Wenn Kinder häufig Bauchschmerzen haben, könnte die Schule eine Rolle spielen
Wer immer wieder Bauchschmerzen hat, erlebt möglicherweise auch Belastungen in der Schule. In einer ungarischen Untersuchung berichteten Jugendliche mit Bauchschmerzen häufiger von schulischem Druck und Ausgrenzung. Solche funktionellen Schmerzen sind wiederkehrenden oder anhaltenden und lassen sich nicht durch eine organische Erkrankung erklären.
Schulstress und Ausgrenzung häufiger berichtet
Betroffene empfanden häufiger, dass es zu viele Leistungsüberprüfungen und zu wenig Ruhe im Unterricht gab oder Lehrer sie unfair behandelten. Auch Ausgrenzung und andere Schikanen durch Gleichaltrige kamen bei ihnen häufiger vor.
Die im International Journal of Pediatrics veröffentlichte Studie wertete Daten von 522 Schülern zwischen 11 und 18 Jahren aus. Die Ergebnisse zeigen Zusammenhänge. Sie belegen nicht, dass Schulstress oder Schikanen die Bauchschmerzen verursachen.
Bei über 80 Prozent schmerzt nicht nur der Bauch
Bei den Jugendlichen mit funktionellen Bauchschmerzen waren weitere Schmerzorte häufig: Rund 81 Prozent hatten Schmerzen an mindestens zwei Körperstellen. Besonders häufig wurden Kopfschmerzen genannt, außerdem Gelenk- und Rückenschmerzen. Bei mehr als der Hälfte bestanden die Beschwerden seit mindestens einem Jahr. „Wenn ein Kind im Schulalter Bauchschmerzen hat, kann es sich lohnen, genauer hinzusehen und zu fragen, ob es auch an anderen Stellen Schmerzen hat“, sagt Erstautor Dr. János Major von der Semmelweis-Universität.
Beschwerden ernst nehmen und nachfragen
Die betroffenen Jugendlichen hatten in allen untersuchten Bereichen eine schlechtere gesundheitsbezogene Lebensqualität. Sie fehlten häufiger in der Schule und nahmen häufiger regelmäßig Schmerzmittel. Bei 14,5 Prozent lag die Lebensqualität insgesamt im extrem niedrigen Bereich.Für Eltern kann es deshalb hilfreich sein, neben den Bauchschmerzen auch weitere Beschwerden und den Schulalltag anzusprechen: Fühlt sich das Kind unter Druck? Wird es ausgegrenzt oder gehänselt? Solche Fragen können helfen, Belastungen zu erkennen.