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Westjordanland: Israelische Siedler zünden Moscheen und Dörfer an

Welt

Gewalt eskaliert Israelische Siedler zünden Moscheen und Dörfer an Von t-online 27.07.2026 - 15:09 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Nach einem tödlichen Schusswechsel am Freitag ist die Lage im Westjordanland weiter eskaliert. Festnahmen gab es zunächst jedoch nicht. Israelische Siedler haben in der Nacht zum Sonntag mehrere palästinensische Orte im Westjordanland angegriffen. Dabei setzten sie zwei Moscheen, mindestens ein Wohnhaus, mehrere Fahrzeuge und Arbeitsgeräte in Brand. Das berichtete die Zeitung "Times of Israel" unter Berufung auf die israelische Armee und palästinensische Medien. Im Dorf Qusra südlich von Nablus wurde die noch nicht fertiggestellte Al-Rahma-Moschee angezündet. Nach Angaben des Bürgermeisters Abdul Azim Wadi wurden Baumaterialien und Geräte beschädigt. Aufnahmen zeigen an dem Gebäude zudem einen Davidstern und den Schriftzug "Benajahus Rache". Die israelische Armee entsandte Soldaten nach Qusra. Die Verdächtigen seien jedoch vor deren Eintreffen geflohen. Die Armee verurteilte den Angriff und kündigte an, die Polizei werde mit militärischem Schutz Spuren und Zeugenaussagen sichern. Angriffe auf Häuser und Fahrzeuge Auch im Dorf Kur nahe Tulkarm wurde palästinensischen Berichten zufolge eine Moschee angezündet. An ihre Wände sprühten die Täter eine hebräische Parole, wonach jüdisches Blut nicht "umsonst" sei. Zudem versuchten Unbekannte, ein Haus in der Nähe von Nablus in Brand zu setzen. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. Nahe al-Mughayyir nordöstlich von Ramallah sollen Angreifer mehrere Fahrzeuge angezündet haben. An anderen Orten warfen Siedler demnach Steine auf palästinensische Autos und blockierten Straßen. In Beit Furik setzten sie laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa ein Wohnhaus in Brand, das Anwohner löschen konnten. Im Gebiet Ein Samia östlich von Ramallah griff eine weitere Gruppe dem Bericht zufolge einen Steinmetzbetrieb an. Mehrere Palästinenser seien dabei verletzt und schwere Arbeitsgeräte angezündet worden. Angaben zur Schwere der Verletzungen lagen zunächst nicht vor. Die Angriffe folgten auf einen Schusswechsel am Freitag, bei dem zwei Israelis und vier Palästinenser getötet worden waren. Die Gewalt im Westjordanland hat seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 deutlich zugenommen. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden seither mehr als 1.100 Palästinenser durch israelische Soldaten oder Siedler getötet. Im selben Zeitraum kamen 68 israelische Zivilisten und Sicherheitskräfte ums Leben. Auch die Zahl der registrierten Übergriffe extremistischer Siedler stieg: Die israelische Armee erfasste 2025 insgesamt 867 Fälle, nach 682 im Jahr zuvor.

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