Wegen Eintrittskarten bei der EM 2024 Durchsuchungen in der DFB-Zentrale in Frankfurt
Beamte des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen (LKA NRW) haben am heutigen Mittwochmorgen (1. Juli 2026) die DFB-Zentrale in Frankfurt am Main und Objekte in mehreren anderen Orten in Deutschland durchsucht. LKA NRW bestätigt Durchsuchungen Grund für die Razzia sind laut einer Pressemitteilung des LKA NRW "mutmaßlich gewährte, nicht genehmigte Vorteile, unter anderem in Form eines Fußballländerspielbesuches". Stadtverwaltungen sollen tausende Tickets für die EM 2024 zu Vorzugspreisen erhalten haben. Diese seien von einigen Städten genutzt und unterschiedlich verwendet worden, teilten Staatsanwaltschaft und LKA mit. "Strukturierten Vorteilsgewährung" - Euro 2024 GmbH im Verdacht Im Fokus der Ermittlungen steht die "Euro 2024 GmbH", ein Joint Venture, das vom DFB und der UEFA gemeinsam gegründet worden war und noch heute für die Ausrichtung von Veranstaltungen zuständig ist. Diese soll mehrere tausend Eintrittskarten zur internen Verwendung an die zehn Austragungsstädte vergeben haben. Der Verdacht "einer strukturierten Vorteilsgewährung" durch die Euro 2024 GmbH steht im Raum. Ob und in welchem Umfang diese Karten und Einladungen zu Spielbegegnungen angenommen wurden, sei ebenfalls Gegenstand des Verfahrens. Aus Sicherheitskreisen hieß es, ermittelt werde zudem gegen einen 66-jährigen Deutschen und einen 46-jährigen Franzosen. So soll der 66-Jährige als ehemaliger Beschäftigter der Stadt Gelsenkirchen zum EM-Halbfinale Spanien gegen Frankreich nach München eingeladen worden sein. Er habe dadurch im Rahmen seiner Amtsausübung einen finanziellen Vorteil von rund 2.400 Euro erlangt. NRW-Innenminister Reul: "Der Verdacht wiegt schwer" "Ein Fußball-Ticket ist kein Gehaltsbestandteil. Wer im öffentlichen Dienst die Hand aufhält, bekommt von uns Besuch", teilte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) mit. Großveranstaltungen wie die Fußball-Europameisterschaft lebten vom Vertrauen der Menschen in den Sport und in die Behörden, die ihn möglich machen. "Dieses Vertrauen lassen wir nicht durch ein paar Einladungen und Eintrittskarten beschädigen. Der Verdacht wiegt schwer, und genau deshalb wird er konsequent aufgeklärt", sagte Reul. Durchsuchungen in neun Austragungsstädten in Deutschland Durchsuchungen sollte es entsprechend bei den Stadtverwaltungen Gelsenkirchen, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main, Stuttgart und München geben. Bei der Stadtverwaltung Leipzig werde ein sogenanntes Herausgabe-Ersuchen vollstreckt. Die verantwortliche Staatsanwaltschaft Bochum stand auf Sportschau-Anfrage nicht für weitere Auskünfte zur Verfügung.