Wenn der Reifenwechsel zur 700-Euro-Reparatur führt
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Missgeschick in Oberbayern: Wenn der Reifenwechsel zur 700-Euro-Reparatur führt – Beispiel zeigt, warum
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Ein selbst durchgeführter Reifenwechsel kann teuer enden, wie ein Fall aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zeigt. Werkstätten erklären, ab wann Winterreifen Pflicht sind – und wann der richtige Zeitpunkt ist.
Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Temperaturen fallen, und in der Nacht wird es bereits ziemlich frostig. Wann ist es eigentlich Zeit, Winterreifen aufziehen zu lassen, und was ist dabei zu beachten? Die Antwort liefern Werkstätten aus dem Umkreis.
Hälfte hat schon Termin zum Reifenwechsel
Obwohl das Wetter noch keinen Schnee vermuten lässt, werden in den Werkstätten schon fleißig Reifen gewechselt. „Termine haben bislang ungefähr 50 Prozent der Leute“, sagt Francesco Cofone, Inhaber von Cofone Automobile im Tölzer Farchet. Auch Rupert Heller, Geschäftsführer der gleichnamigen Kfz-Werkstatt, wechselt seit 14 Tagen die Reifen seiner Kunden. Ihn freut es, dass sich die Autofahrer frühzeitig um einen Termin kümmern: „Für uns Werkstätten ist es natürlich besser, wenn sie rechtzeitig kommen und nicht alle auf einmal.“
Wann der richtige Zeitpunkt für den Reifenwechsel ist, ist nicht genau geregelt. „Es gibt eine Winterreifenpflicht, aber die ist in Deutschland doch ein bisschen schwammig, weil‘s wetterbedingt ist“, sagt Jakob Nieß, Serviceleiter für Audi im Tölzer Autohaus Rinner. Das heißt: Es gibt keine genaue Vorgabe, ab welchem Monat oder welcher Temperatur die Reifen gewechselt sein müssen. Die Erfahrung zeigt aber, dass man Winterreifen von „O bis O, also Oktober bis Ostern“, braucht, rät Nieß, ebenso wie Cofone. Man sollte sich auch immer größere Zeiträume anschauen und nicht nur die Temperatur Tag für Tag beobachten, sonst könne einen die Kälte plötzlich überraschen. Laut Cofone solle man sich lieber zu früh als zu spät um den Reifenwechsel kümmern: „Es ist egal, wenn man zwei Wochen früher mit den Winterreifen herumfährt, das macht nicht so viel aus.“
Wechsel kostet 30 bis 50 Euro
Der Preis fürs Wechseln liegt in den Werkstätten gewöhnlich zwischen 30 und 50 Euro. Meist ist im Preis auch ein kleiner Check-up enthalten, bei dem Bremsen und Flüssigkeiten kontrolliert werden. Alle Werkstätten raten eher davon ab, die Reifen selbst zu wechseln. „Wer sich seiner Sache sicher ist, gerne. Aber es ist mittlerweile nicht nur Räder draufstecken“, erklärt Nieß. „Da ist richtig was dahinter.“ Dem stimmt Cofone zu: „Die Werkstatt sieht einfach mehr als der Laie daheim.“ Im schlimmsten Fall kann der Reifenwechsel so sogar deutlich teurer werden. Peter Sonner, Inhaber von Autopro Reitberger, erzählt von einem Missgeschick eines Kunden: „Da ist ein Reifenwechsel für eigentlich 30 Euro zu einer Reparatur für 700 Euro geworden.“
Zuletzt kommt es auf den Zustand der Reifen an. Diese sollten nicht zu alt sein und die nötige Profiltiefe aufweisen. „In Deutschland sind 1,6 Millimeter Pflicht, wechseln sollte man aber bei spätestens 4 Millimetern“, rät Nieß. „In Österreich müssen es sogar 4 Millimeter sein, alles darunter sind Sommerreifen.“ Die Reifen sollten außerdem auf Risse und Spuren an der Oberfläche untersucht und alle paar Jahre getauscht werden. „Eigentlich ist die Empfehlung, die Werkstatt in der Vorsaison zu fragen, ob man neue braucht“, sagt Cofone. Damit sei man immer auf der sicheren Seite und der Winter könne kommen.