DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,96 % 52.361,58 Pkt 21:43:41 S&P 500 +0,17 % 7.676,77 Pkt 21:43:43 Nasdaq +0,62 % 26.169,38 Pkt 22:15:59 Nikkei +1,92 % 63.381,29 Pkt 03:35:03 Gold -0,43 % 4.020,90 USD 03:57:41 Silber -1,41 % 53,58 USD 03:57:17 Brent -0,89 % 109,75 USD 03:56:51 WTI -0,90 % 100,84 USD 03:57:41 Bitcoin -0,53 % 79.585,86 USD 04:07:43 EUR/USD -0,37 % 1,11760 USD 04:07:43 EUR/GBP -0,13 % 0,83740 GBP 04:07:47 EUR/CHF +0,05 % 0,92460 CHF 04:07:47 EUR/JPY +0,14 % 176,161 JPY 04:07:47

Wer darf jetzt abheben: Der Lufthansa- oder der Coca-Cola-Rivale?

Wirtschaft

Dienstag, 08. Juli: Levi Strauss

Trotz dank des KI-Booms anhaltend starkem Wirtschaftswachstum in den USA und einem robusten Jobmarkt, wie die am Donnerstag vorgelegten Zahlen gezeigt haben, befinden sich viele US-Verbraucherinnen und -Verbraucher angesichts der in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Lebenshaltungskosten in der Krise. Sie können sich immer weniger leisten – ganz zu schweigen die jüngere Generation, wo ein Eigenheim für viele in unerreichbare Ferne gerückt ist.

Diese Krise haben auch viele Einzelhändler zu spüren bekommen, vor allem wenn sie Produkte und Waren anbieten, die nicht explizit auf einkommensstarke Haushalte abzielen. In diesem brutal harten Wettbewerbsumfeld hat sich der Schöpfer der gleichnamigen Jeans Levi Strauss und seine Anteile bemerkenswert gut geschlagen. Im letzten Quartal meldete das Unternehmen einen Umsatzanstieg von 14,1 Prozent. Die Aktie spiegelt das mit einem Plus von knapp 27 Prozent in den vergangenen 12 Monaten wider – ein in der Branche gegenwärtig seltenes Bild.

Auch im abgelaufenen Quartal wird sich das Unternehmen gesteigert haben, so die Erwartung der Analystinnen und Analysten, die im Mittel einen Umsatzanstieg von 4,8 Prozent prognostizieren, während der bereinigte Gewinn pro Aktie (Non-GAAP) von 0,22 auf 0,24 US-Dollar geklettert sein soll. Allerdings hat der Markt angesichts der starken Performance der Aktie einen Teil des erwarteten Wachstums bereits vorweggenommen. Levi Strauss handelt für 2026 mit einem KGVe von 16,2 und damit um 12,7 Prozent über dem 5-Jahres-Mittel. Auch bei anderen Kennziffern ist das Papier im hohen ein- bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich überbewertet.

Am Optionsmarkt wettet eine knappe Mehrheit der Händlerinnen und Händler darauf, dass Levi Strauss die Erwartungen schlagen und die Aktie von den Zzahlen profitieren kann. 53,0 Prozent aller am Freitag in zwei Wochen verfallenden Optionskontrakte liegen auf der Call-Seite. Ihnen steht ein Put-Anteil von 47,0 Prozent gegenüber. Eingepreist ist eine Kursbewegung von 9,3 Prozent.

Mittwoch, 09. Juli: PepsiCo

Monatelang fristeten Basiskonsumgüterwerte und defensive Aktien bestenfalls ein Nischendasein, schlechtesten Falls hatten sie mit anhaltend hohen Kursverlusten zu kämpfen – dieses Schicksal traf vor allem die Hersteller von abgepackten Lebensmitteln. Sie alle dienten als Liquiditätsreservoir für Wetten auf den KI-Trade. Doch seit einigen Tagen fließt das Kapital wieder in die umgekehrte Richtung. Das ist nicht überraschend, denn viele Value-Aktien bieten aktuell günstige Unternehmensbewertungen und hohe Dividendenrenditen, während viele Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte hoffnungslos überbewertet sind.

Zu den zuletzt stark gebeutelten Aktien gehört auch Coca-Cola-Rivale PepsiCo. Nur dank einer starken Vorstellung am Donnerstag und Freitag liegt die Aktie gegenüber dem Jahreswechsel mit +0,5 Prozent hauchdünn im Plusbereich – und dass, obwohl sich das Geschäftswachstum bei PepsiCo zuletzt beschleunigt hatte und die aktuell stattfindende Fußball-WM ebenfalls für eine Sonderkonjunktur sorgen dürfte.

