Westjordanland: UN werfen 214 Firmen Beteiligung an israelischem Siedlungsbau vor
Am Bau von Siedlungen in den von Israel besetzten Gebieten sind laut einer UN-Liste mindestens 214 Unternehmen beteiligt. Die allermeisten dieser Firmen haben ihren Sitz in Israel, acht Unternehmen in den USA, darunter Expedia und Airbnb. Auch die deutsche Zementfirma Heidelberg Materials steht nach wie vor in der Datenbank, die das UN-Menschenrechtsbüro im Auftrag des Menschenrechtsrates erstellt hat.
Der deutschen Firma Heidelberg Materials wird »die Nutzung natürlicher Ressourcen, insbesondere von Wasser und Land, für geschäftliche Zwecke« vorgeworfen. Das Unternehmen hatte die Aufnahme in die Liste bereits 2025 als ungerechtfertigt zurückgewiesen. Es geht dabei um das Tochterunternehmen Hanson Israel. Dieses habe seine Aktivitäten im Steinbruch Nahal Raba, einem Asphaltwerk und einem Transportbetonwerk im Westjordanland 2023 eingestellt, verteidigte sich Heidelberg Materials bereits im September 2025.
Das UN-Menschenrechtsbüro teilte mit, dass es nach einer Prüfung des Falls an seiner ursprünglichen Einschätzung festhalte. Fünf andere Unternehmen habe es dagegen nach einer Prüfung von der Liste gestrichen. Auf der Liste stehen dagegen jeweils zwei Firmen aus China, Frankreich und Großbritannien, außerdem Unternehmen mit Sitz in Südafrika, Luxemburg, den Niederlanden, Mexiko und Spanien.
Israel kritisiert UN-Liste
Israel kritisierte die Datenbank erneut. Sie sei »zur Verfolgung des jüdischen Staates« eingerichtet worden und diene »einer Verleumdungskampagne gegen Wirtschaftsunternehmen«. Nach einem Urteil des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag gelten die israelischen Siedlungen in den besetzten Gebieten als illegal.