DAX +0,18 % 25.864,62 Pkt 18:00:00 MDAX +0,89 % 30.743,36 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,51 % 6.144,56 Pkt 18:00:00 Dow Jones +0,03 % 51.786,72 Pkt 22:34:56 S&P 500 -0,15 % 7.568,92 Pkt 22:30:13 Nasdaq -0,26 % 25.372,01 Pkt 23:15:59 Nikkei -3,08 % 61.137,60 Pkt 02:44:30 Gold -0,24 % 3.960,00 USD 02:49:42 Silber -1,88 % 49,77 USD 02:49:41 Brent -1,53 % 103,17 USD 02:49:41 WTI -1,00 % 95,50 USD 02:49:43 Bitcoin -0,54 % 76.921,95 USD 02:59:34 EUR/USD +0,46 % 1,12440 USD 02:59:28 EUR/GBP +0,02 % 0,83480 GBP 02:59:43 EUR/CHF -0,01 % 0,91600 CHF 02:59:43 EUR/JPY +0,28 % 177,206 JPY 02:59:43

Werder-Boss Fritz wehrt sich

Sport

Clemens Fritz kennt Werder Bremen wie kaum ein anderer. Der 45-Jährige war Spieler, leitete die Scouting-Abteilung und arbeitete während der schwierigen Corona-Zeit als Fußball-Chef. Seit zwei Jahren ist er als Sport-Geschäftsführer hauptverantwortlich für die sportliche Entwicklung.

Damit steht Fritz auch im Mittelpunkt der Kritik, wenn es an der Weser nicht läuft. Und das war zuletzt häufig der Fall. In der vergangenen Saison verhinderten die Grün-Weißen nur mit großer Mühe den erneuten Abstieg in die 2. Bundesliga – auch, weil drei Teams noch schwächer waren.

Die Kritik an Clemens Fritz wurde persönlich

Für viele Fans und Experten war der Verantwortliche für die sportliche Talfahrt schnell gefunden: Clemens Fritz. Die Kritik ging so weit, dass sich sogar eine Mitgliederinitiative gründete, deren Ziel zunächst seine Entlassung war. Inzwischen beschäftigt sich die Initiative überwiegend mit den Rechten der Mitglieder.

Spurlos ging die Wucht der Kritik an Fritz nicht vorbei. Gerade auf dem Höhepunkt des Abstiegskampfes waren ihm die Strapazen anzusehen.

„Ich würde behaupten, dass ich – auch aus meiner Erfahrung als Spieler – ganz gut mit Kritik umgehen kann, ein reflektierter Mensch bin und mich auch immer hinterfrage“, sagt Fritz.

Doch für ihn gibt es Grenzen. „Wenn es aber keine konstruktive Kritik mehr ist, persönlich wird und es auch in Richtung Familienleben geht, dann werden auch Grenzen überschritten, und das macht dann schon etwas mit einem“, sagte der Geschäftsführer.

Er könne nicht bestreiten, dass ihn das beschäftige. „Und da gab es schon hin und wieder den Fall, wo ich ein bisschen schlucken musste.“ Seit inzwischen 20 Jahren ist Fritz bei Werder.

Finanzielle Altlasten bremsen die Kaderplanung

Der größte Kritikpunkt an Fritz seit der Übernahme des Postens von Frank Baumann ist die Kaderplanung. Schon Baumann wurde regelmäßig vorgeworfen, zu vorsichtig und ideenlos zu agieren.

Doch beide hatten und haben dasselbe Problem: die Finanzen. Wegen der Belastungen durch das Weserstadion und verschiedene Anleihen startet Werder regelmäßig mit einem strukturellen Defizit in die Saison.

Erzielt der Klub keine ausreichenden Transfererlöse, sind den Verantwortlichen deshalb die Hände gebunden. Auch in diesem Sommer bleibt die finanzielle Lage schwierig – obwohl Werder diesmal viel Geld mit Verkäufen eingenommen hat.

Rund 40 Millionen Euro flossen durch die Transfers von Mio Backhaus, Romano Schmid und Karim Coulibaly auf das Bremer Konto. Eigentlich genug, um kräftig in den Kader zu investieren.

Doch allein die zwölf Millionen Euro aus dem Verkauf von Backhaus an den SC Freiburg wurden dringend benötigt, um das Millionenloch aus dem vergangenen Geschäftsjahr zu schließen. Auch die übrigen Einnahmen sind für andere, nicht sportliche Bereiche verplant.

Für Fritz und Fußball-Chef Peter Niemeyer bleibt damit wenig finanzieller Spielraum.

Füllkrug-Transfer sorgt für bessere Stimmung

Immerhin konnten die Bremer Verantwortlichen die bereits wieder angespannte Stimmung rund um den Klub zuletzt etwas beruhigen. Mit Ex-HSV-Profi Ludovit Reis, Eren Dinkci und vor allem dem spektakulären Transfer von Niclas Füllkrug kamen neue Spieler.

„Natürlich sind wir froh, dass die Verpflichtungen von Niclas, aber auch von Eren, so positiv aufgenommen worden sind“, sagte Fritz. „Mit beiden haben wir unser Team qualitativ verstärkt.“

Doch beim 3:0 im DFB-Pokal beim Oberligisten Lüneburger SK Hansa wurde deutlich, dass der Kader noch nicht komplett ist. Zudem muss Werder erneut mit zahlreichen Verletzten umgehen.

Weitere Transfers hängen von Verkäufen ab

Bis zum Ende der Transferperiode am 1. September sollen noch ein Rechtsverteidiger und ein zentraler Mittelfeldspieler kommen.

Das Problem: Zunächst muss Fritz weitere Spieler verkaufen. Das ist ein gefährlicher Spagat. Denn ein möglicher Abgang von Jens Stage würde für Werder gleichzeitig einen erheblichen sportlichen Verlust bedeuten.

Wie stark die Mannschaft vor dem Bundesliga-Start am Sonntag beim SC Freiburg wirklich ist und was in der neuen Saison möglich sein wird, lässt sich deshalb nur schwer einschätzen.

Fritz selbst hat zumindest eine klare Vorstellung davon, was er sich wünscht. „Auf eine Achterbahnfahrt wie in der vergangenen Saison kann ich gut verzichten“, sagte der Sport-Geschäftsführer.

Sein Ziel ist deutlich bodenständiger als ein Angriff auf die internationalen Plätze. „Wenn wir am Ende im gesicherten Mittelfeld rauskommen und nichts mit den Abstiegsrängen zu tun haben, dann können wir von einer guten Saison sprechen.“

Und Fritz stellt klar: „Wir brauchen jetzt aber nicht von Europa zu reden.“ (dpa/mp)

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren