Weit weg von der Weltspitze DFB-Team fehlten gegen Paraguay sogar die "einfachen Mittel"
In Deutschland war schon der 30. Juni angebrochen, als der deutsche Mannschaftsbus das Stadiongelände in Foxborough verließ, um zum Flughafen zu fahren. Es war also genau zwölf Jahre her, dass der fast schon legendäre Sieg gegen Algerien im Achtelfinale der WM 2014 gelang. Manuel Neuer und sehr viel Glück brachten das deutsche Team damals eine Runde weiter. Per Mertesacker mochte die kritischen Fragen nach der durchwachsenen Leistung damals nicht und machte die legendäre Aussage, dass ihm nur das Weiterkommen wichtig sei und er jetzt erstmal glücklich in die Eistonne steigen werde. Kein Happy End fürs DFB-Team Am Abend des 29. Juni 2026, Ortszeit Boston, hätten die deutschen Spieler sehr viel dafür gegeben, kritische Fragen so gekonnt abzubügeln. Aber es gab kein Happy End, nur das Ausscheiden gegen Paraguay. Es wird keinen Titel geben wie vor zwölf Jahren, es gab nur Leere und die Frage, wie eine solch schlechte Leistung über 120 Minuten möglich war. Deutschland fehlen die Mittel "Leider ist es im Fußball so, dass manche Mannschaften mit einfachen Mitteln gewinnen können", sagte Julian Nagelsmann. Der Bundestrainer, der gerne Bundestrainer bleiben würde, verpasste dabei den Hinweis, dass seine Mannschaft in der Theorie des Matchplans sicher komplexere Mittel hatte, in der Praxis jedoch kein Mittel fand, um zu Chancen zu kommen. Nach dem Rückstand, begünstigt durch ein Aufmerksamkeitsdefizit gleich mehrerer Abwehrspieler, sei "unser Ballvortrag super langsam" gewesen, klagte Nagelsmann. Das war richtig, allerdings vor dem Rückstand kaum anders, und auch nicht in der Verlängerung. Der Matchplan geht nicht auf Die "taktische Überlegung", die der DFB-Coach am Vortag angekündigt hatte, lief ins Leere. Deniz Undav für Jamal Musiala in die Mannschaft zu bringen, sollte vermutlich den Vorteil bringen, mehr Spieler in der vordersten Linie und auch im Strafraum zu haben. Aber das wäre nur aufgegangen, wenn aus zweiter und dritter Linie vernünftig aufgebaut und ins vorderste Drittel gepasst worden wäre. Wurde es aber nicht. Es versandete nahezu alles - Steilpässe, Rückpässe, Standardsituationen. Ein Eckstoß, nach dem Jonathan Tah zur vermeintlichen 2:1-Führung einköpfte, war die Ausnahme. "Déjà-vu" für Joshua Kimmich "Ich kenne Deutschland als Kind vor dem Fernseher, da war immer Halbfinale, Finale. Natürlich will man das auch den Kindern und den Menschen und der jetzigen Generation geben", sagte Joshua Kimmich, der zum dritten Mal in seiner Karriere ein klägliches Aus bei einer Weltmeisterschaft erlebte. Die Tränen standen ihm in den Augen, als Paraguay den letzten Elfmeter verwandelt hatte und in eine "epische Nacht" startete, wie Trainer Gustavo Alvaro es später sagte. Wie geht es mit Julian Nagelsmann weiter Auf dem selben Stuhl hatte Julian Nagelsmann zuvor gesessen, sichtlich um Fassung gerungen und mehrere Fragen zu seiner Zukunft erhalten. Er werde nicht wegrennen, sich der Verantwortung stellen, wenn ihn "die Chefs" des Deutschen Fußball-Bundes ließen. Ob er denn sicher sei, den Rückhalt in der Öffentlichkeit zu haben, wurde er noch gefragt. "Wenn man jetzt heute eine Umfrage machen würde, hätte ich die wahrscheinlich nicht", sagte Nagelsmann.