DAX -0,07 % 26.372,35 Pkt 15:49:26 MDAX +0,22 % 32.296,49 Pkt 15:49:26 Euro Stoxx 50 +0,44 % 6.562,48 Pkt 15:49:15 Dow Jones +0,35 % 53.977,77 Pkt 16:04:26 S&P 500 +0,97 % 7.803,50 Pkt 16:04:18 Nasdaq +1,41 % 26.818,32 Pkt 16:04:21 Nikkei +1,16 % 68.308,59 Pkt 08:45:03 Gold +0,53 % 4.432,20 USD 15:54:24 Silber -0,69 % 65,11 USD 15:54:24 Brent -2,94 % 86,36 USD 15:54:24 WTI -3,15 % 80,65 USD 15:54:26 Bitcoin +0,36 % 63.631,89 USD 16:04:23 EUR/USD -0,08 % 1,15350 USD 16:04:20 EUR/GBP -0,01 % 0,85430 GBP 16:04:26 EUR/CHF +0,11 % 0,93720 CHF 16:04:25 EUR/JPY -0,08 % 183,702 JPY 16:04:26

Wer ist Dimitar Mitov?

Sport

Mit Dimitar Mitov hat der FC St. Pauli einen Keeper als Nummer zwei verpflichtet, der große Ähnlichkeiten zu einem beim FCSP sehr bekannten Torwart hat. (Titelfoto: FC St. Pauli) Das halbe Dutzend ist voll. Dimitar Mitov ist der sechste Neuzugang des FC St. Pauli in diesem Sommer. Er wechselt für eine dem Vernehmen nach mittlere sechsstellige Ablöse von Aberdeen FC zum FCSP. Zuvor kamen bereits der Offensivspieler Branimir Hrgota, die Mittelfeldspieler Sam Klein und Gísli Thórdarson, der Außenverteidiger Rony Jansson und der Innenverteidiger Marcus Mathisen. Zu allen diesen Spielern haben wir ausführliche Profile (meist sogar flankiert von einer ausführlichen Einschätzung vom Global Soccer Network) erstellt. Wenn Ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, dann findet Ihr hier alle Infos dazu. Danke! The Story So Far Dimitar Mitov wurde im Januar 1997 in Kosloduj geboren, einer Stadt im Nordwesten von Bulgarien. Bis 2013 spielte er für Chavdar Etropole, einen Club, der im Herrenbereich in den unteren Ligen Bulgariens unterwegs ist. Für Mitov ging es bereits mit 16 Jahren raus aus Bulgarien: Er wechselte in die Jugendakademie von Charlton Athletic. 2014 tauchte er erstmals in einem Spieltagskader im Herrenbereich auf, er musste sich bis zu seinem ersten Einsatz im Profibereich aber noch lange gedulden. Aber sein Tor, das er in dieser Zeit erzielt hat, solltet Ihr trotzdem gesehen haben. International war Dimitar Mitov zu dieser Zeit aber schon im Einsatz, er feierte bereits 2012 sein Debüt im Trikot der U16 Bulgariens. Seitdem kamen in verschiedenen U-Teams und auch der A-Nationalmannschaft insgesamt 27 Einsätze hinzu und auch in diesem Jahr stand er bereits für Bulgarien zwischen den Pfosten. Noch als Jugendlicher nach England Im Jahr 2015 wechselte Dimitar Mitov leihweise für kurze Zeit zum Canvey Island FC und kam dort auf einen Einsatz in der Isthmian League, einer semi-professionellen Liga in einigen Regionen Englands. Im Profibereich kam er dann 2017 erstmals zum Einsatz – aber nicht für Charlton Athletic. Mitov wechselte im Sommer 2017 zu Cambridge United in die League Two, also die vierte englische Liga. Dort spielte er in drei Jahren unter anderem gegen Oldham Athletic, Mansfield Town und die Bolton Wanderers – und traf damit auf Dapo Afolayan (ein paar seiner Aktionen aus der Saison 18/19 seht Ihr hier). Mehr oder weniger mit ihm zusammen stieg Dimitar Mitov dann 20/21 auch auf, Cambridge und Bolton schafften gleichzeitig den Sprung in die League One. Mitov kam in seinen drei Jahren in der League Two zwar jeweils auf mehr als 20 Einsätze, ein unangefochtener Stammtorhüter war er aber nicht. Das änderte sich 21/22. Eine Liga höher verpasste er für Cambridge kein Spiel auf dem Rasen. Dabei musste er unter anderem einen Gegentreffer von Dapo Afolayan hinnehmen, doch