Was Forscher dazu sagen
Eigentlich sollte die zweite Stufe einer Falcon-9-Rakete von SpaceX nach ihrer Mission wieder in die Erdatmosphäre eintreten und dort größtenteils verglühen. Allerdings wurde schnell klar, dass die Rakete, die im Januar 2026 ins All geschossen wurde, offenbar andere Pläne verfolgt. Ihr Orbit entfernte sich immer weiter von der Erdatmosphäre und nahm stattdessen Kurs auf den Mond. Am 5. August 2026 um 8:35 Uhr war es dann schließlich so weit: Der ungeplante Kurswechsel führte zu einem Absturz der SpaceX-Rakete auf dem Mond. SpaceX: Welche Erkenntnisse der Mond-Absturz bereithält Die Beobachtung des Absturzes war dabei alles andere als leicht. Wie der Guardian berichtet, gab es eine Vielzahl von Satelliten im Orbit des Mondes. Allerdings befand sich zu der Zeit keiner von ihnen in der Nähe der Absturzstelle, um den Crash aufzunehmen. Erst im Nachgang können die Satelliten Aufnahmen der Absturzstelle machen. Sara Webb, Astrophysikerin an der Swinburne University in Australien, sagte dazu: „Wir haben nicht erwartet, dass es so schwer sein würde, den Aufprall zu sehen. Wir hatten mehrere Teleskope und Augen auf den Mond gerichtet, aber niemand konnte ein klares Bild vom eigentlichen Aufprall machen.“ Aktuell gehen die Forscher:innen davon aus, dass durch den Aufprall ein Krater von etwa 20 Metern Durchmesser mit einer Tiefe von fünf Metern entstanden ist. Allerdings gelang es Wissenschaftler:innen mit der Europäischen Südsternwarte in München, Spektroskopieaufnahmen des SpaceX-Absturzes anzufertigen. Durch den Aufprall entstand eine „Rauchwolke“ aus Mondstaub und Teilen der Rakete, die für rund zehn Minuten sichtbar war. Die Bestandteile dieser „Rauchwolke“ konnten analysiert werden. Laut den Wissenschaftler:innen hatte diese Aufwirbelung eine Größe von mehr als zehn Kilometern. Die abgestürzte Oberstufe war zwölf Meter lang und wog rund 3.900 Kilogramm. Dabei haben die Wissenschaftler:innen zwei Bestandteile entdecken können. Zum einen wurde Lithium in der Aufwirbelung entdeckt. Laut ersten Analysen soll dieser Bestandteil von der SpaceX-Rakete selbst stammen. Anders sieht es bei Natriumgas aus, das ebenfalls über eine Spektroskopie entdeckt werden konnte. Es soll vom Mond selbst stammen. Gegenüber dem Guardian sagte Carl Schmidt, ein Astronom vom Center of Space Physics an der Universität Boston: „Die Observation lief nicht gerade perfekt ab und es ist aktuell noch eine sehr einfache Analyse, aber ich wollte möglichst schnell etwas teilen. Wir können mit etwas mehr Zeit über diese Resultate sagen.“