WhatsApp: Neue Betrugsmasche - was man jetzt wissen muss
Was man jetzt wissen muss Neue Betrugsmasche auf Whatsapp – „Es kann jeden treffen“
10.09.2026 · 11:27 Uhr
Düsseldorf · Whatsapp hat viele Nutzer und wird deshalb auch besonders gern von Betrügern genutzt, die sich immer wieder neue Fallen ausdenken. So erkennen Sie den neuesten Betrug, schützen Ihre Nummer – oder holen einen gekaperten Account zurück.
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Eine scheinbar harmlose Bitte kann derzeit zur Gefahr für das eigene Whatsapp-Konto werden. In Nachrichten werden Nutzerinnen und Nutzer aufgefordert, für ein Mädchen namens „Klara“ abzustimmen – angeblich bei einem Fotowettbewerb oder für ein Stipendium. Dahinter steckt laut Polizei NRW und mehreren Warnstellen eine Betrugsmasche: Wer dem Link folgt und anschließend seine Nummer oder einen WhatsApp-Code eingibt, kann den Zugang zum eigenen Konto an Kriminelle verlieren.
So sieht die Whatsapp-Betrug-Nachricht aus
Die Nachricht kommt häufig von einem bekannten Kontakt. Genau das macht den Betrug besonders glaubwürdig. Möglicherweise wurde das Whatsapp-Konto des Absenders bereits übernommen. Die Polizei NRW beschreibt den Einstieg in die Masche mit der Bitte: „Kannst Du kurz für meine Tochter abstimmen?“
Die österreichischen Faktenchecker von „Mimikama“ haben folgende Variante dokumentiert: „Hallo, könntest du bitte für Klara abstimmen? Sie ist die Tochter von engen Freunden von mir, und dieser Sieg ist für ihre Familie sehr wichtig! Es geht um ein Stipendium für ihre Ausbildung. Vielen, vielen Dank im Voraus für deine Unterstützung!“
Im Anschluss folgt ein Link zu einer angeblichen Abstimmung. Die Webadresse kann sich dabei ändern. „Mimikama“ untersuchte unter anderem Varianten, die auf gefälschte Voting-Seiten führten. Dort werden Kandidatinnen, Stimmenzahlen und Abstimmungsbuttons vorgetäuscht.
Was passiert nach dem Klick?
Wer auf der gefälschten Seite auf „Abstimmen“ klickt, gibt in der Regel nicht einfach eine Stimme ab. Stattdessen wird die Person aufgefordert, sich angeblich über Whatsapp anzumelden oder die Abstimmung zu bestätigen. Je nach Variante verlangen die Täter:
die eigene Telefonnummer
einen Whatsapp-Verifizierungscode
einen Code für die Funktion „verknüpfte Geräte“
das Scannen eines QR-Codes
Die Polizei NRW warnt, dass diese Eingaben eine Übernahme des Whatsapp-Accounts ermöglichen können. Die wichtigste Regel lautet deshalb: Für eine Online-Abstimmung werden weder ein Verifizierungscode noch ein Whatsapp-Zugang benötigt, schreibt die Polizei NRW auf ihrer Internetseite.
Warum die Masche so gefährlich ist
Haben die Täter Zugriff auf ein Konto, können sie anschließend die Kontakte der betroffenen Person anschreiben. Das bekannte Profilbild, der vertraute Name und der bisherige Chatverlauf lassen die Nachrichten echt wirken.
Laut Polizei NRW nutzen Betrüger anschließend zum Beispiel erfundene finanzielle Notlagen. In einer Nachricht kann dann behauptet werden, man sei gerade beim Arzt oder Zahnarzt und brauche dringend Geld. Weil die Bitte scheinbar von einem bekannten Menschen kommt, reagieren Empfänger möglicherweise weniger misstrauisch.
Der WDR berichtet von sechs angezeigten Fällen bei der Kreispolizei Borken in den vergangenen Wochen. Die Sprecherin der Polizei in Borken, Julia Hoffboll, sagte dem WDR: „Es kann jeden treffen. Eine Kollegin von uns ist jetzt kürzlich auch (...) Opfer geworden. Deswegen: Davon kann sich keiner freisprechen.“ Ihre wichtigste Empfehlung ist knapp: „Einfach nicht draufklicken.“
So schützen Sie sich vor dem Whatsapp-Betrug
Die Polizei NRW empfiehlt für verdächtige Nachrichten die sogenannte SHS-Regel: Stoppen, Hinterfragen, Schützen. Also nicht vorschnell handeln, die Identität des Absenders prüfen und im Ernstfall das eigene Umfeld warnen.
Klicken Sie nicht auf den Link. Öffnen Sie die angebliche Abstimmung nicht – auch dann nicht, wenn die Nachricht von einer bekannten Nummer kommt.
Geben Sie ihre Nummer nicht auf der verlinkten Seite an. Eine seriöse Abstimmung braucht keine Whatsapp-Anmeldung.
Geben Sie niemals Whatsapp-Codes weiter. Verifizierungscodes sind für die Anmeldung beim eigenen Konto bestimmt und gehören nicht in Chats oder auf fremde Webseiten.
Scannen Sie keinen QR-Code. Öffnen Sie nicht auf Aufforderung einer Abstimmungsseite die Funktion „Verknüpfte Geräte“.
Prüfen Sie den Absender über einen anderen Weg. Rufen Sie die Person an oder schreiben Sie eine SMS. Fragen Sie, ob sie die Nachricht tatsächlich verschickt hat.
Aktivieren Sie die zweistufige Verifizierung. CHIP nennt sie als zusätzliche Schutzmaßnahme für das Whatsapp-Konto.
Auf den Link geklickt: Was jetzt zu tun ist
Wenn Sie nur auf den Link geklickt, aber keine Daten eingegeben und keinen Code bestätigt haben, schließen Sie die Seite.
Wenn Sie Ihre Nummer eingegeben, einen Code weitergegeben oder ein unbekanntes Gerät verknüpft haben, sollten Sie schnell handeln:
Prüfen und entfernen Sie unbekannte Geräte unter „Verknüpfte Geräte“.
Informieren Sie ihre Kontakte über SMS, einen Anruf oder einen anderen Messenger, dass Nachrichten von Ihrem Whatsapp-Konto nicht von Ihnen stammen.
Reagieren Sie nicht auf Geldaufforderungen, die über das betroffene Konto verschickt werden.
Nutzen Sie die offiziellen Wiederherstellungsschritte ihres Kontos von Whatsapp.
Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
Nicht nur „Klara“: Namen und Links können wechseln
Die Masche ist nicht an den Namen „Klara“ gebunden. „Mimikama“ weist darauf hin, dass sich die Namen, der genaue Text und die verwendeten Internetadressen ändern können. Das Grundmuster bleibt gleich: Eine Nachricht von einem vermeintlich bekannten Kontakt führt zu einer gefälschten Abstimmung. Anschließend soll ein Whatsapp-Zugang bestätigt oder ein weiteres Gerät verknüpft werden.
Deshalb gilt: Nicht nur nach dem Namen „Klara“ Ausschau halten. Jede unerwartete Bitte um eine Abstimmung sollte kritisch geprüft werden – besonders dann, wenn dafür eine Telefonnummer, ein Login, ein QR-Code oder ein Verifizierungscode verlangt wird.
(line alb)