Wegen Insolvenz: Maschinenbauer entlässt fast jeden dritten Mitarbeiter
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Medebach (NRW) – Jetzt ist klar, wie hart die Insolvenz die Belegschaft trifft! Bei dem deutschen Maschinenbauer fallen 90 Arbeitsplätze weg. 212 Stellen können nach Angaben des Traditionsunternehmens zwar gerettet werden. Doch damit entlässt die Firma im Zuge ihrer Sanierung fast jeden dritten Mitarbeiter.
Der Maschinenbauer Paul Köster im Sauerland (NRW) hatte im Juni Insolvenz in Eigenverantwortung beim Amtsgericht Arnsberg angemeldet. Besonders die Krise in der Automobilindustrie macht dem Zulieferer zu schaffen.
Was der Chef des Unternehmens sagt
Christopher Köster, Geschäftsführer der Paul Köster GmbH, zu BILD: „Der Auftragseinbruch hat den Stellenabbau unausweichlich gemacht. Für die betroffenen Mitarbeitenden richten wir eine Transfergesellschaft ein, die sie bei Qualifizierung und Vermittlung unterstützt. Wir werden unseren Kunden auch weiterhin zuverlässig zur Seite stehen.“
Die Gründe der Insolvenz
Bereits im Sommer erklärte das Unternehmen, dass Auftragsrückgänge aus der Automobilindustrie die wirtschaftliche Basis belasten. Hinzu kamen ein höherer Preisdruck und steigende Kosten. Außerdem seien in den letzten zwei Jahren mehrere Kunden pleitegegangen.
Das Familienunternehmen startete 1907 mit einer Hufschmiede. Heute fertigt der Traditionsbetrieb Sondermaschinen für das In- und Ausland. Ohne die ließen sich viele Motoren oder Getriebe nicht in Serie produzieren. Doch nach fast 120 Jahren musste der Maschinenbauer Insolvenz anmelden . Während des bisherigen Insolvenzverfahrens konnte der Geschäftsbetrieb nach Angaben des Unternehmens aufrechterhalten werden.
So geht es mit den Mitarbeitern weiter
Gleichzeitig wurden verschiedene Möglichkeiten zur langfristigen Rettung der Firma geprüft. Das Ergebnis ist bitter für die Belegschaft: Weil Paul Köster in den kommenden Jahren mit deutlich geringeren Umsätzen rechnet, müssen die Kosten drastisch sinken. Die 90 Mitarbeiter könnten deshalb nicht weiterbeschäftigt werden. Immerhin: 212 Jobs sollen erhalten bleiben. Auch Ausbildungsverhältnisse sollen fortgeführt werden. Geplant ist, dass das Sanierungsverfahren im Januar 2027 beendet wird.