er hielt mit seinem Club die Klasse. Pokalheld in Aberdeen Auch in der Folgesaison war Dimitar Mitov in der League One Stammtorhüter für Cambridge United. Im Sommer 2023 kam nach sechs Jahren seine Zeit dort zu einem Ende. Für Mitov ging es zu St. Johnstone in die erste schottische Liga, die Premiership. Dort war er die klare Nummer eins und konnte mit seinen Leistungen offenbar mindestens einen anderen Club in der Liga beeindrucken: Nach nur einer Saison bei St. Johnstone ging es bei Aberdeen FC weiter. Dort hatte er in seiner ersten Saison mit Verletzungen zu kämpfen. Erst mit einer Muskelverletzung im Bein, dann mit einer Schulterverletzung. Doch diese letzte Verletzung hielt ihn nicht davon ab, im schottischen Pokalfinale zwei Elfmeter gegen Celtic Glasgow zu halten – Aberdeen holte so sensationell den schottischen Pokal. In der Saison 25/26 war Dimitar Mitov in Aberdeen weiterhin Stammtorwart und stand unter anderem auch in der Conference League zwischgen Pfosten. Diesen Winter bekan er dann mit Afeez Aremu einen Mitspieler, der ihm sicherlich bereits ein wenig was über den FC St. Pauli erzählen konnte. Das dürfte ihn interessiert haben – weil er sich nach neuen Clubs umgeschaut hat. Denn seine Situation hatte sich in diesem Sommer etwas verändert: Aberdeens Sportdirektor Lutz Pfannestiel hat mit Marius Müller vom VfL Wolfsburg einen Torhüter verpflichtet, der Mitov als Nummer eins abgelöst hat. So verlässt Dimitar Mitov 2026 nach zwölf Jahren wieder die Insel und schlägt beim FC St. Pauli ein neues Kapitel in seiner Karriere auf. Das sagen die Experten Um mehr über Dimitar Mitov zu erfahren, seine Stärken und Schwächen und sein Wirken bei seiner letzten Station in Aberdeen, haben wir bei den Machern von zwei Podcasts nachgefragt. Glen Schreuder, Host des „Red Tinted Glasses“-Podcasts und die Macher vom „Here We Go!“-Podcasts haben uns ein paar Antworten geliefert. Moin zusammen! Dimitar Mitov wechselt in die 2. Bundesliga. Passt der Wechsel aus Eurer Sicht? Glen (Red Tinted Glasses): Ich denke, das passt gut zusammen. Dimi ist ein motivierter Torwart, er kam nach Aberdeen, um Titel zu gewinnen, und das hat er auch geschafft. Jetzt wird er versuchen, St. Pauli zurück in die Bundesliga zu führen. Here We Go!: Aus Sicht von Aberdeen geht es nicht so sehr darum, wie gut er zu St. Pauli passen wird, sondern vielmehr darum, dass er offenbar nicht zum neuen Sportdirektor Lutz Pfannenstiel passt, der Ende letzten Jahres ernannt wurde. Dieser scheint einen Torwart zu bevorzugen, der gut mit dem Ball umgeht, was nicht zu Dimis Stärken zählt. Was sind seine Stärken auf dem Platz und was können wir von ihm nicht erwarten? Glen: Seine Stärken liegen darin, dass er ein großer, imposanter Torwart ist. Er ist gut im Parieren von Elfmetern und rundum zuverlässig in der Torverteidigung. Ich hätte zwar einige Bedenken hinsichtlich seines Spielaufbaus und seiner Kontrolle im Strafraum, aber insgesamt ist er eine sehr solide Verstärkung für den FC St. Pauli. Ich würde nicht erwarten, dass er ein Torwart ist, der schnellen Fußball aus der Abwehr heraus spielt, denn dabei können bei seinem Spielaufbau Fehler passieren. Here We Go!: Seine Athletik ist gut und sein Antizipationsvermögen ist eine weitere Stärke. Die meisten Aberdeen-Fans würden wohl sagen, dass die Verteidigung bei Standardsituationen seine große Schwäche ist, aber ich habe den Eindruck, dass er einem Abwehrverbund zum Opfer fiel, der keine