Westliche Konzerne: Putin stellt Nestlé unter russische Zwangsverwaltung
Die Russland-Geschäfte des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé und der französischen Einzelhandelskette Auchan sind unter russische Verwaltung gestellt worden. Laut einem am Donnerstag veröffentlichten Dekret von Kreml-Chef Wladimir Putin wurden die Anteile an eine russische Gesellschaft namens L.E.V. Management übertragen. Betroffen ist demnach auch die Bauhauskette Leroy Merlin, die 2024 in Russland in Lemana Pro umbenannt worden war.
Im Fall Nestlé betrifft das Dekret unter anderem auch die Vermögenswerte der Nestlé Deutschland AG in Russland. Nestlé erklärte am Freitag, der Konzern werde „alle notwendigen Maßnahmen ergreifen“, um seine Rechte in Russland zu schützen und die Fortführung seiner Geschäftstätigkeit im Interesse aller Beteiligten, insbesondere seiner Beschäftigten, zu gewährleisten.
Die L.E.V. Management wird laut einem Bericht der unabhängigen russischen Zeitung „Nowaja Gaseta Europa“ von Andrej Krajuschkin geleitet, der demnach dem russischen Innenministerium untersteht. Aus den Buchhaltungsunterlagen geht laut der Zeitung hervor, dass das Unternehmen zumindest bis Ende 2025 „keinerlei Geschäftstätigkeit“ ausgeübt habe und „nur einen einzigen Mitarbeiter“ beschäftige. „Die Eigentümer sind unbekannt“, berichtete die Zeitung, die ihren Sitz in Lettland hat.