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Wie beim Deutschlandticket: Bundesweites Angebot für Gelegenheitsfahrer

Nation

Das Deutschlandticket wird im kommenden Jahr knapp vier Euro teurer und kostet dann 66,80 Euro. Das hatten die Verkehrsminister bei einem Sondertreffen vor drei Wochen beschlossen. Nun geht es um die nächste Frage: Was ist mit Menschen, die nur ab und zu Bus und Bahn nutzen?

Ab Mittwoch beraten Bund und Länder im bayerischen Schwangau zwei Tage lang. Auf der Tagesordnung der Verkehrsministerkonferenz (VMK) steht auch ein Ergänzungsangebot für Gelegenheitsfahrer. In einer Beschlussvorlage, die unserer Redaktion vorliegt, heißt es, mit dem Deutschlandticket sei ein attraktives Angebot für regelmäßige ÖPNV-Nutzende „geschaffen und etabliert“ worden. Nun strebe man „die Einführung eines Angebots für Gelegenheitsnutzende mit deutschlandweiter räumlicher Geltung analog zum Deutschlandticket an“. Gedacht ist an einen smartphonebasierten „In/Out-Tarif“: Fahrgäste checken per Handy ein und wieder aus. Ausarbeiten soll das Konzept Nordrhein-Westfalen, das den Vorschlag gemeinsam mit Hamburg eingebracht hat.

Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) bestätigte das auf Anfrage. „Wer nur gelegentlich Bus und Bahn fährt, muss genauso unkompliziert und zu fairen Konditionen unterwegs sein können wie die Vielfahrer mit dem Deutschlandticket.“ Sein Land habe mit „eezy.nrw“ bereits gezeigt, wie es funktioniert. „Der digitale Tarif wählt immer den günstigsten Preis pro Strecke aus. Außerdem ist der Monatsbetrag gedeckelt, sodass es nie teurer wird als mit einem Deutschlandticket.“ Ziel sei es, „den Ticketvertrieb zu vereinfachen, unnötige Kosten zu reduzieren und den Zugang zum öffentlichen Nahverkehr für noch mehr Menschen attraktiver zu machen“. Auch die Nachfrage spricht dafür: Im September 2026 wurden in NRW 1,4 Millionen Fahrten gezählt, so viele wie nie zuvor.

Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßte die Pläne der Verkehrsminister. Ehrenvorsitzender Detlef Neuß sagte unserer Redaktion: „Das bringt die Leute in den Nahverkehr. Denn es gibt viele, die kaufen sich kein Deutschlandticket, weil sie es kaum gebrauchen können.“ Neuß ergänzte, auch Menschen, die nur selten Bus und Bahn nutzen würden, müssten endlich von günstigeren Preisen profitieren und zum Umstieg vom Auto motiviert werden. „Allein schon wegen der Spritkosten an den Tankstellen.“ Er sehe viele Möglichkeiten, ein solches Angebot auszugestalten. Etwa mit einem Fahrschein, der einen ganzen Tag lang in ganz Deutschland gelte. Zugleich regte Neuß an, Gruppen und Familien einzubeziehen.

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