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Wegen Missbrauchsaufnahmen: Apple warf Telegram aus dem App Store

Wirtschaft

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Cupertino (Kalifornien) – Für einige iPhone-Nutzer war Telegram plötzlich verschwunden. Apple hatte den Messenger vorübergehend aus seinem App Store geworfen – wegen Aufnahmen sexuellen Kindesmissbrauchs, die ein einzelner Nutzer verbreitet haben soll. Betroffen waren einige Nutzer in den USA, Indien, Australien und Singapur. Wer Telegram bereits auf seinem iPhone installiert hatte, konnte die App weiter verwenden. Inzwischen ist der Messenger wieder vollständig verfügbar.

Apple erklärte, bei einer Überprüfung seien Inhalte entdeckt worden, die gegen die strengen Regeln zum Schutz von Kindern verstießen. Telegram habe das Material sofort gelöscht und den verantwortlichen Nutzer gesperrt. Erst danach gab Apple die App wieder frei.

Ein Account, Folgen für die ganze App

Telegram hat nach eigenen Angaben mehr als 1 Milliarde aktive Nutzer im Monat. Trotzdem führte der Verstoß eines einzigen Accounts dazu, dass Apple die gesamte App zeitweise aus dem Store nahm. Bei Material über sexuellen Kindesmissbrauch gelten besonders strenge Regeln. Apple kann Apps bei solchen Verstößen sofort sperren. Neue Nutzer können sie dann nicht mehr regulär herunterladen. Wer Telegram bereits installiert hatte, konnte den Messenger weiter benutzen.

Telegram kritisiert Apples Vorgehen

Telegram konterte mit einem spöttischen Kommentar. „Die Berichte über meinen Tod sind stark übertrieben“, schrieb der Messenger auf X – versehen mit einem Apfel-Emoji. Kurz darauf legte das Unternehmen nach: „Ich bin mir sicher, dass diese Haltung in Zukunft auch auf alle anderen Apps im Store gleichermaßen angewendet wird, oder, Apple?“ Damit wirft Telegram Apple vor, bei anderen großen Apps weniger streng zu sein.

Der Messenger steht seit Jahren wegen krimineller Inhalte unter Druck. Das Unternehmen weist den Vorwurf zurück, zu wenig dagegen zu tun. Allein in diesem Jahr habe man mehr als 300.000 Gruppen und Kanäle gelöscht, die sexuellen Kindesmissbrauch zeigten.

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