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Was Johann Lafer bis heute bereut

Unterhaltung

Johann Lafer gibt in einem Podcast-Gespräch persönliche Einblicke. Der 68-Jährige spricht über seinen größten Fehler als Vater, seine Krebserkrankung – und darüber, was ihm heute wirklich wichtig ist.

Fernsehkoch Johann Lafer hat sich im "Bild"-Podcast "May Way" offen über sein Leben geäußert. Besonders ein Ereignis belaste den 68-Jährigen bis heute. "Ich war nicht immer da, wenn es wichtig war." Er verpasste die Geburt seines Sohnes, weil der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Frühstück in seinem Restaurant saß.

"Das war kompletter Schwachsinn und ich habe heute noch ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner Frau, meiner Familie", erklärte der Koch. Rückblickend würde er diese Entscheidung nicht noch einmal so treffen.

Johann Lafer: "Größte Angst, dass die Kinder sich von mir abwenden"

Lafer gestand im Podcast auch, dass ihn als Vater vor allem eine Sorge umgetrieben habe: dass seine Kinder ihm die häufige Abwesenheit eines Tages zum Vorwurf machen könnten. "Meine größte Angst war, dass die Kinder sich von mir abwenden", sagte er. Restaurant, Fernsehauftritte und Veranstaltungen hätten seinen Alltag über Jahre hinweg bestimmt.

Dennoch habe er erkannt, dass nicht die Dauer, sondern die Qualität der gemeinsamen Momente den Unterschied ausmache. An den Montagen, wenn sein Restaurant geschlossen gewesen sei, habe er bewusst Ausflüge mit seinem Sohn oder seiner Tochter unternommen. "Die Kinder haben gemerkt: Aha, der telefoniert jetzt nicht immer gleichzeitig. Der beschäftigt sich mit mir", erinnerte sich Lafer.

Im Gespräch zog Lafer eine nachdenkliche Lebensbilanz. "Wir sind alle Gast auf Erden", sagte er und betonte, wie sehr die Krebsdiagnose seinen Blick auf das Wesentliche geschärft habe. Dass er trotz aller Rückschläge immer wieder aufgestanden sei, führe er auf den Rückhalt seiner Familie zurück: "Auch deswegen, weil ich immer wusste: Meine Frau und die Kinder lieben mich wirklich."

Krebstherapie nimmt Lafer den Geschmackssinn

Wie sehr ihn die Folgen der Krebsbehandlung belasten, erklärte der Österreicher im Gastro-Podcast "Rolling Pin Talks": "Das Schlimmste für mich ist nicht die körperliche Konstitution, sondern ich habe keinen Geschmack und kann nichts essen und habe offene Finger." Für einen Menschen, dessen gesamtes Berufsleben sich um Aromen und Genuss dreht, sei das "verdammt hart". Lafer weiter: "Das wünsche ich niemandem, egal ob der Koch ist oder nicht."

Im Mai hatte Lafer, der in Rheinland-Pfalz lebt, öffentlich gemacht, dass er an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. Anfang des Jahres begann er mit der Chemotherapie. Heilbar sei der Krebs nicht, doch er könne eingedämmt werden, sagte er damals.

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Nach der Chemotherapie gebe es bessere und schlechtere Phasen. Er habe schon einige Zyklen hinter sich und könne inzwischen ungefähr abschätzen, wann schlechtere Tage sein werden. Dann müsse er vieles absagen, doch er versuche, weiterhin so präsent wie möglich zu sein. "Ansonsten würde ich mich zu sehr in mein Schneckenhaus verkriechen." (red)

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