Weltgesundheitsorganisation: Eine halbe Million Kinder in Europa ohne Impfschutz
In der WHO-Europaregion ist die Zahl der völlig ungeimpften Kinder im vergangenen Jahr gesunken. Allerdings sei die Zahl jener, die keinen oder nur unvollständigen Impfschutz gegen Infektionskrankheiten haben, weiterhin groß, teilen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef mit. Insgesamt fehlte noch 566.000 Kindern in der Region jeglicher Impfschutz, 258.000 Kinder seien demnach nur unzureichend geschützt. Für Deutschland geben WHO und Unicef die Zahl der gar nicht geimpften Kinder mit 21.000 an. Die WHO-Europaregion geht weit über die EU hinaus. Dazu zählen 53 Länder, darunter auch etwa die Türkei, Turkmenistan und Israel. Gut die Hälfte der gar nicht geimpften Kinder lebt in vier Ländern: Kasachstan, Türkei, Großbritannien und Aserbaidschan. WHO-Chef sorgt sich um Falschinformationen über Impfrisiken In Deutschland sieht die WHO vor allem Verbesserungsbedarf bei der HPV-Impfung gegen Papillomaviren. 55 Prozent der Mädchen seien voll dagegen geimpft, was zwar über dem regionalen Durchschnitt liegt, laut WHO aber dennoch unzureichend ist. Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (Pertussis) sind die ersten Impfungen, die Babys erhalten. In der gesamten Europaregion lag die Rate für diese Impfungen bei 94 Prozent, wie im Jahr davor. 2019 waren es noch 96 Prozent. Rund 92 Prozent der Kinder bekamen die erste Dosis der Masernimpfung, 2019 waren es noch 94 Prozent gewesen.