Wetter Niedersachsen: Nach Temperaturrekorden droht erneut Hitzewelle - Bilanz
Hitze-Bilanz: Mehr Höchstwerte in Niedersachsen als je zuvor Stand: 02.07.2026 06:19 Uhr Im ersten Halbjahr 2026 wurden an fast allen niedersächsischen Wetterstationen Temperaturrekorde gebrochen. In Lüchow (Landkreis Lüchow-Dannenberg) etwa wurden 40,2 Grad gemessen. Dieser Wert zum Höhepunkt der Hitzewelle, die am 23. Juni begann, ist laut ARD-Wetterkompetenzzentrum die höchste Temperatur, die jemals in Niedersachsen dokumentiert worden ist. Bisher gab es nach Angaben der Meteorologen massive Hitzewellen erst im Juli und im August. Im Juni habe es sich in der Vergangenheit nur auf einzelne heiße Tage beschränkt. In ihrem frühen Auftreten und in ihrem Ausmaß sei diese erste Hitzewelle 2026 "historisch" gewesen. Von einer Hitzewelle sprechen Meteorologen, wenn an mindestens drei Tagen in Folge 30 Grad Celsius oder mehr gemessen werden. Fast alle Wetterstationen übertreffen Höchstwerte Am 26. und 27. Juni, knapp bevor das erste Halbjahr 2026 endete, wurden an 47 von 49 untersuchten Wetterstationen in Niedersachsen die bisherigen Höchstwerte übertroffen. Selbst nachts war es an einzelnen niedersächsischen Stationen noch zwischen 24 und 25 Grad warm. Dass so viele neue Spitzenwerte der Temperatur landesweit nahezu gleichzeitig auftraten, sei unter Meteorologen in diesem Ausmaß bisher unbekannt gewesen. Vor allem in der Lüneburger Heide und im Wendland standen extrem hohe Werte auf den Thermometern: Lüchow: 40,2 Grad (bisher 39,0 Grad, Juli 2022) Soltau: 39,8 Grad (bisher 39,2 Grad, Juli 2022) Bergen 39,7 Grad (bisher 39,1 Grad, Juli 2022) Faßberg 39,5 Grad (bisher 39,0 Grad, Juli 2022) Erst zum zweiten Mal überhaupt waren dabei in Niedersachsen auch mehr als 40 Grad gemessen worden. Spitzenreiter bisher war der 20. Juli 2022 gewesen. Hitze wandert seit Jahren Richtung Norden 1983 gab es die erste 40-Grad-Messung in Deutschland, am 27. Juli in Bayern. Danach wurden die 40 Grad erst wieder im August 2003 erreicht, also im Hochsommer. Seitdem taucht der Wert häufiger auf Thermometern in Deutschland auf. In den vergangenen Jahren werden derart hohe Temperaturen immer früher und immer weiter nördlich gemessen. Am 20. Juli 2022 gab es zum ersten Mal in der Geschichte die 40 Grad auch in Hamburg. Meteorologen erwarten in Zukunft 45 Grad Es sei laut ARD-Wetterkompetenzzentrum nur eine Frage der Zeit bis auch in Mitteleuropa im Sommer 45 Grad erreicht werden. 2003 sei der erste Mega-Sommer gewesen, seit 2018 tauchten Hitze- und Trocken-Sommer deutlich vermehrt und verstärkt in den Aufzeichnungen bei uns im Norden auf. Die Hitze der Sommer steigere sich darin immer mehr, wobei die Klimaerwärmung nicht langsam und geradlinig verlaufe, sondern treppenförmig und sprunghaft. Während die Ozeane zur Zeit so warm seien wie noch nie, rechnen Meteorologen schon Mitte der kommenden Woche mit der ersten Hitzewelle für das zweite Halbjahr 2026. Wie sie genau ausfallen wird, könne man noch nicht vorhersagen.