Welche Folgen hat die Absage?
Doch sei es unumgänglich gewesen, wenn „Leib und Leben auf dem Spiel stehen. Da können wir nicht auf die Kosten schauen“. Zumal auch das Material am Freitag nicht mehr mitmachte. Die Platinen an den DJ-Pults schmolzen, der Bass-Verstärker der britischen Band Lottery Winners beantragte Hitzefrei, wollte nicht mehr arbeiten. Dennoch zogen es alle durch, Mitarbeiter und Stars wie Nina Chuba. „Die außergewöhnliche Wetterlage hat alle Bereiche des Festivals über viele Stunden hinweg an ihre Belastungsgrenze geführt“, war das Resumée des ersten Festivaltags. Und es wurde des Nachts klar, bei noch heißeren Temperaturen ist das niemandem mehr zuzumuten. Also sagte man in der Nacht auf Samstag Tag zwei ab. Die Bühnenarbeiter hingegen standen am Samstagmorgen wieder auf der Matte. Für den Morgengrauen waren sie bestellt, statt die Bühne umzubauen, begannen sie nun, sie abzubauen. Sie hatten also Beschäftigung. Anders als die Bands, die am Samstag auftreten sollten, SDP und Juli vorneweg. „Die müssen wir bezahlen“, sagt Doll, „denen ist egal, warum wir absagen.“ Und auch eine Versicherung trage nie alle Kosten. Über die habe man aber noch gar keinen genauen Überblick, den werde man sich nun bis Ende der Woche verschaffen. Klar ist aber eines, „es geht weiter! der Termin steht fest, es wird natürlich wieder ein Kessel-Festival geben!“