Wie alt bin ich wirklich? Neues Model zeigt, wer schneller altert und wer langsamer
Alternsforschung
Neuer Blick in die Zellen verrät, wie alt wir wirklich sind
Stand: 15.10.2026 12:23 Uhr
Wie alt sind wir wirklich? Mit dieser Frage befasst sich die Wissenschaft schon länger und unterscheidet zwischen chronologischem und biologischem Alter. Während wir erstes von jedem Ausweis ablesen können, liegt das zweite nicht auf der Hand. Eine Studie hat jetzt eine neue "Uhr" für unser körperliches Alter gefunden.
von MDR WISSEN
Die Menschheit wird immer älter. Darauf reagiert die Wissenschaft bereits seit Jahren mit einer Flut von Studien. Zum Beispiel über Superhundertjährige und ihr Geheimnis. Oder die richtige Ernährung für ein langes Leben. Forschende aus Jena haben im Sommer etwa das Rätsel der epigenetischen Uhren geknackt, die das biologische Alter verraten. Ein Forschungsteam aus China hat jetzt einen weiteren Aspekt untersucht, der zeigt, wie alt wir wirklich sind: Metaboliten im Plasma.
Studie an über 18.000 Menschen
Diese kleinen Stoffwechselprodukte im Blut haben einen Einfluss auf das Altern. In einer großen Studie an 18.476 Menschen im Alter von einem bis 96 Jahren analysierten die Forschenden das Metabolom, also die Gesamtheit der Metaboliten. Bei 56 dieser Stoffe konnte ein Zusammenhang zum Alterungsprozess gefunden wurden.
Die aus dieser Analyse gewonnenen Erkenntnisse nutzten die Wissenschaftler, um die Abweichung vom chronologischen und metabolomischen Alter zu bestimmen. Der so errechnete Wert nennt sich metabolomische Altersbeschleunigung (mAA). Diese Kennzahl steht – so zeigten Folgestudien über mehrere Jahre – im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen wie Fettlebererkrankung, Bluthochdruck und Diabetes. Dazu auch mit einer höheren Sterblichkeit.
Metabolomisches Alter ist beeinflussbar
Was die Studie aber auch gezeigt hat: die mAA ist veränderbar. Ein Leben ohne Rauchen, Schichtarbeit, hochverarbeitete oder frittierte Lebensmittel wirkt sich auf das metabolomische Alter positiv aus. Dazu befördern Sport und Vollkorn-Ernährung die wichtigen Metaboliten.
pm/jar