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Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Fabio Quartararo

Sport

Liebe MotoGP-Fans,

51 Sekunden! Mit diesem Rückstand kam Fabio Quartararo in Aragon als Letzter ins Ziel. Er war sogar noch hinter Ersatzfahrer Lorenzo Savadori. Im Vergleich dazu kämpfte Jack Miller wie ein Löwe.

Schon im Sprint fuhr Miller tapfer und verpasste einen WM-Punkt nur um eine Zehntelsekunde. Im Grand Prix wäre er fast Zehnter geworden und verlor erst zum Schluss einen Platz an Brad Binder, weil sein Hinterreifen am Ende war.

Mit einem unterlegenen Motorrad waren das tolle Leistungen von Miller. Er ist raus bei Yamaha, er ist raus aus der MotoGP, aber er gibt alles, fährt sich das Herz aus der Seele, beißt, kämpft und versucht, alles herauszuholen.

Das ist bei Quartararo nicht mehr zu sehen. Er hat aufgegeben und Aragon scheint der endgültige Bruch mit Yamaha gewesen zu sein. Mit Abstand Letzter zu werden wirkt schon fast wie Arbeitsverweigerung.

Schon nach der ersten Runde war der Franzose Letzter. Aber fragen wir ihn zunächst, warum er so weit hinten war. Er ist in der Anfangsphase mehrmals von der Strecke abgekommen.

"Der Start war nicht besonders gut, aber auch nicht schlecht", berichtet Quartararo. "Ich habe Marini überholt, der mich gleich in der ersten Runde wieder überholt hat. Auf der Gegengeraden zogen dann Binder und Marini an mir vorbei."

"Ich befand mich im Windschatten, es wurde früher gebremst als erwartet, doch mein Hinterrad blockierte, und ich kam komplett weit. Kurz darauf, hinter Toprak, blockierte in Kurve 7 mein Vorderrad, ich fuhr weit."

"Danach blockierte alles erneut, und ich landete komplett im Kiesbett. Ich schätze, diese eine Runde war etwa 15 Sekunden langsamer als normal, und danach lag ich leider wirklich weit zurück."

Sei's drum. Aragon war noch nie eine gute Strecke für Quartararo. Sein bestes Ergebnis auf dieser Strecke ist ein fünfter Platz aus seiner Rookie-Saison 2019. Aber was er abseits der Strecke an diesem Wochenende gesagt hat, ist entscheidend.

Quartararo hatte nie Vertrauen ins V4-Projekt von Yamaha

Zunächst müssen wir einen Blick zurückwerfen. Im September 2025 ist Quartararo die neue V4-Yamaha bei einem privaten Test in Barcelona zum ersten Mal gefahren. Das war ein entscheidender Moment.

Denn in diesem Moment hat er das Vertrauen in Yamaha verloren und hat für sich entschieden, dass dieses Projekt nicht seine Zukunft ist. Deshalb hat er über den Winter den Wechsel zu Honda eingefädelt.

Somit war von Anfang an klar, dass sich Quartararo in diesem Jahr nicht mehr voll reinhängen und alles geben wird. Als er im Frühling nach seinen Saisonzielen gefragt wurde, hat er mehrmals gesagt, dass sein einziges Ziel ist, sich nicht zu verletzen.

Das kann ich auch nachvollziehen. Wir sehen aktuell bei Maverick Vinales, wie langwierig eine Schulterverletzung sein kann. Im Endeffekt beendet sie seine Karriere.

Oder blicken wir auf Jorge Lorenzo zurück. Im Herbst 2018 zog er sich Verletzungen zu und wechselte nicht fit von Ducati zu Honda. Das war alles andere als ideal und führte zu einer weiteren Verletzung in Assen und letztendlich zum Karriereende.

Deswegen kann ich durchaus verstehen, dass sich Quartararo nicht so wie Miller das Herz aus der Seele fährt und alles riskiert. Ob ein ehemaliger Weltmeister wie Quartararo jetzt Elfter oder 14. wird, macht für ihn keinen Unterschied.

Trotzdem wäre es gut, wenn er sich in den Dienst von Yamaha stellen würde und beim neuen V4-Projekt so gut es geht hilft. Denn er verdankt Yamaha alles. Nicht nur seinen Weltmeistertitel, sondern auch sein luxuriöses Leben.

Deshalb war Quartararo in Aragon so verärgert

In Aragon sagte er am Samstag, dass er "keine Lust" mehr hat, Dinge zu testen, weil er erneut ein Chassis testen musste, das laut seinem Gefühl schon beim ersten Mal kein Fortschritt war. Er verstehe nicht, warum er das dann mehrmals testen muss.

"Auf jeden Fall bin ich in Zukunft nicht in der Lage, zu helfen. Und aus persönlichen Gründen habe ich auch keine Lust dazu", waren seine Worte am Samstag. Das wird im Paddock als endgültiger Bruch mit Yamaha interpretiert.

Am Sonntag erklärte Quartararo dann seine Beweggründe für diese Aussagen: "Um es klarzustellen: Ich weiß nicht, ob ich das sagen darf, aber ich sage es trotzdem. Ich wollte den Test in Österreich fahren."

"Doch leider möchte Yamaha nicht, dass ich mit den Pirelli-Reifen fahre. Ich wollte etwas beitragen, aber sie wollen es nicht." Damit meint er den Montagstest nach dem Grand Prix von Österreich.

An diesem Tag dürfen die Stammfahrer die neuen 850er-Prototypen mit Pirelli-Reifen testen. Allerdings ist davon auszugehen, dass nur wenige Stammfahrer wirklich an diesem Tag fahren werden, weil viele für 2027 die Hersteller wechseln.

Im Juni fuhren beim Montagstest nach dem Rennen in Brünn zum Beispiel Pedro Acosta die 850er-KTM sowie Luca Marini und Joan Mir die 850er-Honda mit Pirelli-Reifen, obwohl sie im nächsten Jahr für einen anderen Hersteller fahren.

Damals durfte Toprak Razgatlioglu die 850er-Yamaha fahren sowie Marc Marquez die 850er-Ducati und Marco Bezzecchi die 850er-Aprilia, weil sie bei ihren Teams bleiben. Sie haben also auch schon einen ersten Eindruck von den Pirelli-Reifen.

Sie werden die Arbeit beim Montagstest in Spielberg fortsetzen. Ob Acosta beispielsweise noch einmal die KTM testen darf, wissen wir noch nicht. Quartararo wollte jedenfalls erreichen, dass er einen Tag mit den Pirelli-Reifen fahren kann.

Weil er zu Honda wechselt, hat Yamaha ihm das untersagt. Und das machte ihn in Aragon so wütend. Deshalb will er auch bei den verbleibenden Rennen nicht mehr Chassis, Schwingen oder sonst etwas für nächstes Jahr testen.

"Persönlich habe ich keine Lust, das Motorrad für die Fahrer von 2027 zu entwickeln. Wenn wir also für dieses Jahr noch etwas verbessern können, werde ich das tun. Aber ich werde nicht ans Limit gehen und den Testfahrer spielen, so wie ich es an diesem Wochenende getan habe."

Damit war Aragon der endgültige Bruch zwischen Quartararo und Yamaha. Schade, denn auch wenn die letzten Jahre schwierig waren, hat die Kombination Quartararo und Yamaha einen bedeutenden Platz in den Geschichtsbüchern.

Euer

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