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Wer loggte sich nach Fabians Verschwinden in sein Roblox-Konto ein?

Technologie

Startseite Deutschland Wer durchsuchte nach Fabians Verschwinden sein Handy? Antwort macht Richter „sprachlos“ Von: Moritz Bletzinger Uns auf Google folgen Fabian war schon Tage verschwunden, da bemerkte die Polizei Bewegung in seinem Online-Profil. Beteiligt waren Privatdetektiv Jürgen Trovato und ein Unbekannter. Rostock – Richter Holger Schütt konnte kaum glauben, was er am 18. Verhandlungstag im Prozess um den getöteten Fabian aus Güstrow erfuhr. „Ich bin da fast sprachlos“, quittierte er die Ausführungen einer Polizistin über Entwicklungen während der Vermisstensuche im vergangenen Oktober. Zeitweise habe sich ein aus dem Fernsehen bekannter Privatermittler in den damaligen Vermisstenfall eingeschaltet, berichtete die Beamtin. Er habe Fabians Mutter Hilfe angeboten, dann wiederum kam ein Unbekannter hinzu, der Chatnachrichten aus dem Handy des Jungen auswertete. Jürgen Trovato schaltete sich in Fall Fabian ein: Über Umwege Kontakt zur Mutter Der Name des Privatdetektivs: Jürgen Trovato. Der gebürtige Leverkusener ist laut eigener Aussage seit 1986 als Privatermittler aktiv, bekannt wurde er in den späten Nullerjahren als Hauptdarsteller in der RTL-Doku-Soap „Die Trovatos – Detektive decken auf“. Heute begleitet er Vermisstenfälle auf Social Media und hilft betroffenen Angehörigen. So auch im Fall Fabian. Als die Polizei eine offizielle Fahndung herausgab, ging Trovato auf TikTok live. Und schaltete sich kurz darauf tatsächlich in die Suche ein. Über Umwege habe er Kontakt zur Schwester der besten Freundin von Fabians Mutter bekommen und sich daraufhin bei ihr gemeldet, erklärt Trovato im Gespräch mit dem Münchner Merkur von Ippen.Media. Demnach bot er seine Hilfe an und Fabians Mutter willigte ein. Unbekannter checkte Fabians Roblox-Konto für Detektiv Trovato Auf der Suche nach einer Spur, geriet schnell das Handy in den Fokus. „Ich habe gefragt, ob Fabian eine Spielekonsole hat. Seine Mutter antwortete: ‚Nein, er spielt nur am Handy‘“, sagt Trovato. Fabian spielte Roblox, das ist eine Art virtueller Spielplatz mit riesiger Online-Spielplattform und einem sozialen Netzwerk. Hatte der Achtjährige hier mit jemandem Kontakt? Um das herauszufinden, kam der von der Polizistin genannte Unbekannte ins Spiel, so Trovato. Es handelte sich demnach um einen Mann aus Trovatos Social-Media-Community, der sich mit Roblox auskenne. „Die Mutter des Jungen und ich, wir hatten keine Ahnung von Roblox“, sagt der Privatdetektiv. Chronologie im Mordfall Fabian Am 10. Oktober 2025 verschwindet Fabian (8) aus Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) spurlos. Gegen 20.30 Uhr meldet die Familie den 8-Jährigen als vermisst. Am 13. Oktober soll die Angeklagte Gina H. zwei Zeugen zum Leichenfundort bei Klein Updahl geführt haben. Am 14. Oktober meldet eine Spaziergängerin – Gina H. – einen Leichenfund an einem Tümpel im Wald bei Klein Updahl (Landkreis Rostock) der Polizei. Weil Fabians Mutter den Account für den Jungen eingerichtet gehabt habe, sei es ein Leichtes gewesen, das Passwort zurückzusetzen und einen Blick in das Roblox-Konto zu werfen. Ganz ohne Hacking. „Alles mit der Mutter abgesprochen“: Trovato stellte Polizei in Güstrow vor Rätsel Das Ergebnis: Nichts. Fabian habe keine Unterhaltungen geführt. Einzig eine bislang unbekannte E-Mail-Adresse sei überraschenderweise hinterlegt gewesen, berichtet Detektiv Trovato. Auch das führte aber zu nichts. „Damit war das Thema vom Tisch.“ Dass er jetzt vor Gericht und vor allem in den sozialen Medien ins Kreuzfeuer gerät, versteht Trovato nicht. „Es war alles mit der Mutter abgesprochen, sie hat sich auch nicht belästigt gefühlt“, betont der 64-Jährige. „Wir haben auch angeboten, mit unseren Spürhunden zu suchen, aber solange die Polizei ermittelt, machen wir nichts dergleichen.“ Alle Informationen, die bei seiner Ermittlung entstanden seien, habe er an Fabians Mutter übergeben, selbst nichts abgespeichert. Die Polizei hatte Trovato mit der Handy-Aktion zwischenzeitlich vor ein Rätsel gestellt. Wieso gab es einen Zugriff auf das Google-Konto des Jungen, Tage nach dessen Verschwinden? Die Antwort habe er der Kriminalpolizei am Telefon bereits gegeben, eine Mail mit seinen Informationen konnte er laut eigener Aussage aber nicht verschicken, die Polizei hatte ihm demnach keine Adresse genannt. Plötzlich Thema im Fabian-Prozess: Detektiv Trovato wehrt sich gegen Kritik und Vorwürfe im Netz Vor Gericht ist die Verwunderung jetzt groß. Für Richter Schütt schon alleine, weil er Trovato nicht kennt. Schütt zeigt sich zudem „irritiert“. Ein Privatermittler schaltet sich ein und gibt den Zugriff aufs Google-Konto an einen Unbekannten weiter. „Man stelle sich mal vor, diese unbekannte Person vernichtet dann Spuren.“ Dazu ist es offenbar nicht gekommen. Und jetzt wehrt sich Trovato abermals. Nicht gegen den Richter, Trovato ist nicht einmal geladen. Er stört sich vor allem an Berichten, die derzeit online kursieren. „Das ist alles falsch! Alles falsch dargestellt“, sagt Trovato. Selbstverständlich habe er, entgegen anderer Erzählungen, eine Aussage bei der Polizei gemacht. Außerdem sei er selbst nie vor Ort in Güstrow gewesen und habe das Handy nie in der Hand gehalten. Auch auf das Google-Konto von Fabian habe Trovato keinen Zugriff gehabt, betont er. Lediglich auf den Roblox-Account.

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