Wetter: Unwetter mit Starkregen folgen auf Hitze in Deutschland
In mehreren Regionen in Deutschland haben unwetterartige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Orkanböen die schwüle Hitze abgelöst. Waren bisher vor allem der Norden und Osten von Unwettern betroffen, werden im Laufe des Tages kräftige Gewitter vor allem im Westen und Südwesten erwartet. In Thüringen wurde nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der Ort Thangelstedt durch eine sogenannte Superzelle schwer verwüstet. Während bei normalen Gewittern Auf- und Abwinde chaotisch wehen, ordnet sich bei Superzellen Aufwind um eine vertikal ausgerichtete Achse an und bewegt sich spiralförmig nach oben. Superzellen können Tornados produzieren. Ob dies in Thüringen der Fall war, werde nun geprüft. In dem Ort im südlichen Weimarer Land war kurzzeitig die Stromversorgung unterbrochen, Zufahrtsstraßen waren blockiert, Dächer wurden abgedeckt, und ein Spielplatz wurde zerstört. In Hamburg stürzte am frühen Vormittag bei einem Gewitter ein Baum auf ein Auto, in dem sich sieben Menschen befanden. Die vier Erwachsenen und drei Kinder mussten laut Feuerwehr von Rettungskräften aus dem Wagen befreit werden. Ein Mensch wurde mittelschwer verletzt, die anderen sechs kamen mit leichten Verletzungen davon. Ein Feuerwehrmann vor Ort sagte, die Großfamilie habe »sehr, sehr viel Glück« gehabt. Das Auto sei lediglich unter der Baumkrone eingeschlossen gewesen. Mehrere Ausfälle im Zugverkehr In Nordrhein-Westfalen haben lokale Unwetter in der Nacht den Zugverkehr gestört. So mussten Fahrgäste bei Schwelm mehr als vier Stunden in einem ICE ausharren, weil ein Baum auf die Oberleitung gestürzt war. Nachdem der Baum entfernt worden war, wurde der Zug mithilfe einer Diesellok über den kurzzeitig stromlosen Streckenabschnitt gezogen, ehe er selbst wieder weiterfahren konnte. Die Bahnstrecke zwischen Mönchengladbach und Aachen ist wegen eines Unwetter-Oberleitungsschadens hingegen weiterhin gesperrt. Dort waren am Montagabend zwischen Rheydt und Lindern Bäume auf die Gleise gestürzt. Zwei Regionalzüge kamen zum Stehen. »Fahrgäste konnten die Züge mit Unterstützung der Rettungskräfte vor Ort sicher verlassen und ihre Reise anschließend mit Bussen fortsetzen«, erklärte ein Bahnsprecher. Erneut Hitze von bis zu 38 Grad möglich Im Laufe des Tages erwartet der DWD weitere unwetterartige Gewitter. Das gilt vor allem für den Westen und den Südwesten Deutschlands. Insbesondere vom Schwarzwald aus könnten sich einige kräftige Gewitter mit erhöhtem Unwetterpotenzial entwickeln, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Hauptgefahr seien mögliche Überschwemmungen durch heftigen Starkregen, aber auch Hagel und schwere sturm- oder orkanartige Böen.