Bälle gewinnen konnte und auf die Hilfe des Torhüters angewiesen war. Daher hat er wahrscheinlich versucht, mehr Bälle zu erobern, als er in solchen Situationen realistisch hätte erreichen können. Wie bereits erwähnt, ist er nicht der Typ, der das Spiel mit präzisen Pässen aus mittlerer Distanz aufbaut. Gut in der Torverteidigung, Probleme im Spiel mit dem Ball Mitov kommt als Nummer 2 zum FC St. Pauli. Kann er mit dieser Rolle umgehen? Glen: Er war hier in dieser Saison Ersatztorwart. Ich glaube, er kann diese Rolle gut ausfüllen, aber ich gehe davon aus, dass er versuchen wird, sich als Nummer 1 zu behaupten. Soweit ich gehört habe, ist er ein sehr guter Teamplayer und wird den anderen Torwart von der Seitenlinie aus motivieren und anspornen. Here We Go!: Ich glaube, er wird die Chance auf einen Neuanfang in Hamburg genießen, auch wenn natürlich jeder Spieler gerne als Nummer eins starten möchte. Und er wird an sich selbst und seinen Erfolg glauben, wenn er die Chance bekommt. Was für eine Person ist Dimitar Mitov neben dem Platz? Glen: Dimi ist ein netter Kerl, der sich in den Verein und bei den Fans gut einfügen wird. Ich hoffe, er kann euch auf dem Platz zeigen, was er draufhat, und ihr erkennt, dass er ein guter Mensch und auch ein guter Torwart ist. Here We Go!: Ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich sagen kann, wie er abseits des Spielfelds ist, aber bei seinen Mannschaftskameraden schien er auf jeden Fall sehr beliebt zu sein. Fest steht jedoch: Unabhängig von den Problemen, die er in den letzten zwölf Monaten hatte, wird Dimi wegen seiner beiden Paraden im Elfmeterschießen, die uns im vergangenen Mai den schottischen Pokal beschert haben, immer einen Platz im Herzen der Aberdeen-Fans haben. Vielen Dank nach Aberdeen für die Einblicke! Das sagt der visuelle Eindruck und das Global Soccer Network Das Videostudium und die Einschätzung des GSN bestätigen, was die Experten sagen. Basierend auf den Videosequenzen, die ich mir in der Wyscout-Datenbank von ihm angeschaut habe, ist Dimitar Mitov ein Torhüter, der in der Kernkompetenz des Torwartspiels, der Torverteidigung, sehr stark ist. Auch das Global Soccer Network zählt das Eins-gegen-Eins und die Reflexe zu seinen Stärken. Er ist mit 1,93m ausreichend groß und weiß diese Größe für sich zu nutzen. Seine Art im Tor ist unaufgeregt (auch wenn er gerne fliegt) und er strahlt allgemein Ruhe aus. Seine Reflexe sind bemerkenswert, seine Bewegungen in Anbetracht seiner Größe ebenfalls. Er schafft es nicht nur, schnell zu reagieren, sondern auch den Körper in hohem Tempo zu koordinieren. Das macht ihn zu einem zuverlässigen Torhüter. Allerdings gilt das nur für Bewegungen bei der Torverteidigung, seinen Antritt zählt GSN explizit nicht zu seinen Stärken, seine Sprungkraft aber schon, was es ihm ermöglicht, auch mal einen „Unhaltbaren“ rauszufischen. Sowohl in der Saison 23/24 als auch 24/25 war Dimitar Mitov jeweils führend in der Statistik „prevented goals per 90“ (expected goals against minus Gegentreffer), einer Metrik, die nicht perfekt ist, aber trotzdem einen Hinweis darauf liefert, ob Torhüter gut oder nicht so gut in der Torverteidigung sind. Kein „sweeper keeper“ Wenn Mitov den Kasten für Verteidigungsaktionen verlässt, dann wird es etwas wackeliger. Hohe Bälle fängt er zwar sicher ab, faustet sie aber in Risikosituationen auch oft weg, agiert also eher konservativ. Da gibt es sicher Torhüter, die mehr Flanken