Weseler Chefarzt ist für hohe Auszeichnung nominiert: „Stets ein offenes Ohr“
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Sein Berufsleben hat Dr. Winfried Neukäter ganz der Neurologie verschrieben. Und wer ihn kennt, der weiß, dass ihm das Thema Schlaganfall dabei besonders am Herzen liegt. „Empathisch, menschlich, stets ein offenes Ohr“ – so wird der Chefarzt am Evangelischen Krankenhaus Wesel von seinen Patienten beschrieben. Für diese Haltung wurde der stellvertretende Ärztliche Direktor des EVK jetzt für den Motivationspreis der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe nominiert. Das teilt die Stiftung mit.
Es habe sich unfassbar viel getan in den zurückliegenden Jahren, sagt der Mediziner. Er erinnert an den kräftigen Schub, den die Schlaganfall-Medizin durch die Entwicklung der Stroke Units um 1998/1999 herum gemacht hat. Eine solche zertifizierte Schlaganfall-Station führt auch das EVK Wesel seit vielen Jahren. Die Einführung der Stroke Units hat wesentlich dazu beigetragen, dass heute mehr als doppelt so viele Menschen einen Schlaganfall überleben wie vor 30 Jahren.
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Zehn Jahre später, 2008, war immer noch jede Menge Aufklärungsarbeit zu leisten, um für die Wahrnehmung von Schlaganfällen zu sensibilisieren. Im Kreis Wesel habe es reichlich Aktionen gegeben, Rettungswagen wurden mit Schlaganfall-Motiven beklebt, Rettungssanitäter bekamen Zusatzausbildungen.
Schlaganfall: Weseler Chefarzt hat den Neurolauf erfunden
„Wir haben in Deutschland ein weltweit einmaliges System für die Behandlung von Schlaganfall-Patienten“, lobt Dr. Neukäter und liefert eine Erklärung, warum heute statistisch mehr Schlaganfälle auftauchen als früher: „Da ist das veränderte Bewusstsein, die dadurch häufigere Wahrnehmung von Schlaganfallsymptomen – und dann hat sich auch die Alterspyramide zwischenzeitlich deutlich verändert.“
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Der Neurologe ist ein Verfechter des Ehrenamts. „Die Ehrenamtlichkeit hat eine andere Selbstverständlichkeit bekommen. Betroffene beraten und begleiten Betroffene“, sagt er und findet das ausgesprochen gut. Erselbst hat den alljährlichen „Neurolauf“ erfunden. Bei dem Sponsorenlauf geht es nicht um Zeiten. „Wichtig ist das Miteinander“, betont der Chefarzt. Rund um das Event gibt es Cholesterin- und Blutzuckermessungen, kulturelle Angebote, der Kirchenchor St. Antonius macht mit, die Schülerband vom Gymnasium. Berührungen mit Menschen, die man sonst nicht trifft, seien möglich. Besonders Betroffene würden angesprochen – und bei alldem sei natürlich die Schlaganfall-Selbsthilfegruppe mit dabei.
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Die Selbsthilfegruppe hat Dr. Neukäter auch für den Motivationspreis der Schlaganfall-Hilfe nominiert. „Er hat stets ein offenes Ohr für Kollegen und Patienten“, beschreibt Gruppensprecher Eric Beyers den Chefarzt und bescheinigt ihm „empathische Menschlichkeit“. Neukäter selbst erklärt seine Haltung so: „Sie müssen sich in den anderen hineinversetzen, in dessen Ängste, seine berechtigten Sorgen. Wenn sie den Patienten nicht spüren, können Sie ihm nicht helfen.“
Motivationspreis der Schlaganfall-Hilfe wird alle zwei Jahre vergeben
Alle zwei Jahre verleiht die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ihren Motivationspreis. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten und Organisationen, die sich in besonderer Weise im Kampf gegen den Schlaganfall ausgezeichnet haben. Vergeben wird der Preis am 4. Dezember in Berlin durch Stifterin Liz Mohn und Deutschlands „First Lady“ Elke Büdenbender, Ehefrau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Die TV-Moderatoren Guido Maria Kretschmer und Frauke Ludowig werden durch die Veranstaltung führen.