Weltweit beste Doktorarbeit: Forscherin der TU Ilmenau ausgezeichnet
Preis geht nach Thüringen
Forscherin der TU Ilmenau für weltweit beste Doktorarbeit ausgezeichnet
Stand: 05.09.2026 10:15 Uhr
Wie lassen sich komplexe Messdaten so auswerten, dass ihre Zusammenhänge erhalten bleiben? Mit neuen mathematischen Verfahren liefert die Ilmenauer Forscherin Liana Khamidullina in ihrer Doktorarbeit einen wichtigen Ansatz und wurde hierfür in der Disziplin der Signalverarbeitung als weltweit beste Doktorarbeit gewürdigt.
von MDR WISSEN
Moderne Mess- und Kommunikationssysteme verarbeiten enorme Mengen komplexer Signaldaten – und das alles oft gleichzeitig. Ein Radar empfängt etwa Informationen von verschiedenen Antennen, zu unterschiedlichen Zeitpunkten und Frequenzen. Gleiches gilt aber auch in der Medizin: Hier kommen stets Messungen von zahlreichen Sensoren zusammen. In der Forschung spricht man hierbei von tensorbasierten Signalverarbeitung.
Doch wie lassen sich solche komplexen Daten gemeinsam auswerten, ohne dass wichtige Zusammenhänge verloren gehen, die zum Beispiel für die medizinische Diagnose der Patienten wichtig sind?
Mit dieser Frage hat sich die Forscherin Liana Khamidullina von der Technischen Universität Ilmenau in ihrer Dissertation beschäftigt. Eine zentrale Entwicklung ihrer Arbeit ist eine neue Tensorzerlegung, wodurch die Struktur der Signale weiterhin erhalten bleibt.
Neue Dimensionen: Raum und Zeit als Einheit
Der Vorteil: Die verschiedenen Dimensionen der Messdaten, etwa Zeit, Frequenz, Raum oder unterschiedliche Sensoren, können dadurch gemeinsam betrachtet werden. Zusammenhänge zwischen den Daten bleiben so erhalten und können in Zukunft gezielter ausgewertet werden.
Erprobt wurde das Verfahren im Rahmen der Arbeit unter anderem bei der Ortung von Objekten mit Radar, aber auch bei der Auswertung von Hirnmessdaten, in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Jena.
Ein mathematisches Werkzeug mit vielen Einsatzmöglichkeiten
Die Verfahren könnten überall dort relevant werden, wo große Mengen miteinander verbundener Signaldaten verarbeitet werden. Dazu zählen drahtlose Kommunikationssysteme und Radaranwendungen, etwa an Flughäfen, ebenso wie die biomedizinische Forschung.
Darüber hinaus sind Anwendungen in der Bildverarbeitung, der Mustererkennung und im maschinellen Lernen denkbar.
Für ihre Dissertation wurde Liana Khamidullina in Brügge mit dem Best Ph.D. Award der European Association for Signal Processing (EURASIP) ausgezeichnet. PhD ist hierbei die internationalere Bezeichnung für den Doktortitel.
ow/tu ilmenau