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„Wenn ein Dominostein fällt“

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„Wenn ein Dominostein in dieser Kette fällt“ – US-Expertin warnt vor neuer Finanzkrise wegen KI

Von: Sandra Navidi

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KI-Aktien treiben die Fantasie der Anleger. Doch viele Geschäftsmodelle bleiben defizitär. Wer zahlt am Ende die Zeche? Die Kolumne von Sandra Navidi.

New York, USA – Künstliche Intelligenz wird an den Börsen gefeiert, aber wer am Ende die Zeche? Bei KI-Investments herrscht Goldgräberstimmung. Die Tech-Titanen verkaufen ihre Visionen äußerst erfolgreich. Ihre Warnungen vor den Risiken für den Arbeitsmarkt und sogar die Menschheit sollen die Allmacht dieser Technologie demonstrieren und damit die Nachfrage ankurbeln.

Bisher bleibt der wirtschaftliche Nutzen allerdings hinter den enormen Erwartungen zurück. Zwar hat KI in den letzten Jahren ganz erstaunliche Dinge hervorgebracht. Aber oft fehlt es an dem, was für Investments am wichtigsten ist, nämlich einem tragfähigen Geschäftsmodell und Profitabilität. KI-Unternehmen wie OpenAI und Anthropic sind auf riesige Kapitalzufuhr angewiesen, während sie gleichzeitig defizitär sind.

Darüber hinaus hat sich die Generierung von KI als enorm kostspielig herausgestellt. Sogar Microsoft prüft intern den Umstieg auf preiswertere chinesische, oder jedenfalls Open Weight-Modelle. Den gigantischen Kosten stehen lediglich überschaubare Profite gegenüber: Weniger als zehn Prozent der Unternehmen, die KI einsetzen, sehen nennenswerte Gewinne.

Besonders problematisch sind die Kreislauffinanzierungen: Die großen Tech-Konzerne investieren in KI-Firmen. Und die kaufen im Gegenzug dafür wiederum Cloud Services und Chips bei eben diesen großen Unternehmen. Finanzierung, Nachfrage und Umsatz wachsen also nicht organisch, sondern sind bewusst ineinander verflochten. Geld wandert im Kreis.

Das ist ein Risiko für das gesamte System. Denn wenn ein Dominostein in dieser Kette fällt, könnte er alle anderen mitreißen und schlimmstenfalls sogar eine Finanzkrise auslösen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Ausbau der KI-Infrastruktur, wie Rechenzentren und Energieprojekte, mit hoher Verschuldung finanziert ist. Die Schuldentragfähigkeit ist wiederum eng an den Erfolg der KI-Unternehmen gekoppelt.

Die Blase besteht also weniger in der Technologie selbst, als in deren Finanzierung und in der Erwartung, dass am Ende immer jemand bereit sein wird, die Rechnung zu bezahlen. Wenn Investoren erkennen, dass sie zu optimistisch waren und ihre Investments zurückfahren, kommt eine Abwärtsspirale ins Rollen. Die Verluste werden dann voraussichtlich sozialisiert und wieder einmal von der Allgemeinheit getragen werden.

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