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Warum Schizophrenie oft missverstanden wird

Wissenschaft

In der aktuellen Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ geht es um Schizophrenie. Professor Kerem Böge erklärt, warum die Erkrankung bis heute häufig missverstanden wird. Er ist psychologischer Psychotherapeut, Leitender Psychologe an der Charité und Leiter des Forschungsbereichs Schizophrenie und Psychosen an der Charité und auch an der Medizinischen Hochschule Brandenburg tätig.

Schizophrenie gehört zu einem größeren Spektrum psychotischer Erkrankungen. Betroffene können unter Halluzinationen leiden, etwa Stimmen hören, die für andere Menschen nicht wahrnehmbar sind. Auch Wahnvorstellungen oder die Erfahrung, alltäglichen Ereignissen eine außergewöhnliche persönliche Bedeutung zuzuschreiben, können auftreten. Für die Betroffenen fühlen sich diese Erlebnisse dabei vollkommen real an und gehen oft mit erheblichem Stress und Ängsten einher.

Doch das Krankheitsbild umfasst weit mehr als die bekannten psychotischen Symptome. Viele Betroffene kämpfen mit Antriebslosigkeit, sozialem Rückzug oder Schwierigkeiten, ihren Alltag zu strukturieren. Hinzu können Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie depressive oder ängstliche Symptome kommen. Wie ausgeprägt die einzelnen Beschwerden sind, unterscheidet sich von Person zu Person deutlich.

Wie Schizophrenie entsteht

Die Forschung geht heute davon aus, dass Schizophrenie nicht durch eine einzelne Ursache ausgelöst wird. Vielmehr entsteht sie aus dem Zusammenspiel biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren. Eine genetische Veranlagung kann zwar das Risiko erhöhen, führt aber nicht zwangsläufig zur Erkrankung.

Eine wichtige Rolle spielen Belastungsfaktoren wie anhaltender Stress, traumatische Erfahrungen, Schlafmangel oder der Konsum bestimmter Substanzen. Insbesondere regelmäßiger Konsum von hochpotentem Cannabis wird mit einem erhöhten Risiko für psychotische Erkrankungen in Verbindung gebracht. Oft wird die Entstehung der Erkrankung daher mit einem Fass verglichen, das sich durch verschiedene Belastungen nach und nach füllt, bis es schließlich überläuft.

Behandlung und Vorurteile

Die Behandlung stützt sich auf mehrere Säulen. Neben Medikamenten kommen psychotherapeutische Verfahren und psychosoziale Unterstützungsangebote zum Einsatz. Dazu zählen etwa Familienprogramme oder Ergotherapie. Auch der Austausch mit Menschen, die selbst psychische Krisen erlebt haben, gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Besonders hartnäckig sind jedoch die Vorurteile. Eines der verbreitetsten Missverständnisse ist die Annahme, Schizophrenie bedeute eine gespaltene Persönlichkeit. Tatsächlich handelt es sich dabei um ein anderes Störungsbild. Ebenso falsch ist die Vorstellung, Menschen mit Schizophrenie seien grundsätzlich gefährlich oder unberechenbar. Häufiger sind sie selbst von Ausgrenzung und Diskriminierung betroffen.

Auch die Annahme, eine Schizophrenie bedeute zwangsläufig ein Leben mit dauerhafter schwerer Einschränkung, greift zu kurz. Die Verläufe sind sehr unterschiedlich. Viele Betroffene können mit einer passenden Behandlung ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben führen. Deshalb wird zunehmend darüber diskutiert, ob der Begriff „Schizophrenie“ überhaupt noch zeitgemäß ist oder Bezeichnungen aus dem Psychosespektrum die Erkrankung treffender beschreiben würden.

Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.

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