abfangen, aber zuverlässig ist er trotzdem. Zudem hat er Probleme, bei hohen Bällen Entscheidungen zu treffen (da gibt es aber nur wenige Torhüter, die hier super sicher sind). Das Global Soccer Network erklärt: „Mitov bringt eine gute Grundqualität bei hohen Zuspielen in seine unmittelbare Torzone mit. Seine Körpergröße von 1,93 m hilft ihm, Flugbahnen einzuschätzen und Bälle in erreichbaren Räumen sauber zu sichern. Besonders wenn er eine klare Ausgangsposition besitzt und nicht durch mehrere Spieler blockiert wird, kann er hohe Bälle zuverlässig aufnehmen.“ Ausbaufähig ist sein Spiel mit dem Ball am Fuß, es ist ganz sicher nicht seine Stärke. Zwar ist es nicht so, dass er gar nicht ins Aufbauspiel mit eingebunden werden sollte. Aber wenn der FC St. Pauli einen fähigen mitspielenden Torhüter sucht, dann wäre Dimitar Mitov sicher nicht die beste Wahl. Das Global Soccer Network nennt vor allem seinen ersten Kontakt „ausbaufähig“, durch den er sich selbst unter zusätzlichen Druck setze. Zudem sei er in der klassischen Torverteidigung stark, aber nicht im Kontrollieren von größeren Räumen, auch deshalb, weil sein Antritt nicht der beste sei, so GSN. Entsprechend ist Dimitar Mitov kein „sweeper keeper“, kein mitspielender Torwart, der im Spielaufbau und bei hoher Positionierung des eigenen Teams eher den Libero gibt. Ähnlichkeiten zu ehemaligem FCSP-Torwart Das Global Soccer Network bezeichnet Dimitar Mitov aufgrund seines Profils als „Startelfkandidat mit realistischer Perspektive auf die Nummer eins“. Sein aktueller GSN-Index beträgt 61,4, er befindet sich damit an der Schwelle zum Bundesliganiveau. Mit einem möglichen GSN-Index von 65,2 ist zudem noch einiges an Verbesserung möglich, vor allem im Bereich der Raumverteidigung und beim Spiel mit dem Ball. Falls ihr für die verbesserte Vorstellungskraft einen bekannten Keeper zum Vergleich haben wollt, dessen Profil ich als sehr ähnlich empfinde, gebe ich euch diesen gerne. Sehr stark in der Torverteidigung, strahlt Ruhe aus, ist nicht so stark mit dem Ball am Fuß und in der Raumverteidigung: Hallo Nikola Vasilj! Der FC St. Pauli ist auch weiterhin eine Adresse für gute Torhüter. Bereits die Situation, dass Ben Voll jahrelang die Nummer zwei hinter Nikola Vasilj gewesen ist, war sehr komfortabel für den Club. Nun ist Vasilj weg, Voll die neue Nummer eins und der FCSP holt mit Dimitar Mitov einen Torhüter, der auf Zweitliganiveau bei einigen anderen Clubs wohl regelmäßig das Tor hüten würde und der vom Profil her Vasilj sehr ähnlich ist. Man darf gespannt sein, wie er die Rolle als Nummer zwei nun annehmen wird. Ein gesunder Konkurrenzkampf ist sicher hilfreich für die Situation im Tor des FC St. Pauli. Ebenfalls wichtig dürfte sein, welche Rolle Mitov in der Kabine einnehmen kann. Dahingehend sind die Einschätzungen aus Aberdeen recht hilfreich und positiv. Und sollte Dimitar Mitov nicht nur aus sportlicher Sicht Ähnlichkeiten mit Niko Vasilj haben, dann brauchen wir uns da keine Sorgen machen. Vieles deutet darauf hin, dass der FC St. Pauli einen wirklich guten Fang gemacht hat. Herzlich Willkommen am Millerntor, Dimitar Mitov! // Tim Alle Beiträge beim MillernTon sind gratis. Wir freuen uns aber sehr, wenn Du uns unterstützt. Das Verfassen von Kommentaren ist nur nach Registrierung möglich. Bitte bei Bedarf eine E-Mail mit Klarnamen und gewünschtem Username an Maik@MillernTon.de schicken.

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