Werder Bremen: Coulibaly geht zu Straßburg - Warum die Ablöse enttäuscht
©IMAGO Nun ist es offiziell: Abwehrtalent Karim Coulibaly verlässt Werder Bremen und wechselt nach Frankreich zu Racing Straßburg – womöglich als Zwischenstation auf dem Weg zu Chelsea. Der Transfer, den die Klubs am Freitagvormittag bestätigten, bringt den Grün-Weißen übereinstimmenden Berichten zufolge 20 Millionen Euro ohne weitere Boni ein sowie eine Weiterverkaufsbeteiligung von zehn Prozent. Bei den Blau-Weißen unterschrieb Coulibaly einen Fünfjahresvertrag. Der 19 Jahre alte Innenverteidiger, der erst in der Vorsaison den Durchbruch in der Bundesliga schaffte, sorgt bei den Grün-Weißen für die höchste Ablöse seit 2018 und die zweithöchste der Vereinsgeschichte. Vor acht Jahren war Mittelfeldspieler Thomas Delaney ebenfalls für 20 Mio. Euro zu Borussia Dortmund gewechselt. Weitere neun Jahre zuvor sorgte Spielmacher Diego mit seinem 27 Mio. Euro teuren Transfer zu Juventus für den Werder-Rekord. „Karim ist ein Paradebeispiel für unseren eingeschlagenen Weg, junge, entwicklungsfähige Spieler zu verpflichten und mit ihnen Werte zu schaffen“, erklärte Sportchef Clemens Fritz. „Er hat seine Chance bei uns vorbildlich genutzt und sich zu einem Stammspieler in der Bundesliga entwickelt. Auch wenn uns sein Abschied sportlich schwerfällt, nehmen wir durch das lukrative Angebot unsere wirtschaftliche Verantwortung wahr. Karim wünschen wir für seine weitere Karriere sportlich wie menschlich alles Gute.“ Warum Coulibalys hohe Ablöse die Fans von Werder Bremen enttäuscht Dennoch hält sich die Begeisterung in der Bremen-Community bei Transfermarkt in Grenzen: Für Coulibaly, dessen Marktwert sich im Laufe der Saison 2025/26 auf 28 Mio. Euro gesteigert hat, war eine höhere Summe erwartet worden. Ziel der SVW-Bosse war es, berichtete die „Bild“ im April, den 2024 aus der HSV-Jugend in die eigene U19 gewechselten U-Nationalspieler für bis zu 40 Mio. Euro zu veräußern. Dann hätte wohl auch ein größerer Teil der Ablöse in den Werder-Kader reinvestiert werden können. Dahingehend dämpfte Fritz zuletzt die Erwartungen. „Wir müssen die Wirtschaftlichkeit von Werder im Blick haben, daher müssen wir kreative Lösungen finden und können nicht auf große Shoppingtour gehen“, erklärte er laut dem „Kicker“. Über Einkünfte aus Spielerverkäufen im Allgemeinen sagte Fritz: „Wie nahezu alle Klubs unserer Größenordnung leben wir von diesen Transfereinnahmen. Daher werden wir weiter den Weg gehen, junge Spieler zu entwickeln und Werte zu schaffen.“ Die Bremer Einnahmen in diesem Sommer steigen mit dem Coulibaly-Verkauf auf 40,5 Mio. Euro – beinahe eine Verdopplung. Zuvor waren Torwart Mio Backhaus für 12 Mio. Euro nach Freiburg und Kreativspieler Romano Schmid für 8,5 Mio. nach Frosinone gewechselt. Straßburg verzeichnet derweil mit Coulibaly den geteilt teuersten Zugang der Vereinsgeschichte. Verteidiger Abakar Sylla hatte 2023 aus Brügge kommend ebenfalls 20 Mio. Euro gekostet. Die Wette ging für Straßburg allerdings nicht auf: Der Ivorer wird derzeit nur noch mit einem Marktwert von 2,5 Mio. Euro geführt, nachdem er zuvor auf bis zu 15 Mio. Euro geklettert war. Coulibaly: Werder-Plan „zu 100 Prozent erfüllt“ Sollte Coulibaly sich aber besser entwickeln, dürfte es nicht überraschen, wenn er in den kommenden Jahren nach London weiterzieht. Wie Chelsea gehört auch Straßburg der BlueCo um Investor Todd Boehly an. Seit 2020 wechselten drei Spieler für 79 Mio. Euro von den Franzosen zu den Engländern – nur aus Brighton kamen mehr. Gleich 13 Profis, zehn davon per Leihe, gingen für 23 Mio. Euro den entgegengesetzten Weg. „Als ich vor zwei Jahren zu Werder wechselte, haben mir die Verantwortlichen einen klaren Weg aufgezeigt, der sich zu 100 Prozent erfüllte“, sagte Coulibaly zu seinem Abschied aus Bremen. „Deshalb möchte ich mich bei meinen Mitspielern, bei meinen Trainern, dem gesamten Staff, dem Verein, meinen Freunden, meiner Familie und natürlich auch den Fans für die Unterstützung und das Vertrauen bedanken, für jeden schönen Moment, aber auch für jede schwierige Situation, aus der ich lernen durfte. Werder Bremen wird immer ein besonderer Teil meiner Geschichte und meines Lebens bleiben.“ Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du Transfermarkt als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf. Füge Transfermarkt hier als bevorzugte Quelle hinzu.