Warum Sie auch im Herbst Sonnencreme verwenden sollten
Nicht nur der Kleiderschrank wird umsortiert, wenn die Tage kürzer und kühler werden. Auch die Haut hat im Herbst andere Bedürfnisse als im Sommer. Denn kühler Wind, trockene Heizungsluft und weniger Sonnenstunden belasten die Haut anders. Was viele unterschätzen: UV-Strahlung gibt es auch in den kälteren Monaten.
Viele Menschen verbinden Sonnenschutz ausschließlich mit Sommer, Strand und Hitze. Ein Irrtum, sagt Hautärztin Dr. Yael Adler . Zwar nimmt die Intensität der UV-Strahlung in Herbst und Winter ab, verschwunden ist sie deshalb aber nicht. „UVA-Strahlung ist das ganze Jahr über vorhanden. Sie kann die Hautalterung beschleunigen, Pigmentflecken begünstigen und das Hautkrebsrisiko erhöhen“, erklärt Adler.
Orientierung bietet der UV-Index, der in vielen Wetter-Apps oder online abrufbar ist. Er gibt an, wie stark die sonnenbrandverursachende UVB-Strahlung an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit ist. „Ab einem UV-Index von 3 sollte man sich schützen“, so die Dermatologin.
Lieber bedecken als cremen
Beim Sonnenschutz setzt Adler vor allem auf Kleidung. „Kleiden statt cremen“ lautet ihr Motto. Alle Hautpartien, die sich nicht durch Textilien schützen lassen, sollten jedoch eingecremt werden. „Als Hautärztin würde ich Lichtschutzfaktor 50+ empfehlen. Uns Dermatologen geht es schließlich nicht nur darum, Hautkrebs vorzubeugen, sondern auch vorzeitige Hautalterung zu verhindern.“ Außerdem empfiehlt sie Produkte mit ausgewiesenem UVA-Schutz. Verbraucher erkennen diesen am UVA-Symbol, bei dem die Buchstaben von einem Kreis umschlossen sind. „Fehlt dieses Zeichen, kann man nicht davon ausgehen, dass die UVA-Strahlung ausreichend abgeblockt wird.“
Make-up ist kein automatischer Sonnenschutz
Wer sich nur auf sein Make-up verlässt, überschätzt oft dessen Schutzwirkung. Laut Adler reicht Make-up nur dann als UV-Schutz aus, wenn ausdrücklich ein Lichtschutzfaktor von mindestens 30, besser noch 50, angegeben ist und ein UVA-Schutz nachgewiesen wird. „Da Make-up meist deutlich dünner aufgetragen wird als Sonnencreme, ist es eher eine Ergänzung als ein vollständiger Ersatz für Sonnenschutz.“ Inzwischen gibt es jedoch zahlreiche Kombiprodukte, die Pflege, Make-up und Sonnenschutz miteinander verbinden.
UV-Strahlen kommen auch durch Fensterscheiben
Noch ein verbreiteter Irrtum: Viele glauben, hinter Glas vor UV-Strahlung geschützt zu sein. „UVA-Strahlen dringen durch gewöhnliches Fensterglas hindurch“, sagt Adler. Anders sei es bei UVB-Strahlung, die hauptsächlich Sonnenbrand verursacht und von normalem Glas weitgehend gefiltert werde. Das bedeutet: Auch am Fenster, im Büro oder zu Hause kann UVA-Strahlung die Haut erreichen. Selbst Schatten schützt nicht vollständig. „UVA-Strahlung ist auch im Schatten vorhanden und gelangt beispielsweise unter Sonnenschirme.“
Warum Autofahrer besonders aufpassen sollten
Vor allem bei längeren Autofahrten empfiehlt die Hautärztin Sonnenschutz für die unbedeckten Hautpartien. „Bei längeren Autofahrten sind Gesicht, Dekolleté, Hände und besonders der Arm am Seitenfenster kontinuierlich UVA-Strahlung ausgesetzt.“ Zwar haben die Frontscheiben vieler Fahrzeuge einen zusätzlichen UV-Schutz, die Seitenscheiben jedoch häufig nicht. Besonders Menschen mit heller Haut, Pigmentflecken oder bereits vorhandenen Sonnenschäden sollten deshalb an Sonnenschutz denken.
Extra-Schutz von innen
Farbstoffe aus pflanzlichen Lebensmitteln können den natürlichen UV-Schutz der Haut unterstützen. Besonders reich an solchen Schutzstoffen sind:
Möhrensaft
Tomatenmark
Grünkohl
Wildheidelbeeren
Die enthaltenen Pflanzenfarbstoffe lagern sich in der Haut ein und stärken ihren Eigenschutz gegen UV-Strahlung. Auf Sonnencreme und schützende Kleidung sollte man dennoch nicht verzichten.