Wegen Niedrigwasser: Auch Bayern und Mecklenburg-Vorpommern lockern Lkw-Sonntagsfahrverbot
In Bayern wird das Lkw-Fahrverbot vom kommenden Wochenende an vorübergehend ausgesetzt. »Mit der Aufhebung des Fahrverbots können kritische Güter wie Rohstoffe, Chemikalien und Energieträger auf die Straße umgelenkt werden«, begründete Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Entscheidung. Die Maßnahme soll laut Herrmann dafür sorgen, Lieferketten zu stabilisieren und Produktionsstopps in der Industrie zu verhindern. »Die Produktion muss weiterlaufen, Wirtschaft und Landwirtschaft sind auf funktionierende Transporte angewiesen«, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU). Die Lockerung sei ein wichtiger Baustein, um das historische Niedrigwasser auf den Bundeswasserstraßen abzufedern. Genaue Regeln würden derzeit noch erstellt, hieß es bei den Ministerien. Das historische Niedrigwasser gerade am Rhein belastet die deutsche Wirtschaft schon seit Wochen. Schiffe können bei niedrigen Pegelständen weniger Ladung aufnehmen, wodurch Transportkosten steigen und Lieferketten unter Druck geraten. Auch die Binnenschifffahrt auf der Elbe ist von Niedrigwasser betroffen. Während Wirtschafts- und Logistikverbände auf Entlastung für Lieferketten hoffen, kritisieren Gewerkschaften zusätzliche Belastungen für Fahrerinnen und Fahrer. Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Olaf Bandt, sagte, niedrige Flusspegel sind ein Symptom der Klimakrise. Die Maßnahmen zeigten, dass die Regierung dies nicht verstanden habe. Mit der Ausbaggerung von Flussbetten oder mehr Lkw auf Autobahnen lasse sich das Problem nicht lösen, sagte Bandt der »Rheinischen Post«.