Was wurde eigentlich aus Marianne Rosenberg? Die ganze Geschichte
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Seit mehr als fünf Jahrzehnten steht Marianne Rosenberg auf der Bühne. Schon in jungen Jahren fand sie ihren Weg ins Musikgeschäft und entwickelte sich zu einer der bekanntesten Sängerinnen Deutschlands.
Wir blicken auf die wichtigsten Stationen ihres Lebens und zeigen, warum ihre Karriere weit mehr zu bieten hat als ihre großen Schlagerhits.
Marianne Rosenberg kam am 10. März 1955 in West-Berlin zur Welt und wuchs mit ihren Geschwistern auf. Musik hatte in ihrer Familie schon früh einen besonderen Stellenwert. 2006 erzählte sie in einem Interview der „Zeit“, dass das Singen zu den Traditionen gehörte, die innerhalb ihrer Familie weitergegeben wurden und zugleich eng mit der Erinnerung an die während der NS-Zeit verfolgten und ermordeten Angehörigen verknüpft war.
Schon als kleines Mädchen nahm ihr Vater Otto Rosenberg sie mit in Berliner Lokale, wo sie sang. Ihr Gesang erinnerte ihn dabei offenbar auch an seine eigene Mutter, die bei Familienfesten gesungen hatte.
Ihre professionelle Karriere begann, als Marianne Rosenberg gerade einmal 14 Jahre alt war. 1969 wurde sie bei einem Nachwuchswettbewerb im Berliner „Romantischen Café“ entdeckt und bekam ihren ersten Plattenvertrag. Schon mit ihrer Debütsingle „Mr. Paul McCartney“ gelang ihr ein Hit.
Doch die Schlagerwelt der späten 1960er Jahre war hart: Ihr Plattenlabel setzte sie auf Diät, schickte sie zum Benimm- und Sprachunterricht und ließ sie mit einem Buch auf dem Kopf üben, um eine aufrechte Haltung zu bewahren. Der „Süddeutschen Zeitung“ erzählte sie 2025, dass ihre Karriere damals wenig selbstbestimmt gewesen sei.
In den 1970er-Jahren folgte Hit auf Hit. Mit Singles wie „Ich bin wie du“, „Lieder der Nacht“ und „Marleen“ wurde Rosenberg zu den erfolgreichsten Schlagersängerinnen ihrer Zeit. Wie sie in einem Interview mit der „Welt“ verriet, wurde sie in dieser Zeit zugleich zu einer Ikone der queeren Community, nicht zuletzt, weil ihr Produzent noch unveröffentlichte Stücke von ihr in Diskotheken und Schwulenclubs testete.
Allein zwischen 1971 und 1980 erschienen laut ihrer offiziellen Biografie 17 Alben. Zu Rosenbergs bekanntesten Liedern gehört jedoch „Er gehört zu mir“, das sie endgültig zu der Schlagerikone machte, die sie heute ist.
Der große Erfolg hatte aber auch eine Kehrseite: Rosenberg fühlte sich zunehmend in der Rolle der klassischen Schlagersängerin gefangen. Anfang der 1980er-Jahre begann sie deshalb, sich davon zu lösen, musikalisch wie persönlich, und fand Zugang zur Berliner Subkultur. Im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ beschrieb sie diese Phase als befreiend, eine Zeit voller Kreativität, in der sie sich an ganz Unterschiedlichem ausprobierte.
Auch musikalisch schlug sie neue Wege ein: Sie coverte Songs von Blondie und ABBA und tat sich später mit Rio Reiser und Inga Humpe zusammen. Beide wirkten 1989 an ihrem Album „Uns verbrennt die Nacht“ mit.
In den 1990er-Jahren experimentierte Marianne Rosenberg mit ganz unterschiedlichen Genres. 1993 veröffentlichte sie das englischsprachige Album „Set the Night on Fire“, ging auf große Tourneen und bewegte sich stilistisch zwischen Pop, Disco und Elektro. 1997 zählte sie laut ihrer offiziellen Biografie zudem zu den ersten deutschen Musikerinnen, die einen Song kostenlos im Internet veröffentlichten.
Auch ihr Hit „Er gehört zu mir“ entwickelte sich über die Jahre zu einem Kultsong der queeren Community. Wie Rosenberg später dem „Tagesspiegel“ erklärte, wurde der Titel erst Jahre nach seiner Veröffentlichung, dank Remixen in queeren Clubs, regelrecht als Befreiungshymne gefeiert.
Im neuen Jahrtausend zeigte sich Marianne Rosenberg vielseitiger denn je: Sie moderierte im Fernsehen, stand für das Musical „Die Venus“ auf der Bühne und näherte sich musikalisch Jazz, Chanson und Pop an. Mit Alben wie „Regenrhythmus“ übernahm sie zunehmend selbst das Schreiben und Komponieren.
Einen musikalischen Karrierehöhepunkt erreichte Rosenberg ausgerechnet rund fünf Jahrzehnte nach ihrem Debüt: Im März 2020 erschien ihr Album „Im Namen der Liebe“ und schon eine Woche später stand fest, dass es direkt auf Platz eins der deutschen Albumcharts eingestiegen war. Es war das erste Nummer-eins-Album ihrer gesamten Karriere.
Auch nach mehr als fünf Jahrzehnten im Musikgeschäft denkt Marianne Rosenberg nicht ans Aufhören. Sie veröffentlicht weiterhin neue Musik, bringt regelmäßig Alben heraus und steht auf der Bühne. Inzwischen blickt die Sängerin auf eine jahrzehntelange Karriere zurück, in der sie sich immer wieder musikalisch weiterentwickelt hat und bis heute erfolgreich geblieben ist.
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