Welches Bundesland das höchste Bildungsniveau hat - und welches das niedrigste
Die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat die Bundesländer erneut auf ihre Bildungsleistung geprüft. Das Ergebnis zeigt ein klares Gefälle – und einen besorgniserregenden Gesamttrend.
Im jährlichen Bildungsranking der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) liegt Sachsen weiter vorn. Es folgen Bayern und Hamburg, wie aus der vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der INSM erstellten Vergleichsstudie, die am Montag in Berlin veröffentlicht wurde, hervorgeht. Schlusslicht bleibt Bremen.
Die Studie bescheinigt allerdings allen Bundesländern ein sinkendes Bildungsniveau. Vor allem in den drei Bereichen Schulqualität, Bildungsarmut und Bildungschancen verschlechterten sich die Ergebnisse seit 2013 demnach deutlich.
Ergebnisse seien ein "Armutszeugnis für den Bildungsstandort Deutschland"
Rund ein Fünftel der jungen Erwachsenen (18,8 Prozent) verfüge über keinen formalen Berufsabschluss – was mit Einkommenseinbußen, aber auch mit einem deutlich höheren Risiko für Armut und Arbeitslosigkeit einhergehe. Der Bildungserfolg in den Schulen hänge nach wie vor stark von der sozialen Herkunft ab.
Positiv hebt die Studie hervor, dass junge Menschen heute eher einen Bildungsaufstieg etwa durch Hochschulen erreichen können als noch vor 20 Jahren. Durch gute Bildung in Kita und Schule könnten sich die Bildungswege heute häufiger vom Elternhaus lösen als früher.
INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben sprach trotz einzelner Verbesserungen insgesamt von einem "Armutszeugnis für den Bildungsstandort Deutschland". Das Bildungsniveau sinke "in allen Bundesländern". "Es ist beschämend, dass fast ein Fünftel der Menschen ohne Abschluss ist", kritisierte er.
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Auch beim Ranglistenersten sind Verbesserungen nötig
Die Durchschnittsbewertung für Deutschland als Ganzes liegt in diesem Jahr demnach bei 46,2 Punkten und um 2,9 Punkte unter der Bewertung aus dem Bildungsmonitor 2013. Selbst für den Klassenprimus Sachsen sieht die Studie demnach Verbesserungsbedarf etwa bei der Digitalisierung sowie beim Verhältnis zwischen Betreuern und Kindern in Kitas und auch beim Schüler-Lehrer-Verhältnis in Grundschulen und den meisten weiterführenden Schulen.
In die seit 2004 jährlich erstellte Studie fließen zahlreiche Indikatoren ein, etwa die Zahl der Schulabbrecher, die Möglichkeiten der Ganztagsbetreuung und der Anteil der von Bildungsarmut betroffenen Schüler. Bewertet werden die Indikatoren auch aus ökonomischer Sicht, etwa inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslands zur Fachkräftesicherung beiträgt. (AFP/bearbeitet von mak)