Wettkampf mit Apple beginnt
Bei Samsung hat sich ein Rhythmus etabliert. Früh im Jahr gibt es die „normalen“ Top-Modelle der Galaxy-Reihe, im Sommer folgen die faltbaren Geräte rund ums Galaxy Z Fold. Hier ist es den Südkoreanern 2025 gelungen, die sogenannten Foldables salonfähiger zu machen, wirkte das Galaxy Z Fold 7 im geschlossenen Zustand doch endlich weniger klobig als seine Vorgänger. In diesem Jahr gibt es an dieser Front wenig zu vermelden. Der Nachfolger ist jetzt noch einmal 0,1 Millimeter dünner, hat aber einen größeren Akku. Ingenieurtechnisch sicher eine Meisterleistung, eine echte Neuheit wie das Privacy-Display des Galaxy S26 Ultra gibt es aber nicht. Trotzdem tauft Samsung das Gerät um. Es heißt nun Galaxy Z Fold 8 Ultra. Der Begriff Galaxy Z Fold 8 ist einem Gerät mit neuem Formfaktor vorbehalten. Samsungs Foldable sieht aus wie das faltbare iPhone, das es noch nicht gibt Das äußere Display misst hier 5,5 Zoll mit einem Seitenverhältnis von 16:10, innen sind es 7,6 Zoll bei einem Verhältnis von 4:3. Damit hat es ungefähr die Form eines kleinen Notizblocks und soll sich besser für Medien-Apps eignen, als das auf Produktivität ausgelegte Ultra. Vor allem aber sieht das neue Fold den durchs Netz geisternden Leaks des faltbaren iPhones erstaunlich ähnlich, das Apple im September vorstellen soll. Es wäre das erste Foldable aus Cupertino. Wohl auch deswegen hat Samsung im Vorfeld der Vorstellung schon einmal vorsorglich mit seiner Erfahrung mit faltbaren Displays geworben. Schließlich gibt es ja schon sieben Gerätegenerationen. Die versteckte Botschaft dahinter: Wir machen das schon länger als die anderen. Diese Erfahrung ist mit Blick auf das allererste Galaxy Fold allerdings teuer erkauft. Schon vor dem Verkaufsstart bemängelten viele Tester Probleme mit dem Bildschirm. Samsung musste die Markteinführung verschieben. Beim Fold 8 kommt nun Titan zum Einsatz. Eine Folie mit Titanlegierung und eine Titanplatte sollen die neuen Faltgeräte robuster machen und durch die neue Bauweise für eine bessere Bildwiedergabe bei geringerem Stromverbrauch sorgen. Außerdem will der Hersteller so die Falte in der Bildschirmmitte minimieren, eines der größten Ärgernisse bei den noch immer recht teuren Foldables. Dieses Ziel soll auch Apple verfolgen – das sagen zumindest Brancheninsider wie Mark Gurman von Bloomberg. Wie robust so ein faltbares iPhone sein wird, bleibt vorerst offen. Branchenweit gibt es allerdings kaum mehr Probleme mit der Stabilität. Samsung hat die Foldables nicht aus der Nische gehoben Abseits von technischen Feinheiten wiederholt Samsung die Strategie aus dem Vorjahr. Marktlage und Hype beobachten und dem großen Rivalen zuvorkommen, um möglichst viele Kund:innen für sich zu gewinnen. So dürfte das koreanische Unternehmen mit dem schlanken Galaxy S25 Edge auf Käufer:innen abgezielt haben, die sich interessiert die Gerüchte zu einem besonders dünnen iPhone durchgelesen haben, aber nicht warten wollten. Tatsächlich kam dann Monate nach dem Samsung-Gerät das iPhone Air. Beide floppten. Ob sich das auch bei den Falt-Phones mit dem neuen Formfaktor wiederholt? Fest steht, dass es Samsung trotz der langjährigen Erfahrung nicht geschafft hat, Foldables aus der Nische zu haben. Einer Analyse von Counterpoint Research zufolge lag der Marktanteil der Faltgeräte 2025 bei gerade einmal 1,6 Prozent. Für 2026 sagen die Marktforscher:innen ein Wachstum von 21 Prozent voraus. Maßgeblich daran beteiligt sehen sie allerdings Apples erwarteten Einstieg. Die Vorstellung eines faltbaren iPhones dürfte demnach für mehr Aufmerksamkeit bei Verbraucher:innen sorgen. Samsung behalte zwar den größten Marktanteil, muss aber Einbußen in Kauf nehmen. Apple werden gute Chancen ausgerechnet, schnell zur Konkurrenz aufzuschließen. Ein Vorteil für die Südkoreaner bleibe aber die schon erwähnte, langjährige Erfahrung. Dem neuen Formfaktor rechnen Analyst:innen allerdings gute Chancen zu, weil KI-Anwendungen für Nutzer:innen wichtiger werden. Die gibt es bei Samsung natürlich schon lange. Auf dem Fold unterscheiden sie sich allerdings nicht von jenen auf den normalen Smartphones. So sollen auch die neuen Faltgeräte wichtige Informationen und Empfehlungen auf Basis des erlernten Nutzungsverhaltens („Now Brief“) anzeigen oder Nachrichteninhalte auf wichtige Informationen scannen und anbieten, direkt den Kalender zu öffnen, wenn ein Datum erkannt wurde („Now Nudge“) – auf dem Foldable auf Wunsch dann im Splitscreen. Hinzu kommen viele Fotofunktionen, mit denen sich etwa Objekte entfernen oder aber hinzufügen lassen, und Gemini als KI-Assistent. Apple ist hier nach wie vor im Hintertreffen. Mit iOS 27 hat das Unternehmen aber zahlreiche neue KI-Funktionen versprochen. Eine davon ist die neue Version von Siri, die, ebenfalls mit Google-Hilfe, endlich der verlässliche persönliche Assistent werden soll. Der Preis ist entscheidender als die Leistung Abseits aller KI-Spielereien dürfte die Geräteleistung kein großer Faktor werden. Im Samsung Galaxy Fold 8 (und im Ultra, nicht aber im Flip 8) taktet der Snapdragon 8 Elite Gen 5, der noch einmal speziell für die Samsung-Smartphones angepasst wurde. Der dürfte mehr Leistung liefern als Nutzer:innen im Schnitt brauchen. Je nach dem ist das Gerät mit zwölf Gigabyte Arbeits- und 256 und 512 Gigabyte Datenspeicher ausgestattet. Alternativ gibt es Fold 8 auch mit 16 Gigabyte RAM und 1 Terabyte Speicher. Ein Knackpunkt bleibt dabei immer der Preis. Bei 1.999 Euro geht es los. Ein faltbares iPhone wird sicher nicht günstiger – eher im Gegenteil. Wer so viel ausgibt, der will mehr geboten bekommen als nur ein faltbares Display. Fraglich ist deswegen, ob ein neuer Formfaktor ohne wirklich neue Features wirklich ausreicht, um der ersten echten iPhone-Neuheit seit dem iPhone X das Wasser abzugraben. Schlussendlich lässt sich diese Frage im Vorfeld nicht beeinflussen. Schließlich weiß ja niemand außerhalb von Cupertino, was im September passiert. Aber ein teures Gerät, schlicht in eine andere Form gepresst, dürfte es ohne Killer-Features schwer haben.