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Wegen Kreditkartenschulden?: Trumps Botschafterin in Athen soll für Geld Zugang zur US

Welt

Erst vergangene Woche hielt US-Außenminister Marco Rubio in Athen vor der Akropolis eine Grundsatzrede über die Zukunft des Westens. Doch sein pompöser Auftritt wird überschattet von Gerüchten über seine hochrangigste Mitarbeiterin in Griechenland.

Die dortige US-Botschafterin, Kimberly Guilfoyle, soll für Geld und teure Reisen ihren politischen Einfluss angeboten haben – und gerät öffentlich deshalb immer stärker unter Druck.

„Was wir in den Berichten gesehen haben, ist sehr beunruhigend, es ist besorgniserregend“, sagte der republikanische Senator John Barrasso dem Sender CBS News. Er forderte eine Ermittlung durch das Außenministerium. Zudem werde sich der zuständige Ausschuss im Senat der Sache annehmen.

Eine Million US-Dollar für Trumps Aufmerksamkeit

Das „Wall Street Journal“ hatte zuvor Nachrichten veröffentlicht, die belegen sollen, dass Guilfoyle den Trump-Spender Eric Deters um eine Überweisung in Höhe von 100.000 Dollar gebeten habe.

Demnach soll die 57-Jährige die dringende Bitte wenige Tage vor ihrer Anhörung im Senat platziert haben. Die frühere Moderatorin bei dem konservativen Sender Fox News habe das Geld gebraucht, um Schulden bei American Express zu begleichen. Die heutige Botschafterin war einst mit Donald Trump Jr., dem ältesten Sohn des Präsidenten, verlobt.

Laut dem „Wall Street Journal“ stand Guilfoyle seit Monaten in Kontakt mit Deters, der sie um Hilfe gebeten hatte, um die Aufmerksamkeit der Trump-Regierung auf persönliche steuerliche und rechtliche Angelegenheiten zu lenken – und ihr im Erfolgsfall Zahlungen von bis zu einer Million Dollar versprochen haben soll. Deters zufolge kam es allerdings nie zu einer Zahlung.

Anweisung für geheime Überweisung

„Schatz, bitte, du musst das heute noch für mich erledigen“, schrieb die Diplomatin Deters demnach und fügte ein Emoji mit gefalteten Händen sowie eine Datei mit Anweisungen zur Zahlung ihrer Kreditkartenrechnung hinzu. Deters habe das Geld so schicken sollen, dass die Überweisung im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbar sei.

Wie das „Wall Street Journal“ berichtete, bestreitet Guilfoyle laut ihrem Anwalt die Echtheit der Nachrichten. Wegen öffentlicher Auftritte sei ihr vor ihrer Anhörung im Senat Geld geschuldet worden. Deters sagte dem „Wall Street Journal“ allerdings, keine Schulden bei Guilfoyle gehabt zu haben.

In den Tagen zuvor hatten bereits mehrere Demokraten eine lückenlose Aufklärung gefordert – unter anderem Robert Garcia, ranghöchster Demokrat im Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses. „Das ist der jüngste Fall in einer langen Reihe von Korruptionsvorwürfen rund um die Trump-Regierung, und wir verlangen Antworten“, sagte er. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wäre das ein Fall von eklatantem Machtmissbrauch.

„Es war eindeutig ein Fall von Geld gegen Gefälligkeiten“, sagte Deters dem Sender CBS News. Zu keinem Zeitpunkt habe er vorgehabt, Guilfoyle tatsächlich Geld zu schicken, behauptete er. Stattdessen habe er sich eine Ausrede ausgedacht. Wie CBS News berichtete, teilte Deters die Textnachrichten mit dem Sender, die Guilfoyles Anfrage nach den 100.000 Dollar zeigen.

Der 63-Jährige gilt als langjähriger Unterstützer von US-Präsident Donald Trump. Er hatte mehrfach ohne Erfolg für politische Ämter im US-Bundesstaat Kentucky kandidiert. Und er ist offenbar nicht der einzige Geschäftsmann, der zweifelhafte Kontakte mit Botschafterin Guilfoyle pflegte.

Privatjets und teure Hotels

Am Sonntag legte das „Wall Street Journal“ mit einer Recherche nach: Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar soll sie mit ihren engen Verbindungen zu zwei griechischen Großunternehmern geprahlt haben, die ihre luxuriösen Reisen rund um die Welt finanzieren würden. Mit einem von ihnen, Alexandros Exarchou, dem Geschäftsführer des griechischen Bauunternehmens Aktor Group, soll sie demnach in einem Privatjet nach Davos geflogen sein.

Regierungen von Bulgarien bis Albanien wurden von Guilfoyle dazu ermutigt, mit Exarchou Geschäfte zu machen und amerikanisches Erdgas im Wert von Milliarden Dollar von seinem Unternehmen zu kaufen, schreibt das „Wall Street Journal “.

Enge Verbindungen hatte sie der Aufnahme zufolge auch zu dem griechischen Reederei-Tycoon Nikolas Tsakos. Mit ihm wollte sie demnach in einem Privatjet nach Paris fliegen, um an der Modenschau von dessen Frau teilzunehmen. Einen Teil der Feiertage hatten sie demnach gemeinsam im exklusiven Schweizer Luxusresort Gstaad verbracht. „Ich sehe Nikos jeden verdammten Tag“, sagte sie in dem Audiotape. „Er liebt mich. Schatz, ich habe Weihnachten mit ihm verbracht. Silvester. Okay?“ Auch ihren Aufenthalt im Pariser Vier-Jahreszeiten-Hotel „George V.“ soll Taskos bezahlt haben.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, sagte ein Sprecher der US‑Botschaft in Athen, dass die „Karriere der Botschafterin innerhalb und außerhalb des öffentlichen Dienstes von tiefen und beständigen Werten geleitet wird“ und dass sie „die Ethik- und Geschenkrichtlinien des Außenministeriums gewissenhaft befolgt hat“. Gerüchte wie diese sollten nur von ihrer

Zugleich berichtet die Zeitung, dass der Generalinspektor des US-Außenministeriums mittlerweile eine Untersuchung eingeleitet habe.

Forderung nach Aufklärung

Die Enthüllungen kommen für die Republikaner zur Unzeit. Am 3. November sind US-Zwischenwahlen und die Partei von Präsident Trump droht, das Repräsentantenhaus, wenn nicht sogar den Senat, zu verlieren.

Bereits Ende September hatte eine Enthüllung des „Wall Street Journals“ für Aufregung in Griechenland gesorgt. Bei einem Abendessen, unter anderem mit dem griechischen Energiminister, hatte sie behauptet, die USA könnten „jede Regierung“ stürzen.

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