Angesichts einer günstigen Unternehmensbewertung mit einem KGVe 2026 von 16,7, das damit um fast ein Viertel unter dem 5-Jahres-Durchschnitt liegt, und einer Dividendenrendite von 4,0 Prozent stehen die Chancen daher gut, dass PepsiCo nach der Ergebnispräsentation mit einem Aufschlag gehandelt wird, wenn die Erwartungen übertroffen werden. Hierzu muss das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 23,96 Milliarden US-Dollar sowie einen Gewinn pro Aktie von 2,21 US-Dollar vorlegen. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspräche das einem Umsatzwachstum von +5,4 Prozent, beim Gewinn droht angesichts gestiegener Kosten jedoch ein Rückschritt um einen Cent.

Als defensiver Basiswert ist PepsiCo in der Regel nur wenig volatil, daher liegt die implizierte Kursbewegung hier bei 4,3 Prozent und damit etwas über dem Durchschnitt der vergangenen 6 Quartale. In diesen konnte die Aktie 4 Mal zulegen, 2 Mal fiel sie jedoch. Angesichts einer Put-Quote von 53,2 Prozent wettet eine Mehrheit darauf, dass sich die Bilanz zugunsten der Bären verbessert.

Donnerstag, 10. Juli: Delta Air Lines

Die Anteile von Fluggesellschaften gelten aufgrund ihrer hohen Zyklizität eigentlich als miserable Geldanlage – selbst Altmeister Warren Buffett hat sich hier schon die Finger verbrannt – doch die Anteile von Delta Airlines, der nach eigenen Angaben pünktlichsten Airline der Welt, geben sich aktuell alle Mühe, dieses Bild zu widerlegen.

Seit ihrem Jahrestief auf dem Höhepunkt des Iran-Krieges hat das Papier mehr als 50 Prozent an Wert gewonnen. Gegenüber dem Stand vor einem Jahr steht sogar ein Plus von 82,4 Prozent zu Buche. Davon können Lufthansa-Aktionäre trotz einer ebenfalls starken Performance (+39,3 Prozent) nur träumen. Fluggesellschaften profitieren aktuell davon, dass sie ihre Preise während des Nahost-Krieges zwar deutlich angehoben haben, jetzt aber nur zögerlich zu Preissenkungen bereit sind.

Ganz ohne Risiko ist die Rallye der Delta-Aktie jedoch nicht, im Gegenteil. Das KGV ist mit 16,2 für 2026 inzwischen um 67,3 Prozent über die historische Norm geklettert. Beim Kurs-Cashflow-Verhältnis liegt der Aufschlag sogar bei 84,3 Prozent. Das wird zwar teilweise durch das Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis von 1,17, das damit um rund ein Drittel unter dem Durchschnittswert der Branche liegt gerechtfertigt, doch Delta Airlines darf sich weder bei den Zahlen zum abgelaufenen noch beim Ausblick auf das kommende Quartal einen Schnitzer erlauben. Sonst dürfte eine Bewertungskorrektur drohen. Vom Markt gefordert ist ein Umsatzergebnis von 18,78 Milliarden US-Dollar, das damit um 12,8 Prozent über dem Vorjahresniveau läge. Beim Gewinn pro Aktie ist angesichts der zwischenzeitlich stark gestiegenen Treibstoffkosten aber erstmal ein Rückgang von 2,10 auf 1,48 US-Dollar (-29,5 Prozent) zu erwarten.

Gegenüber Airlines hat sich das Sentiment mit dem Ende des Iran-Krieges und fallenden Energiepreisen schlagartig verbessert. Zumindest für die Zahlen gilt unter Optionshändlerinnen und -händlern aber Zurückhaltung. Einem Call-Anteil von 44,6 Prozent steht eine Mehrheit von Put-Optionen gegenüber. Gerechnet werden muss mit einer Kursbewegung von ± 7,1 Prozent.

Weitere nennenswerte US-, China-ADR-Quartalszahlen:

Wert Datum Zeit erw. EPS erw. Umsatz erw. Kursbew. Börsenwert Pengiun Solutions Di., 07.07. Nachbörse 0,56 $ 421,4 Mio. $ ± 26,2 % 3,2 Mrd. $ Enerpac Tool Group Di., 07.07. Nachbörse 0,49 $ 164,5 Mio. $ ± 6,4 % 1,8 Mrd. $ PriceSmart Mi., 08.07. Vorbörse 1,19 $ 1,45 Mrd. $ ± 7,3 % 6,1 Mrd. $ Helen of Troy Mi., 08.07. Vorbörse 0,01 $ 374,6 Mio. $ ± 16,6 % 655,4 WD-40 Do., 09.07. Nachbörse 1,57 $ 172,8 Mio. $ ± 8,9 % 3,3 Mrd. $ Simply Good Food Do., 09.07 Vorbörse 0,35 $ 332,6 Mio. $ ± 14,0 % 1,2 Mrd. $

* Earnings per Share / Gewinn pro Aktie (Non-GAAP, bereinigt)

** Immobilieninvestitionsfonds (REIT), daher Funds from Operations (FFO) statt EPS

Stand: Samstag, 04. Juli, 20:30 Uhr (MESZ)

Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

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