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„Was stimmt mit Menschen nicht?“: Regenbogenbank am CSD

Allgemein

Die Regenbogenbank am Gedenkort nach dem Anschlag auf dem CSD im Berliner Tiergarten ist zerstört worden. Auch die Gedenkstelle selbst mit Fotos, Flaggen und Kerzen ist beschädigt, wie am Dienstagmorgen auf Fotos eines Tagesspiegel-Lesers zu sehen ist.

„Heute Morgen erreicht mich dieses Foto aus dem Berliner Tiergarten – und ich bin gerade wirklich fassungslos“, teilte dazu der Queerbeauftragte der Landesregierung, Alfonso Pantisano (SPD), auf Instagram mit. „Ganz im Ernst: Was stimmt mit Menschen nicht?“ „An genau diesem Ort raste der Attentäter mit einem Fahrzeug in Menschen und genau hier attackierte er viele Menschen mit einer Machete“, teilte Pantisano auf Instagram mit.

Bei dem Anschlag am Abend des 25. Juli wurde eine Frau getötet, 31 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. „An genau diesem Ort haben wir in den Tagen danach gestanden, geweint, Blumen niedergelegt, Kerzen angezündet und versucht, zu begreifen, was da eigentlich passiert ist.“

Die Bank werde abgebaut, weil sie so stark beschädigt wurde, dass sie nicht repariert werden kann, sagte eine Polizeisprecherin dem Tagesspiegel auf Anfrage. Ihren Angaben nach wurde massive Gewalt angewendet. Die Polizei teilte zudem mit, dass mehrere Holzlatten der Bank aus dem Metallrahmen gelöst und die Rückenlehne vom Gestell abgebrochen wurde.

Weitere Bänke im Tiergarten waren laut Polizei unbeschädigt. Das Grünflächenamt habe die Schäden am Dienstagmorgen bemerkt und bei der Polizei gemeldet. Eine Anzeige wegen Sachbeschädigung wurde aufgenommen.

Bezirksamt Mitte will Regenbogenbank wieder aufbauen

Das Bezirksamt Mitte hatte an dem Ort am 6. August einen neuen Baum gepflanzt und die Regenbogenbank aufgestellt. Sie sollte laut Pantisano ein Ort zum Innehalten sein. „Und ein Zeichen der Solidarität mit der queeren Community“, heißt es auf Instagram. „Aber wer einen Ort beschädigt, an dem Menschen um eine Tote trauern und an die Verletzten eines Terroranschlags erinnern, überschreitet für mich eine Grenze, für die mir langsam die Worte fehlen.“

Wie das Bezirksamt Mitte am Nachmittag mitteilte, soll die Regenbogenbank zügig wieder aufgebaut werden. „Das Bezirksamt Mitte verurteilt diesen Fall von Vandalismus auf das Schärfste“, heißt es. „Diese Bank steht für unsere Freiheit und für die Solidarität mit der queeren Community. Wer sie zerstört, will ein Zeichen gegen diese Werte setzen. Unsere Grundwerte sind nicht verhandelbar“, sagt Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (Grüne).

„Wenn die Bank zerstört wird, bauen wir sie erneut auf. Und wieder. Und wieder“, sagte Bezirksstadtrat Christopher Schriner (Grüne). „Denn wir überlassen den öffentlichen Raum nicht denjenigen, die mit Hass und Zerstörung einschüchtern wollen.“

Zu den Hintergründen der Tat, etwa wann genau und durch wen die Bank zerstört wurde, ist noch nichts bekannt. Laut Polizeisprecherin ist der Staatsschutz wegen einer möglichen politischen Motivation der Tat in Kenntnis gesetzt worden. Die Ermittlungen laufen.

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