Wettermodell erwartet mehr als 700 Liter Regen
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Unwetter fegt über Spanien: Höchste Warnstufe ausgerufen – auch Urlaubsinseln im Fokus
Von: Dominik Jung
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Ein gefährliches Höhentief setzt sich über dem westlichen Mittelmeer fest. Bis Montag drohen Sturzfluten in Spanien. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Seit Sonntagvormittag (18. Oktober) gilt an Teilen der spanischen Mittelmeerküste die höchste Warnstufe. Betroffen sind die südliche Küste der Provinz Valencia und der Norden der Provinz Alicante, also genau die Region rund um Gandia, Dénia, Jávea und das Cabo de la Nao. Dort können bis Montagvormittag (19. Oktober) 200 Liter Regen pro Quadratmeter in nur zwölf Stunden fallen.
Auch Almería steht auf Rot. In El Ejido rückten die Einsatzkräfte bereits mehr als hundertmal aus, in 40 Gemeinden schrillten die Warnmeldungen auf den Handys. Auf Ibiza und Formentera sind ebenfalls über 150 Liter möglich. Die Behörden raten dringend, unnötige Fahrten zu vermeiden und sich bei Überflutungen in höhere Stockwerke zu begeben.
Höhentief sorgt für Unwetter in Spanien
Schuld ist eine sogenannte Dana, ein abgeschnürtes Höhentief mit sehr kalter Luft in der Höhe. Die Kaltluft ist von den Britischen Inseln bis nach Spanien vorgestoßen. Darunter liegt das Mittelmeer, das nach dem extrem heißen Sommer noch immer ungewöhnlich warm ist.
Das ist pures Gift für die Atmosphäre. Ein kräftiger Ostwind schaufelt die feuchtwarme Meeresluft direkt gegen die Küstengebirge. Dort wird sie nach oben gedrückt, und es bilden sich immer neue Gewitter, die stundenlang über denselben Orten hängen bleiben. Genau dieses Muster macht solche Lagen so gefährlich.
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Wettermodelle zeigen unterschiedliche Prognosen
Die Prognosen gehen weit auseinander. Der spanische Wetterdienst rechnet mit bis zu 300 Litern in 24 Stunden. Das französische Hochauflösungsmodell, das schon die Katastrophe von 2024 erstaunlich gut getroffen hatte, zeigt bis zu 400 Liter. Ein Schweizer Modell kommt sogar auf irre 772 Liter für die gesamte Unwetterphase, die bis Dienstag (20. Oktober) dauern könnte.
Das sind Extremwerte, die so wohl nur punktuell eintreten werden. Wie unberechenbar diese Lagen sind, zeigte sich erst Anfang Oktober: Damals entlud sich das Unwetter nur wenige Kilometer vor der Küste über dem offenen Meer. Nach Radarschätzungen kamen dort rund 600 Liter in einer Stunde herunter. Wer jetzt in der Region Urlaub macht, sollte die Warnungen unbedingt ernst nehmen.