DAX -0,16 % 25.422,78 Pkt 09:06:14 MDAX -0,96 % 32.083,29 Pkt 09:06:14 Euro Stoxx 50 +0,49 % 6.279,15 Pkt 09:06:00 Dow Jones -1,18 % 51.594,14 Pkt 23:12:38 S&P 500 -1,31 % 7.316,15 Pkt 23:12:40 Nasdaq -1,96 % 24.442,94 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,71 % 61.867,43 Pkt 08:45:03 Gold +1,68 % 4.102,50 USD 09:11:12 Silber -0,36 % 57,66 USD 09:11:00 Brent +1,70 % 92,28 USD 09:10:00 WTI +0,71 % 85,06 USD 09:11:06 Bitcoin +0,17 % 64.018,57 USD 09:21:10 EUR/USD +0,52 % 1,14460 USD 09:20:23 EUR/GBP +0,05 % 0,85730 GBP 09:21:14 EUR/CHF +0,09 % 0,93380 CHF 09:21:12 EUR/JPY +0,35 % 187,229 JPY 09:21:14

Wettlauf zwischen vier Firmen

Technologie

Startseite Wirtschaft Zehn Meter lang, kein Pilot: Bundeswehr sucht Jagdbomberdrohne – und will gleich 100.000 ordern Von: Julia Hanigk Uns auf Google folgen Helsing, Airbus, Rheinmetall, GA-ASI – vier Konzerne kämpfen um Deutschlands erste Kampfdrohne. Wer das Milliarden-Rennen gewinnt, ist noch völlig offen. München – Zehn Meter lang, vier Tonnen schwer, vom Radar kaum zu orten – und kein Mensch an Bord. Die Rede ist von der „Jagdbomberdrohne“, die für die Bundeswehr gebaut werden soll. Ein milliardenschwerer Auftrag, um den vier große Bewerber kämpfen. Die Bundeswehr plant laut Aussage von Rheinmetall-Chef Armin Papperger bei welt.de im März, rund 400 solcher Drohnen zu beschaffen – ein Volumen, das Branchenkenner als größten Luftwaffen-Auftrag des kommenden Jahrzehnts einordnen. Die Kosten sollen laut Handelsblatt bis zu 90 Prozent unter denen bemannter Kampfflugzeuge liegen, was deutlich höhere Stückzahlen ermögliche. Ziel ist es, bemannte Flugzeuge wie den „Tornado“ bis 2030 zu ersetzen. Stattdessen sollen die Drohnen in gegnerischen Luftraum eindringen und Bodenziele angreifen. Wettbewerb um Drohnenproduktion: Start-up aus München setzt auf KI-gestützte Sensoren Im Rennen ist unter anderem das Münchner Start-up Helsing, so das Handelsblatt. Der Sensorspezialist Hensoldt liefere für Helsings Drohne CA-1 „Europe“ erstmals einen KI-basierten Infrarotsensor. Der soll die Drohne schützen – und gleichzeitig Lagebilder feindlicher Stellungen übermitteln. Hensoldt-Digitalchef Sven Heursch erklärt der Zeitung: „Der gemeinsam mit Helsing entwickelte Sensor ist in der Lage, auf gegnerischem Gebiet Gefahrenquellen für die Drohne auszumachen.“ Auf Basis dieser Daten könnten dann feindliche Flugabwehreinheiten konventionell bekämpft werden, etwa mit Artillerie. Helsing habe Mitte Juli zusätzlich 1,8 Milliarden Euro bei Investoren eingesammelt. Der Erstflug der CA-1 ist für Anfang 2027 geplant, 2029 sollen erste Maschinen zu Testzwecken an die Luftwaffe gehen. Auch Airbus, Rheinmetall mit Boeing und General Atomics im Rennen Neben Helsing ist auch Airbus Defence and Space mit der bereits erprobten US-Drohne „Valkyrie“ des Herstellers Kratos im Rennen, wie das Handelsblatt berichtet. Die Drohne ist ausgestattet mit einem europäischen Missionssystem. Parallel entwickelt Airbus die eigene Drohne „Ravenstorm“ für die 2030er-Jahre. Der dritte Bewerber, Rheinmetall, setzt wiederum auf ein Bündnis mit Boeing Australia und deren Modell MQ-28 „Ghost Bat“. Hier gab es einen Erstauftrag mit einem Dutzend Drohnen. Allerdings ist die von Boeing Australia entwickelte Drohne auf Langstrecken-Überwachung im Pazifik ausgelegt – nicht auf den Angriff von Bodenzielen, den die Bundeswehr benötigt. Stephanie Lingemann, Leiterin der Helsing-Luftfahrtsparte, erklärt gegenüber dem Handelsblatt: „Die Bundeswehr braucht eine Luft-Boden-Drohne. Die derzeit marktverfügbaren Langstreckendrohnen hingegen sind ausländische Luft-Luft-Drohnen und müssten aufwendig an die Bedürfnisse der Luftwaffe angepasst werden.“ Laut hartpunkt.de soll es auch noch einen vierten Bewerber um den Auftrag geben: das US-Unternehmen General Atomics Aeronautical Systems (GA-ASI) mit der „Gambit 6“. GA-ASI publizierte am 20. Juli 2026 eine erneute Branchenmitteilung, in der „Gambit 6“ gezielt als europäische Lösung für Luft-Boden-Einsätze, SEAD (Unterdrückung feindlicher Luftverteidigung) und elektronische Kampfführung hervorgehoben wird. Die Serienfertigung/Bereitstellung für internationale Partner ist ab 2027 geplant. Vorteil für europäische Lösung? Politik will mehr Drohnen ordern und mit der Ukraine kooperieren Der Drohnen-Wettbewerb fällt in eine Zeit, in der die Politik den Druck auf die Bundeswehr erhöht. Laut dpa will die CSU fordern, dass die Bundeswehr mehr als 100.000 Drohnen aller Größenordnungen einsatzbereit verfügbar hat. Im Rahmen eines Verteidigungsabkommens soll außerdem die Ukraine verpflichtet werden, ihr Drohnen-Know-how weiterzugeben. Dass das kein leeres Versprechen ist, betont Sven Kruck vom bayerischen Drohnen-Spezialisten Quantum Systems: In der Ukraine hielten bereits bis zu 70 Prozent der Frontstellungen unbemannte, KI-gestützte Systeme, sagte er laut dpa. Quantum Systems hat derzeit 600 Kräfte vor Ort, um Erfahrungen aus den Gefechtseinsätzen direkt auszuwerten. Hensoldt-Chef Oliver Dörre sprach im März laut welt.de aber von einem klaren Heimvorteil für die deutsch-europäische Lösung: „Falls Deutschland oder Europa großen Wert auf Souveränität legt, stehen wir deutlich besser da, als mit einer US-Kauflösung.“ Wann und in welcher Stückzahl die Drohnen tatsächlich bestellt werden, ist offen. Der eigentliche Auswahlwettbewerb – der sogenannte „Beauty Contest“ – könnte nach aktuellen Einschätzungen erst 2027 beginnen, wie das Handelsblatt berichtet. Dabei werden die einzelnen Modelle zunächst getestet. (Quellen: handelsblatt.com, hartpunkt.de, welt.de, dpa) (jh)

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