Wegen seiner „guten Beziehung“ zu Nordkoreas Diktator: Trump fährt jährliche Militärübungen mit Südkorea zurück
US-Präsident Donald Trump will mit Verweis auf seine „sehr gute Beziehung“ zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un eine unmittelbar bevorstehende gemeinsame Militärübung mit Südkorea deutlich kleiner ausfallen lassen. Zudem ließ er durchklingen, dass die seit Jahren üblichen Manöver mit den südkoreanischen Streitkräften künftig auch ganz entfallen könnten. Er sei nicht glücklich darüber, dass die USA vor langer Zeit solchen gemeinsamen Übungen zugestimmt hätten, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Diese sendeten ein „völlig unangemessenes und feindseliges Signal“ an ein Land, das – solange er Präsident gewesen sei – keine Bedrohung dargestellt und sich respektvoll verhalten habe. „Deshalb, und weil es zu spät für eine Absage ist, habe ich Kriegsminister Pete Hegseth angewiesen, die gemeinsamen Militärübungen deutlich zu reduzieren!“. Südkorea und die USA trainieren jährlich zusammen, um die gemeinsame Verteidigungsfähigkeit zu festigen. Kurz nach der Ankündigung Trumps begann das Manöver nach Angaben aus Seoul. Die Übungen verliefen planmäßig, erklärte ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums am Montag. Die gemeinsame Militärübung „Ulchi Freedom Shield“ dauert elf Tage. Sie dient offiziell der Vorbereitung auf eine möglicherweise notwendige Verteidigung gegen Nordkorea. Südkoreas Präsident Lee Jae Myung teilte mit, er hoffe, dass die „freundschaftliche Beziehung“ zwischen Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu einem „ernsthaften Dialog“ zwischen beiden Ländern führe, so das Präsidialamt in Seoul mit. Trump: Wir zahlen für Großteil der Übungen Erst am Samstag hatte Trump ein Bild von sich Seite an Seite mit Nordkoreas Machthaber verbreitet und das gute Verhältnis zu Kim betont. In seinem neusten Post betonte er auch, dass die Militärübungen kostspielig seien und ein Großteil dieser Kosten von den USA getragen werde. Trump erwähnte zudem, dass Südkorea kürzlich seine Bitte abgelehnt habe, sich den Bemühungen um eine Denuklearisierung des Irans anzuschließen. Der US-Präsident suchte in der Vergangenheit immer wieder Kontakt zu Nordkoreas Machthaber und traf ihn während seiner ersten Amtszeit mehrfach zu Gesprächen. Bei einem Gipfeltreffen in Hanoi im Jahre 2019 reiste Kim nach einem diplomatischen Eklat vorzeitig ab. Als Trump in seiner zweiten Amtszeit im Herbst 2025 auf Asien-Reise unterwegs war, äußerte er Interesse an einem weiteren Treffen mit Kim, das seither aber nicht zustande kam. Bislang hält die US-Regierung an ihrem erklärten Ziel fest, Nordkorea nuklear vollständig abzurüsten. Das weitgehend abgeschottete Land wird wegen seines Atomprogramms mit weitreichenden UN-Sanktionen sowie zusätzlichen US-Sanktionen belegt.