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Warum Rechenzentren Wasser brauchen - und kaum jemand weiß, wie viel

Technologie

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Angaben zum Wasserverbrauch der Rechenzentren im Frankfurter Stadtgebiet können aber weder das Stadtplanungsamt noch das Umweltamt oder die Versorger Hessenwasser und Mainova machen. Eine Sprecherin von Hessenwasser erklärt, dass das Unternehmen lediglich als "Vorversorger" das Wasser bereitstelle, das die Mainova an die Endverbraucher weitergebe.

Der Versorger Mainova erklärt, dass man bei den Kunden jedoch noch zwischen "Haushalt/Kleingewerbe" und "Industrie" unterscheide und somit nicht differenziert auswerte, wie viel Trinkwasser Rechenzentren beziehen. Rund drei Viertel des Gesamt-Trinkwasserbedarfs in Frankfurt gingen an die Gruppe "Haushalt/Kleingewerbe".

Was teilen die Betreiber von Rechenzentren öffentlich mit?

Eine neue EU-Gesetzgebung sieht zwar vor, dass Rechenzentrums-Betreiber ihren Wasserverbrauch der EU-Kommission melden müssen. Allerdings bleiben diese Informationen vertraulich. Für Rechenzentrums-Betreiber besteht keine Pflicht, absolute Werte öffentlich zu machen.

Dennoch beantworten einige Rechenzentrums-Betreiber auf hessenschau-Anfrage, wie viel Wasser sie nutzen. So heißt es etwa von Google, der gesamte Wasserverbrauch des Rechenzentrums in Hanau habe im Jahr 2025 bei 7.192 Kubikmetern gelegen. "Weniger als der jährliche Verbrauch eines Golfplatzes", betont die Sprecherin des Unternehmens. Das liege auch daran, dass man keine Verdunstungskühlung nutze.

Der einzige von der hessenschau angefragte Betreiber, der explizit den Verbrauch eines Rechenzentrums mit Verdunstungskühlung nennt, ist das Frankfurter Unternehmen firstcolo: Je nach Außentemperatur verbrauche dessen Rechenzentrum in der Hanauer Landstraße 400 bis 500 Kubikmeter Wasser im Jahr.

Dabei handelt es sich um ein vergleichsweise kleines Rechenzentrum mit nur einem Megawatt Anschlussleistung. Für neue, größere Rechenzentren, plane man nicht mehr mit Verdunstungskühlung, heißt es vom Geschäftsführer Jerome Evans.

Wird der Wasserverbrauch bei der Ansiedlung von Rechenzentren berücksichtigt?

"Konkrete Informationen, ob das Thema Wasserverfügbarkeit für die Kühlung eine Rolle bei der Ansiedlung spielt [...] liegen nicht vor", heißt es zu dieser Frage vom Hessischen Digitalministerium.

Das Ministerium verweist auf den Handlungsspielraum bei den Kommunen, die durch Satzungen Vorschriften zum Umgang mit Energie und Wasser "in bestimmten, genau abgegrenzten Teilen des Gemeindegebiets" machen könnten. Es sei davon auszugehen, "dass hiervon in Zukunft vermehrt Gebrauch gemacht werden wird."

Heißt frei übersetzt wohl: Darauf müssen die Kommunen schon selbst achten.

Einige Landkreise schildern auf hessenschau-Anfrage, dass sie bei der Ansiedlung von Rechenzentren mit den Betreibern vorab gewisse Maßnahmen zum Umgang mit Wasser vertraglich regeln.

"Grundsätzlich wird bei den jeweiligen Vorhaben darauf geachtet, den Wasserverbrauch durch geeignete technische und bauliche Maßnahmen möglichst gering zu halten", meldet beispielsweise der Kreis Offenbach zurück. Solche Maßnahmen seien etwa Kühlsysteme mit geschlossenem Wasserkreislauf oder Regenwasserzisternen.

Wie herausfordernd ist der Wasserbedarf der Rechenzentren für Hessen?

"Der Wasserbedarf von Rechenzentren ist eine von mehreren Herausforderungen für die Wasserversorgung in einer wachsenden Metropolregion", heißt es vom Versorger Hessenwasser. Entscheidend sei, wie sich der Gesamtbedarf im Verhältnis zu den verfügbaren Wasserressourcen angesichts von Bevölkerungswachstum und Klimawandel entwickle.

Eine ähnliche Aussage macht der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), zu dem Wasserversorger bundesweit zählen. "Wasser ist ein Standortfaktor, der durch den Klimawandel und seine Folgen in immer mehr Regionen immer bedeutsamer wird", so ein Sprecher. "Genau deswegen müssen Wasserversorger bei Ansiedlungen immer von Anfang an miteinbezogen werden, um die langfristige Versorgungssicherheit und eine nachhaltige Ressourcennutzung zu gewährleisten", fordert der VKU-Sprecher.

Keine Daten - kein Problem?

Für Frankfurt, die Stadt mit den meisten Rechenzentren in Hessen, sieht das städtische Umweltamt grundsätzlich eine "besondere Herausforderung" bei der Trinkwasserbereitstellung. Da sich die Situation durch die wachsende Stadt und ausgeprägtere Hitze- und Trockenperioden durch den Klimawandel verschärfe, wolle man den nachhaltigen und sparsamen Umgang mit Wasser "auf mehreren Ebenen fördern beziehungsweise selbst umsetzen".

Explizit zu Rechenzentren könne das Umweltamt jedoch keine Einschätzung abgeben, da die Verbrauchsdaten nicht vorliegen würden.

Genau diesen Punkt kritisiert Jens Gröger vom Öko-Institut: Die Kommunen müssten häufig anhand von lückenhaften Informationen über die Ansiedlung von Rechenzentren entscheiden.

"Grundsätzlich müssen nur Kennwerte genannt werden, so etwas wie Liter pro Kilowattstunde", sagt Gröger. "Wenn nicht dazu gesagt wird, wie viele Kilowattstunden verbraucht werden, weiß ich auch nicht, wie viele Liter das sind." Deshalb sei aus seiner Sicht wichtig, dass Betreiber absolute Zahlen zum Wasser- und Strombedarf transparent machen.

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