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Was Kinder jetzt brauchen

Wissenschaft

Schulanfang

Was Kinder jetzt brauchen

Stand: 15.08.2026 05:00 Uhr

Fast 100.000 Kinder starten am Wochenende in Mitteldeutschland ins Abenteuer Schule. Forschende aus Leipzig haben wichtige Tipps, was die 6- und 7-jährigen jetzt auf diesem Schritt vom Spielen im Kindergarten zum Lernen in der Klasse benötigen. Das ist viel mehr als Deutsch und Mathe.

von MDR WISSEN

"Ein guter Schulstart beginnt nicht erst beim Lesen, Schreiben oder Rechnen", sagt Tina Malti. Was so einfach klingt, kann herausfordernd sein, weiß die Leipziger Professorin für Psychologie. "Kinder brauchen verlässliche Beziehungen, emotionale Sicherheit und das Vertrauen, mit neuen Herausforderungen umgehen zu können. Wenn Eltern und Lehrkräfte ihre sozialen und emotionalen Stärken wahrnehmen und fördern, schaffen sie eine wichtige Grundlage für Wohlbefinden, Lernen und eine gesunde Entwicklung."

Am Humboldt Wissenschaftszentrum für Kindesentwicklung (HumanKind) an der Universität Leipzig, das Malti gegründet hat, wird dieser wichtige Lebensabschnitt im Forschungsprojekt Switch untersucht. Noch bis 2028 läuft die Studie, die herausfinden will, welche Faktoren in dieser Phase besonders entscheidend sind für die Kinder. Denn das sei bisher nur unzureichend bekannt. "Mit Switch wollen wir verstehen, was Kinder in dieser Phase brauchen, wie wir ihre Stärken fördern und Risiken frühzeitig erkennen und reduzieren können", sagt Marlon Göring, der die Studie in Leipzig leitet.

Unzureichend bedeutet nicht, dass die Forschung keine Tipps für Eltern hätte. Das Projekt HumanKind hat das, was Familien tun können, in drei wichtigen Punkten für den Schulstart zusammengefasst:

Übungen und Gefühle

Nicht nur Eltern, auch andere Bezugspersonen aus dem Umfeld, können Kinder unterstützen. Wichtige Abläufe wie der Schulweg, die Morgenroutine oder das Packen des Schulranzens sollten gemeinsam eingeübt werden. So weit, so logisch. Hilfreich ist es aber auch, die Gefühle der Kinder ernst zu nehmen, offen über Erwartungen, Vorfreude und Ängste zu sprechen.

Selbstständig aber ohne Druck

Fragen Sie sich: Welche Aufgaben können die Kinder jetzt schon selbst übernehmen? Setzen Sie sie nicht unter Leistungsdruck und vermeiden sie möglichst Vergleiche mit anderen. Würdigen sie die Anstrengung, die Neugier, die individuellen Fortschritte und vermitteln Sie, dass Fehler zum Lernen gehören.

Konflikte lösen, freundlich bleiben

Soziale Beziehungen stärken die Kinder. Das lernen sie zuhause und bei Begegnungen mit Gleichaltrigen. Was dabei Orientierung geben kann, sind Gespräche über Rücksichtnahme und Konfliktlösung sowie gelebte Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft im Familienalltag.

Sozial-emotionale Fähigkeiten im Mittelpunkt

Die Forschenden in Leipzig sehen diese sozial-emotionalen Fähigkeiten als zentralen Punkt der Entwicklung, bei dem Eltern und Menchen im Umfeld eine wichtige Rolle spielen. Das umfasst unter anderem Emotionsregulation, also die Fähigkeit der Kinder, ihre Gefühle zu erkennen, zu benennen und zu steuern. Empathie, Selbstempathie, Kooperationsfähigkeit gehören ebenfalls dazu, wie auch der Umgang mit Belastungen. Das alles, so die Forschenden, hilft den Kindern, Gefühle zu regulieren, Beziehungen aufzubauen, Konflikte zu bewältigen und Unterstützung anzunehmen.

gp/uni leipzig

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