Weniger Besucher und Polizeieinsatz am Samstag
Zusammengefasst
Die 38. Breminale verzeichnete rund 180.000 Besucher bis Sonntagnachmittag; das Wetter führte mutmaßlich zu weniger Gästen als im vergangenen Jahr.
Wegen Hochwasser mussten Teile des Geländes gesperrt und Stromkreise zeitweise abgestellt werden; betroffene Gastronomie erlitt Umsatzeinbußen.
Am späten Samstagabend gab es einen Polizeieinsatz wegen einer Rangelei mit Pfefferspray; das Programm wurde unterbrochen und abgebrochen, Veranstaltung blieb laut Jonte von Döllen weitestgehend friedlich.
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Eine durchwachsene Bilanz kurz vor den letzten verbleibenden Stunden zogen die Macher der 38. Breminale am späten Sonntagnachmittag. Geschätzte rund 180.000 Besucher hatten bis dahin seit Mittwoch den Weg zu dem Festival am Osterdeich gefunden. Im vergangenen Jahr besuchten rund 200.000 Menschen das fünftägige Festival. "Da hatten wir aber auch geradezu ideale Bedingungen", kommentiert Jonte von Döllen, künstlerischer Leiter der Breminale.
Das bezieht sich vor allem aufs Wetter. Nachdem es pünktlich von extremer Hitze zu angenehmen Temperaturen wechselte und der Breminale laut von Döllen "einen Traumstart" bescherte, wurde es zum Wochenende ungemütlicher auf dem Deich. Wasser von oben beschränkte sich zwar am Donnerstag und Freitag auf einzelne Schauer, dafür lieferte die Weser reichlich von unten.
Hochwasser erzwang Pause für Bier- und Essensstände
Das Abendhochwasser am Donnerstag und Freitag fiel aufgrund des starken Windes höher aus als im Vorfeld erwartet und lag rund 80 bis 90 Zentimeter über dem mittleren Hochwasser. Der asphaltierte Weg und an einigen Stellen auch die Veranstaltungsfläche vor dem Osterdeich wurden beim Höchststand jeweils für eine knappe Stunde überspült. Teile des Geländes mussten deshalb gesperrt werden, besonders das Gebiet um die neue Bühne "Brackwasser" stand passenderweise komplett unter Wasser. "Technisch kein Problem für uns, aber blöd für die betroffenen Gastronomen", sagt von Döllen.
Als Reaktion auf das Hochwasser wurden vorsichtshalber einige Stromkreise zeitweise abgestellt. Das ist keine Gefahr für die Kühlkette, weil Gastro-Kühlschränke so etwas überbrücken, aber Fritteusen, Grillplatten und Kassen stehen still, sodass kein Verkauf möglich ist. "Und wir wissen, da schmerzt jede fehlende Stunde", sagt von Döllen. Das Programm wurde an den betroffenen Bühnen unterbrochen, und ein paar Konzerte mussten anschließend kürzer ausfallen.
Pfefferspray vor der Bühne eingesetzt
Zu einem Polizeieinsatz kam es am späten Samstag vor der Muchos-Mas-Bühne. Während des abschließenden DJ-Sets waren Zuschauer gegen Mitternacht direkt vor der Bühne untereinander in Streit geraten. Es gab eine Rangelei, bei der auch Pfefferspray eingesetzt wurde. Das Programm wurde deswegen erst unterbrochen und kurz danach abgebrochen. Verantwortliche von Muchos Mas erklärten später in einem kurzen Video-Statement auf Instagram ihre Entscheidung gegen eine Fortsetzung, die sie bei derartigen Vorfällen jederzeit wieder genau so treffen werden.
Von Döllen unterstützte diese Entscheidung, wertete den Vorfall aber zugleich nicht als prägend für das Festival. "Alles in allem war es wieder eine weitestgehend friedliche Breminale." Das Awareness-System hätte vor allem in den letzten Programmstunden viel zu tun gehabt und sich erneut bewährt.
Gastronomie-Umsätze gesunken
Unklar ist noch die finanzielle Bilanz. "Das wird wie immer eine knappe Hose", sagt von Döllen. Sicher ist bereits, dass die Gastronomie-Umsätze im Vergleich zum vorigen Jahr gesunken sind. Allerdings habe es auch keinen regelrechten Einbruch gegeben. Guten Zuwachs verzeichnet dagegen der neue Breminale-Fanclub. Von Döllen berichtet von einigen Hundert Neumitgliedern, die im Laufe des Festivals gewonnen werden konnten. Der Fanclub ist das jüngste Instrument zur Finanzierung der Breminale. Für das ticket- und kostenfreie Festival wurden bislang sogenannte Soli-Karten verkauft. Die fallen weg, dafür soll der Fanclub ab einem Jahresbeitrag von zwölf Euro langfristig sicherere Einnahmen bringen.
Ob es am Ende für eine schwarze Null oder gar einen Überschuss reicht, sei zu diesem Zeitpunkt noch ungewiss. Eine genaue Einschätzung gebe es in den nächsten Tagen.
Wie viele Besucher verzeichnete die Breminale beim bisherigen Rekord und wie entwickelte sich die Besucherzahl im Vergleich zu den Vorjahren?
Der bisherige Rekord liegt laut Veranstaltern bei 220.000 Besuchern. Im vergangenen Jahr kamen etwa 140.000, dieses Jahr rund 200.000 Menschen zum Festival.
Quellen
Musikfestival Breminale-Bilanz: 200.000 Besucher, 500 Fässer Bier, mehr Awareness
Glück gehabt: Diesmal hat das Wetter der Breminale keinen Strich durch die Rechnung gemacht. Entsprechend zufrieden zeigen sich die Veranstalter. Der Zuspruch ist wieder deutlich gestiegen.
Wie hat sich die Spendenbereitschaft und das Finanzierungsmodell der Breminale in den letzten Jahren verändert?
Die Spendenbereitschaft ist gestiegen; dieses Jahr wurden knapp 20.000 Euro gesammelt und 1.300 Soli-Tickets verkauft, insgesamt etwa 50.000 Euro, 10.000 Euro mehr als im Vorjahr.
Quellen
Musikfestival Breminale-Bilanz: 200.000 Besucher, 500 Fässer Bier, mehr Awareness
Glück gehabt: Diesmal hat das Wetter der Breminale keinen Strich durch die Rechnung gemacht. Entsprechend zufrieden zeigen sich die Veranstalter. Der Zuspruch ist wieder deutlich gestiegen.
Welche Maßnahmen wurden von der Polizei zur Verbesserung der Sicherheit auf der Breminale ergriffen und wie bewerten sie die Veranstaltung?
Die Polizei setzte Videoüberwachung und eine Container-Wache ein. Laut Polizeisprecher sei das Festival "überwiegend friedlich" verlaufen, trotz veranstaltungstypischer Straftaten.
Quellen
Musikfestival Breminale-Bilanz: 200.000 Besucher, 500 Fässer Bier, mehr Awareness
Glück gehabt: Diesmal hat das Wetter der Breminale keinen Strich durch die Rechnung gemacht. Entsprechend zufrieden zeigen sich die Veranstalter. Der Zuspruch ist wieder deutlich gestiegen.
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