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Was versteinerte Fußabdrücke verraten: 1,4 Millionen Jahre alt - aber so groß wie wir Menschen heute

Wissenschaft

Paläontologie Größer als gedacht: Wie Fußabdrücke das Bild eines Homininen ins Wanken bringen Stand: 28.07.2026 16:07 Uhr Der Paranthropus boisei war einer unserer Verwandten. Und galt bisher als kleiner als der moderne Mensch. Analysen eines internationalen Forschungsteams mit Leipziger Beteiligung an prähistorischen Fußabdrücken werfen daran Zweifel auf. von MDR WISSEN Aus welchen Spuren die Wissenschaft Erkenntnisse gewinnt, fasziniert bisweilen. So untersuchten Forschende aus Kenia, den USA und vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) an einem Seeufer fossile Fußabdrücke. Diese konnten sie einer Homininengruppe zuordnen, die vor 1,4 Millionen Jahren in der Region Ost-Turkana in Kenia lebte. Die Untersuchung der Spuren bringt das Bild über den Paranthropus boisei ins Wanken. Neue Analysemethoden deuten auf menschenähnliche Größe hin Die Menschenaffen, die mit uns verwandt sind, galten auf Grund bisheriger Funde als kleiner als der moderne Mensch. Doch von diesen Funden gab es nicht viele. Bis vor Kurzem bestanden die meisten Fossilien von Paranthropus boisei aus Schädeln mit massiven Kiefern und Zähnen, und über die Anatomie des Unterkörpers war wenig bekannt. Die jüngsten Erkenntnisse stellen frühere Studien infrage, die nahelegten, dass Paranthropus boisei deutlich kleiner war als der zeitgenössische Homo erectus, ein möglicher direkter Vorfahre des modernen Menschen. Neue Analysemethoden deuten auf etwas anderes hin, erklärt Kevin Hatala vom MPI-EVA. "Die Größe der Fußabdrücke deutet auf eine menschenähnliche Körpergröße hin – bis zu 1,8 Meter groß und etwa 75 Kilogramm schwer." Fußabdrücke decken komplexe Sozialstruktur auf Die Fußabdrücke entstanden einst sehr schnell und böten daher neue Einblicke, etwa über Verhalten und Gruppendynamiken. "Die Tatsache, dass acht, zumeist erwachsene Männchen der Art Paranthropus boisei offenbar als Gruppe ohne Weibchen oder Jungtiere reisten, deutet auf eine komplexe Sozialstruktur dieser Spezies hin", so Koautor Neil Roach von der Harvard University. "Sie lebten möglicherweise in großen Gruppen, in denen die Männchen um Weibchen konkurrierten, sich aber in einer gefährlichen Umgebung zum Schutz auch gegenseitig tolerierten." "Das Besondere an Fußabdrücken aus wissenschaftlicher Sicht ist, dass sie einen Augenblick in der Zeit bewahren", erklärt Kay Behrensmeyer, leitende Geologin und Kuratorin am National Museum of Natural History der Smithsonian Institution, die seit 1969 in der Region Ost-Turkana forscht. "Sie ermöglichen es den Menschen außerdem, sich viel leichter mit diesen Fossilien zu identifizieren als mit einem isolierten Knochenfragment oder Kieferknochen." pm/jar

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