürzten die Papiere des Herstellers an den Finanzmärkten seit Februar um rund 40 Prozent ab.
Verwaltungsratspräsident Ernst Tanner räumte laut „ watson “ im Gespräch mit der „NZZ am Sonntag“ ein, die Schweizer Firmenleitung habe die Schmerzgrenze bei den Preisen falsch beurteilt. In Deutschland, der Schweiz und in Österreich war die Schokolade für viele Käufer schlicht zu teuer geworden. Das Management hatte geglaubt, die Preise anheben zu können, ohne dass die Nachfrage einbricht.
Die aktuelle Rabatt-Schlacht schmerzt ihn: „Es tut mir weh, unsere Produkte im Ausverkauf zu sehen.“ Doch ohne Sonderangebote könne Lindt die Kunden derzeit nicht zurückgewinnen.
Lindt senkt die Preise für Tafeln und Weihnachtsmänner
Schokoladen-Liebhaber profitieren jetzt von der Kehrtwende. Für den 200-Gramm-Weihnachtsmann senkte der Hersteller bereits zur Saisonvorbereitung im April 2026 den Preis von 8,99 Euro auf 7,99 Euro aus. Die 100-Gramm-Tafel Vollmilch kostet statt 2,69 nur noch 2,19 Euro.
Ob weitere Rabatte folgen, hängt laut Tanner vom Kakaopreis ab. Die explodierenden Rohstoffpreise kosteten das Unternehmen Hunderte Millionen Franken.