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Wer eine Solaranlage hat, der sollte neuen Smart Meter kennen

Technologie

Auf vielen Hausdächern in Oberschwaben produzieren Photovoltaikanlagen inzwischen Strom. Doch wer Solarstrom künftig möglichst effizient nutzen oder sogar mit anderen teilen möchte, wird an einer Technik kaum vorbeikommen: dem Smart Meter. Die intelligenten Stromzähler sollen nach und nach die bisherigen Messgeräte ersetzen und eröffnen neue Möglichkeiten – von dynamischen Stromtarifen bis hin zum sogenannten Energy Sharing. „Der Smart Meter wird derzeit bei Themen wie negative Börsenstrompreise, dynamische Tarife, Netzausbaukosten oder Energy Sharing immer im gleichen Atemzug genannt“, sagt Michael Maucher von der Energieagentur Oberschwaben in Ravensburg. Für Besitzer einer Photovoltaikanlage lohne es sich deshalb, sich schon heute mit der Technik zu beschäftigen. Für viele Anlagen wird der Smart Meter ohnehin Pflicht Für zahlreiche Photovoltaik-Besitzer stellt sich die Frage nach dem Smart Meter künftig ohnehin nicht mehr freiwillig. Gesetzlich vorgeschrieben ist der Einbau unter anderem für Haushalte mit einem Jahresstromverbrauch von mehr als 6000 Kilowattstunden sowie für Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mehr als sieben Kilowatt. Bis spätestens 2032 sollen alle Haushalte mindestens mit einer modernen Messeinrichtung oder einem intelligenten Messsystem ausgestattet sein. Wer heute eine neue Photovoltaikanlage plant, kommt laut Maucher häufig ohnehin nicht mehr am Smart Meter vorbei. Neue Anlagen müssen regelbar sein, wodurch intelligente Messsysteme zunehmend zum Standard werden. Sein Fazit: „Eine kostengünstige Transformation zu erneuerbarem Strom gelingt nur, wenn Erzeugung und Verbrauch sinnvoll zusammengebracht werden.“ Genau dafür werde der Smart Meter künftig eine zentrale Rolle spielen. Mehr als nur ein digitaler Stromzähler Denn der Smart Meter kann deutlich mehr als den Stromverbrauch erfassen. Während herkömmliche Stromzähler lediglich einen Zählerstand liefern, zeichnet das intelligente Messsystem Verbrauch und Einspeisung im 15-Minuten-Takt auf. Dadurch entsteht ein genaues Bild davon, wann Strom erzeugt, selbst genutzt oder ins Netz eingespeist wird. Maucher vergleicht das mit einem Gesundheitscheck: „Der Smart Meter zeichnet permanent das ,EKG‘ meines Strombedarfs beziehungsweise meines Stromüberschusses auf.“ Aus diesen Daten lasse sich ableiten, wie sich der Eigenverbrauch optimieren und die Photovoltaikanlage wirtschaftlicher betreiben lasse. Dynamische Stromtarife und Energy Sharing Besonders wichtig werden Smart Meter bei dynamischen Stromtarifen. Anders als bei klassischen Tarifen richtet sich der Strompreis dabei nach Angebot und Nachfrage an der Strombörse. Gibt es besonders viel Strom aus Wind- und Solaranlagen, sinken die Preise. Wer dann beispielsweise seinen Batteriespeicher lädt oder größere Verbraucher einschaltet, kann Strom günstiger beziehen. Noch einen Schritt weiter geht das sogenannte Energy Sharing. Seit dem 1. Juni erlaubt der Gesetzgeber grundsätzlich, Strom aus einer Photovoltaikanlage über das öffentliche Netz mit anderen zu teilen – etwa innerhalb einer Energiegemeinschaft. Bis solche Modelle im Alltag eine größere Rolle spielen, dürfte allerdings noch Zeit vergehen. „Der rechtliche Rahmen ist geschaffen, die Umsetzung in der Praxis wird aber noch etwas auf sich warten lassen“, sagt Maucher. Die Umstellung der IT-Systeme, der weitere Einbau von Smart Metern und regulatorische Vorgaben müssten zunächst umgesetzt werden. Warum ohne Smart Meter vieles nicht funktioniert Für das Energy Sharing spielt der Smart Meter eine entscheidende Rolle. Denn es muss jederzeit nachvollziehbar sein, wann Strom aus der gemeinsamen Photovoltaikanlage zur Verfügung steht und wann zusätzlicher Strom vom Energieversorger bezogen wird. „Nur so ist eine gerechte Kostenverteilung möglich“, erklärt Maucher. Herkömmliche Stromzähler könnten diese zeitgenaue Erfassung nicht leisten. Erst intelligente Messsysteme machten eine Abrechnung in 15-Minuten-Intervallen möglich. Auch darüber hinaus sollen Smart Meter künftig helfen, die Stromnetze besser zu steuern. Sie liefern wichtige Informationen über die Auslastung der Netze und ermöglichen es perspektivisch, Wärmepumpen, Wallboxen oder Batteriespeicher gezielt einzubinden. Gleichzeitig erhalten Verbraucher einen deutlich besseren Überblick über ihren Stromverbrauch und können Stromfresser leichter erkennen.

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