DAX +0,15 % 26.338,61 Pkt 18:00:00 MDAX +0,29 % 32.356,98 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,14 % 6.530,45 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,71 % 53.459,78 Pkt 22:42:57 S&P 500 -0,69 % 7.745,06 Pkt 22:42:27 Nasdaq -0,59 % 26.644,91 Pkt 23:15:59 Nikkei -0,37 % 68.964,52 Pkt 02:48:00 Gold +0,28 % 4.486,40 USD 02:52:55 Silber +0,21 % 66,37 USD 02:51:58 Brent +0,23 % 91,08 USD 02:47:05 WTI +0,41 % 84,85 USD 02:52:29 Bitcoin -0,31 % 64.289,65 USD 03:02:59 EUR/USD +0,10 % 1,15850 USD 03:02:57 EUR/GBP +0,05 % 0,85480 GBP 03:03:02 EUR/CHF -0,16 % 0,93900 CHF 03:03:02 EUR/JPY +0,23 % 184,695 JPY 03:03:02

Wero: Europas Paypal-Alternative kommt nicht in Fahrt

Wirtschaft

Die meisten Deutschen kennen Wero nicht. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Innofact im Auftrag des Vergleichsportals Verivox. Nur knapp vier von zehn Erwachsenen (39 Prozent) konnten korrekt angeben, dass es sich bei Wero um einen Zahlungsdienst handelt. Fast ein Drittel der 1002 Befragten hat nach eigenen Angaben noch nie von Wero gehört. Angaben der European Payments Initiative (EPI) zufolge, die als Zusammenschluss europäischer Banken und Zahlungsdienstleister hinter Wero steckt, registrierten sich 57 Millionen Nutzer in Frankreich, Belgien und Deutschland seit 2024 für den Dienst. Davon seien neun Millionen in Deutschland registriert. Zum Vergleich: Paypal zählt nach eigenen Angaben alleine in Deutschland 35 Millionen aktive Konten. In der Umfrage bezweifelt eine Mehrheit von fast 58 Prozent, dass es gelingen wird, Wero zum beliebtesten Bezahldienst Europas auszubauen. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) betrachtet eine möglichst einfache Nutzung des Zahlungsdienstes sowie attraktive Anwendungsmöglichkeiten bei den Händlern als entscheidend für die weitere Entwicklung von Wero. In Zukunft würden die europäischen Dienste zudem noch weiter zusammenwachsen, um den Zahlungsdienst zu stärken. „In den Niederlanden wird beispielsweise der absolute Marktführer iDEAL schrittweise in Wero überführt“, teilte ein DSGV-Sprecher mit. Darüber hinaus arbeite Wero mit etablierten Zahlsystemen wie Bizum in Spanien an einer europaweiten Kompatibilität, so der DSGV. Eine gesteigerte Reichweite über die Ländergrenzen hinweg soll also den Beitrag zu mehr Souveränität im europäischen Zahlungsverkehr leisten. Davon würde Wero laut DSGV auch im deutschen Markt zukünftig noch stärker profitieren. Blickt man auf die Unternehmungen im deutschen Handel, Wero zu etablieren, zeichnet sich ein ernüchterndes Bild. Das Forschungs- und Bildungsinstitut für den Handel EHI teilt auf Anfrage mit, eine Händlerbefragung im Mai 2026 unter 499 Unternehmen in 35 Branchen habe ergeben, dass 74,6 Prozent der Befragten die Entwicklung von Wero zunächst lediglich beobachten würden. Eine konkrete Einführung planten diese Händler derzeit jedoch nicht. 14,1 Prozent streben laut der Befragung bis Ende 2026 eine Integration sowohl im Online-Handel als auch an der Ladenkasse an. 11,3 Prozent planen bis Ende 2026 zunächst nur eine Integration im Online-Handel. Unter den befragten Einzelhändlern setze keiner Wero derzeit an der Ladenkasse ein. „In den Gesprächen auf unserem Kongress erklärten mehrere Händler, dass sie realistisch frühestens im ersten Quartal 2027 startklar sein dürften“, teilt Philipp Hübner, Leiter Forschungsbereich Payment beim EHI, mit. Welche Gebühren auf die Händler bei der Einbindung von Wero zukommen, liegt in den EHI-Studien nicht vor. Ohnehin sei für die Händler maßgeblich, dass die Kombination aus Preis, Reichweite, technischer Einfachheit und verlässlicher Abwicklung abschließend geklärt und gewährleistet sei. „Ein Kostenvorteil gegenüber Paypal oder internationalen Kartensystemen müsste aus Sicht der Händler deutlich, dauerhaft und groß genug sein, um Investitionen in die Integration sowie die aktive Kundenansprache zu rechtfertigen“, sagt Hübner.

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