Wegen Golla: Handball-Bundesliga erwägt Änderung der Transfer-Regeln
Der Wirbel um den Wechselwunsch von Nationalmannschaftskapitän Johannes Golla könnte eine Änderung der Transferregeln in der Bundesliga nach sich ziehen. "Der Fußball hat sich mit Transferfenstern selbst Regeln gegeben. Deshalb kann man zumindest darüber diskutieren, ob so etwas auch für den Handball denkbar wäre", sagte HBL-Präsident Uwe Schwenker der Sport Bild.
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Der Fall Golla hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt. Der 28 Jahre alte Kreisläufer möchte die MT Melsungen nur wenige Monate nach seinem Wechsel von der SG Flensburg-Handewitt wieder verlassen und zu seinem früheren Verein zurückkehren. Als Motive führte er familiäre Gründe und eine Gefährdung seiner mentalen Gesundheit an.
Handball-Transfers oft Jahre im Voraus fix
Im Handball werden Spielerwechsel häufig schon Jahre im Voraus vereinbart. Handball-Ikone Stefan Kretzschmar nannte diese Entwicklung "katastrophal". Gollas Transfer nach Melsungen wurde bereits im Dezember 2024 verkündet. Meister SC Magdeburg gab im August bekannt, den Franzosen Thibaud Briet zur Saison 2028/29 zu holen. Der Wechsel von Dika Mem vom FC Barcelona zu den Füchsen Berlin im Sommer 2027 steht seit Januar 2026 fest.
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"Wir haben nächste Woche im HBL-Präsidium eine Telefonkonferenz. Die Causa Golla habe ich zum Anlass genommen, das Vertrags-Thema auf die Agenda zu setzen. Da stellt sich schon die Frage, ob man an den bestehenden Regelungen etwas ändern sollte", sagte Schwenker. "Verträge werden teilweise sehr weit im Voraus geschlossen. In dieser Zeit können sich Lebensumstände verändern. Deshalb halte ich die Diskussion grundsätzlich für sinnvoll."
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Die frühzeitige Bekanntgabe von Wechseln kann auch das Verhältnis zwischen Spielern und Fans belasten. "Wenn bekannt wird, dass ein Spieler noch anderthalb oder zwei Jahre für seinen Verein spielt, aber längst bei einem anderen Klub unterschrieben hat, wirft das Fragen nach Identifikation und Glaubwürdigkeit auf", befand Schwenker und betonte: "Eine abschließende Meinung gibt es allerdings nicht. Für beide Seiten gibt es nachvollziehbare Argumente."
Das sagt das Regelwerk
Der Handball-Weltverband IHF regelt die Transfers im internationalen Handball. Dabei dürfen Spieler für Verträge ab 2025 "einen Vertrag mit einem anderen Verein nur abschließen, wenn das Datum des Beginns des neuen Vertrags nach dem Enddatum des zwischen dem Spieler und seinem aktuellen Verein bestehenden Vertrags liegt." In allen anderen Fällen wird eine Transferentschädigung fällig.
Davor galt im entscheidenden Artikel 9 jedoch eine andere Regelung. "Ein Spieler darf einen Vertrag mit einem anderen Verein nur abschließen, falls der Vertrag des Spielers mit seinem aktuellen Verein nicht mehr länger als zwölf Monate andauert", hieß es in der letzten Formulierung und 2022 lag das Limit gar noch bei sechs Monaten.
So ist die Regel im Fußball
"Beabsichtigt ein Verein, einen Vertragsspieler zu verpflichten, so muss dieser Verein vor der Aufnahme von Verhandlungen mit dem Spieler dessen Verein schriftlich von seiner Absicht in Kenntnis setzen. Ein Vertragsspieler darf einen Vertrag mit einem anderen Verein nur abschließen, wenn sein Vertrag mit dem bisherigen Verein abgelaufen ist oder in den folgenden sechs Monaten ablaufen wird", heißt es in der Spielordnung des Deutschen Fußballbundes.