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Wer diese Regel nicht kennt, zahlt für die Taxifahrt zu viel

Welt

Startseite Panorama Polizei warnt Urlauber in Griechenland: Wer diese Regel nicht kennt, zahlt für die Taxifahrt 175 Euro Von: Nicolas Kaufmann Uns auf Google folgen In beliebten Urlaubsgebieten in Griechenland kommt es derzeit vermehrt zu Abzocke bei Taxifahrten. Worauf Touristen jetzt achten müssen, wie sie sich wehren. Athen – Vorsicht ist momentan in Griechenland geboten. In touristischen Regionen häufen sich Fälle, in denen Taxifahrer Reisenden deutlich überhöhte Preise berechnet haben sollen. In den vergangenen Wochen hat die griechische Polizei ein dutzend Personen in verschiedenen Urlaubsorten festgenommen. Mitte Juni kam es auf Kreta zu drei Festnahmen. Die Taxifahrer:innen sollen am Ende der Fahrt einen höheren Fahrpreis verlangt haben, als auf Taxameter und Quittung ausgewiesen war. Wenige Tage später folgten auf der Ägäis-Insel Samos drei weitere Festnahmen. Zwei Fahrer sollen unzulässig den doppelten Tarif berechnet haben. Ein Dritter soll einen überhöhten Fahrpreis gefordert haben. Auch Anfang Juli wurde eine Taxifahrerin auf Samos festgenommen, weil sie den doppelten Tarif im Taxameter eingestellt haben soll. Besonders dreist war wohl ein Taxifahrer in Athen, der für die Strecke vom Flughafen ins Stadtzentrum 175 Euro verlangt haben soll. Das entspricht etwa dem Vierfachen des vorgeschriebenen Preises. Polizei warnt Urlauber: Wer diese Regel nicht kennt, zahlt für die Taxifahrt 175 Euro Weitere Festnahmen gab es in der Kleinstadt Lavrio südöstlich der griechischen Hauptstadt. Drei Taxifahrer sollen für die Fahrt vom Hafen Lavrio zur Akropolis in Athen jeweils 200 Euro verlangt haben, obwohl für die etwa 60 Kilometer lange Strecke laut Polizei ein Tarif von 150 Euro üblich ist. Der vierte Fahrer soll für eine lediglich 1,5 Kilometer lange Fahrt vom Stadtzentrum in Lavrio zum örtlichen Hafen zwölf statt vier Euro verlangt haben. Nach mehreren Einsätzen erklärte die Polizei in einer Pressemitteilung erneut: „Die Kontrollen werden mit dem Ziel, das Sicherheitsgefühl der reisenden Bürger:innen zu festigen, fortgesetzt.” Schließlich sind die Preise für Taxifahrten in Griechenland gesetzlich geregelt. Die Grundgebühr beträgt 1,80 Euro. Tagsüber werden 0,90 Euro pro Kilometer berechnet. Zwischen Mitternacht und 5 Uhr sowie bei Fahrten außerhalb des jeweiligen Pflichtfahrgebiets steigt der Kilometerpreis auf 1,25 Euro. Der Mindestfahrpreis liegt bei vier Euro. Hinzu kommen festgelegte Zuschläge. Für Fahrten von oder zu einem Flughafen dürfen vier Euro berechnet werden. An Häfen, Bahnhöfen oder Fernbusbahnhöfen fällt ein Zuschlag von 1,07 Euro an. Für Gepäckstücke von mehr als zehn Kilogramm dürfen jeweils 39 Cent berechnet werden. Für einige Strecken gelten verbindliche Festpreise. Zwischen dem Athener Flughafen und dem Stadtzentrum kostet eine Fahrt tagsüber 40 Euro, nachts 55 Euro. Zwischen dem Flughafen Thessaloniki und der Innenstadt gelten Festpreise von 25 beziehungsweise 35 Euro. In Kavala kostet die Strecke zwischen Flughafen und Stadt tagsüber 40 und nachts 55 Euro. Wer ein Taxi nutzt, sollte auf das Taxameter achten. Es muss im vorderen Bereich des Fahrzeugs gut sichtbar angebracht sein. Nach der Fahrt empfiehlt es sich, stets eine Quittung zu verlangen. Darauf ist unter anderem das Kennzeichen vermerkt, das für eine Beschwerde wichtig ist. Außerdem müssen Taxis in Griechenland Kartenzahlungen akzeptieren. Ein entsprechender Aufkleber im Fahrzeug muss darauf hinweisen, dass die Zahlung mit Bank- oder Kreditkarte möglich ist. Verweigert eine Fahrerin oder ein Fahrer die Kartenzahlung, oder besteht der Verdacht auf steuerrechtliche Verstöße, können Betroffene dies über die Hinweisgeberplattform der griechischen Steuerbehörde AADE sowie per E-Mail an kataggelies@aade.gr melden. Bei manipulierten Taxametern, überhöhten Fahrpreisen oder dem Verdacht auf Betrug sollte die griechische Polizei unter der Rufnummer 100 verständigt werden. Hilfreich ist dabei das Kennzeichen des Taxis. Überhöhte Taxirechnungen sind in Griechenland kein neues Phänomen. Vor allem in stark besuchten Urlaubsorten wie Athen oder auf der beliebten Partyinsel Mykonos warnen Reisende auf Bewertungsplattformen wie Tripadvisor seit Jahren vor überteuerten Preisen. Zuletzt meldet die Polizei allerdings häufiger Verstöße. Kürzlich reagierte auch die Gewerkschaft der Taxifahrer von Attika, die den Großraum um Athen umfasst, und distanzierte sich deutlich von den jüngsten Vorfällen. Sie bezeichnete das Verhalten der betroffenen Fahrer:innen als „absolut verwerflich”. Die große Mehrheit arbeite „verantwortungsbewusst, professionell und mit absolutem Respekt vor den Fahrgästen und dem Gesetz”. Eine kleine Minderheit schade jedoch dem Ansehen der gesamten Branche. Die Gewerkschaft fordert deshalb strikte Kontrollen und Sanktionen gegen Regelverstöße. Tatsächlich verschärft die griechische Regierung zunehmend die Maßnahmen zum Verbraucherschutz. Über das Taxigewerbe hinaus will sie die Rechte im Tourismussektor stärken. Das Tourismusministerium hat dafür ein neues Beschwerdeverfahren für touristische Dienstleistungen eingeführt. Es betrifft unter anderem Vereinbarungen mit Reisebüros, Urlaubspakete und Beförderungsleistungen. Reisende können Beschwerden persönlich, telefonisch über die Hotline 1572 oder per E-Mail an touristcomplaints@mintour.gr einreichen. Teilweise sind auch anonyme Meldungen möglich. Wer das Risiko einer überteuerten Fahrt möglichst gering halten möchte, kann auf Taxi-Apps wie Freenow, Taxiplon oder Uber zurückgreifen. Dort lassen sich Fahrten online buchen, der voraussichtliche Preis wird vor Fahrtbeginn angezeigt und die Bezahlung kann digital erfolgen. Zudem werden Fahrer:innen, Fahrzeug und Strecke dokumentiert. Nach Angaben der Anbieter werden in der Regel lizenzierte Personen vermittelt. Die jüngsten Festnahmen zeigen zwar, dass es weiterhin Betrüger:innen gibt. Zugleich machen sie aber deutlich, dass die Behörden inzwischen konsequenter gegen Verstöße vorgehen. Für die große Mehrheit der Urlaubenden verlaufen Taxifahrten in Griechenland weiterhin problemlos. Wer seine Rechte kennt und einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet, kann das Risiko einer teuren Überraschung deutlich verringern.

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