Wie die US-Armee um ihre Reserven kämpft
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Trump leert die Kassen: Iran-Krieg zehrt das Budget der US-Marine rapide auf
Von: Konstantin Ochsenreiter
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Trump spielte den Iran-Krieg anfangs herunter: Inzwischen wächst der Druck militärisch, finanziell und politisch, wie eine brisante Recherche zeigt.
Washington, D.C. – Anfangs von US-Präsident Donald Trump als „kurzer Ausflug“ und „kleines Scharmützel“ verharmlost, dauert der Iran-Krieg bereits ein halbes Jahr an. Im Februar führten Israel und die USA einen gezielten Luftangriff durch, bei welchem der oberste Führer, Ayatollah Ali Chamenei, getötet wurde. Dennoch ist das Mullah-Regime noch an der Macht. Zuletzt deutete US-Präsident Donald Trump einen Kurswechsel an: Er wolle den Iran mit einem „Wirtschaftskrieg“ unter Druck setzen. Eine Recherche deckt nun auf, dass dieses Unterfangen für Trump selbst schädlich wäre. Denn die Kriegskasse der Amerikaner sei angeschlagen.
Wie der britische Guardian berichtet, habe der Iran-Krieg das US-Militär in eine schwere Finanzkrise getrieben. Dem Medium liegen Dokumente vor, in denen die Entscheidungsträger deutliche Worte für die Lage finden. In einem Memo wurden „Defizite in den Lohnkonten“ postuliert, die seien entstanden, weil das Ministerium sie „plündern“ würde, um die Kampfeinsätze zu finanzieren.
Haushalt der US-Armee wird zum Taschenspielertrick: Das Geld für die Gehälter „wurde abgezweigt“
Dass die Munitions- und Luftabwehrbestände der US‑Armee erschöpft seien, schien allgemein bekannt. Doch eine neue Recherche legt nun nahe, wie angespannt die Lage tatsächlich ist: Ein Beamter und ein Auftragnehmer der Marine gaben gegenüber dem Guardian an, dass nicht dringende Wartungsarbeiten an landgestützten Einrichtungen aufgrund einer Liquiditätskrise zurückgestellt worden seien. So berichtete ein Marineoffizier, dass Gelder auf einfallsreiche Weise umgeschichtet würden. „Das Geld für die Gehälter“, sagte er, „wurde abgezweigt, um unvorhergesehene Ausgaben im Ausland zu decken, und wird jetzt durch nicht ausgegebene Mittel ausgeglichen“.
In einer Stellungnahme dementierte ein Sprecher der Marine die Darstellungen. „Das Marineministerium“, so der Sprecher, „verwaltet seine Ressourcen aktiv, um die laufenden Gehaltsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Wir arbeiten weiterhin eng mit dem Kongress zusammen, um den laufenden operativen Anforderungen gerecht zu werden und unser Personal sowie unsere Einsatzbereitschaft während des gesamten Haushaltsjahres aufrechtzuerhalten.“
US-Militär in Geldnot: Iran-Krieg zehrt an Reserven
Das Militär soll bereits gewusst haben, dass die Liquiditätskrise bevorstand: Mitte Mai warnte Admiral Daryl Caudle, Chef der Marineoperationen, den Kongress, dass der Haushalt für 2026 „‚Epic Fury‘ nicht berücksichtigt“. Mit Blick auf die Truppenaufstellung erklärte er: „Das könnte Auswirkungen darauf haben, wie ich Übungen durchführe und wie ich Routineoperationen abwickle, um sicherzustellen, dass ich über die notwendigen Mittel verfüge, um die Kriegsanstrengungen für ‚Epic Fury‘ fortzusetzen.“
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte den Kongress daraufhin zu Notfallmitteln gedrängt, ohne die „wir mit kritischen Engpässen konfrontiert sind“. Das Repräsentantenhaus verabschiedete im Juli ein Verteidigungsgesetz in Höhe von 1,15 Billionen Dollar sowie eine separate Haushaltsgenehmigung, die 73 Mrd. Dollar für den Krieg im Iran vorsah, doch gemäß Guardian erscheint es unwahrscheinlich, dass eines der beiden Gesetze in Kraft treten wird.
Insider enthüllt: „Sie haben ihre gesamten Waffen verschossen, ihre Schiffe ruiniert und kein Geld mehr.“
Mittlerweile ist der Engpass auch innerhalb der Streitkräfte kein Geheimnis. „Sie sprechen einfach nicht öffentlich darüber“, sagte Todd Harrison, Verteidigungsanalyst am konservativen American Enterprise Institute. „Und ich vermute, dass dies eine bewusste Entscheidung der zivilen Führung im Pentagon ist, angefangen beim Verteidigungsminister, und dies politische Gründe hat: Sie wollen nicht den Anschein erwecken, als würden sie die künftige militärische Einsatzbereitschaft wegen eines Krieges gefährden, der zunehmend zu einer politischen Belastung wird.“
Dass der Krieg angesichts der unsicheren Finanzierung akut gefährdet ist, postulierte auch ein ehemaliger Militäroffizier gegenüber dem Guardian recht deutlich: „Die sind am Arsch. Sie haben ihre gesamten Waffen verschossen, ihre Schiffe ruiniert und kein Geld mehr.“
Demokraten appellieren vor Kongresswahlen: Trump soll Iran-Krieg „beenden“
Nicht nur wirtschaftlich, auch politisch droht Trumps Iran-Mission der Kollaps: Bei den Kongresswahlen am 3. November droht den Republikanern ein Denkzettel für den unvollendeten Krieg. Zuletzt ließ der Präsident mehrfach durchblicken, dass ihm die Inflationssorgen der Wähler egal seien, denn die Preissteigerungen seien nur „vorübergehend“.
„Die Regierung sollte sich darauf konzentrieren, den Konflikt zu beenden und die sehr realen finanziellen Sorgen der amerikanischen Öffentlichkeit anzugehen“, schrieben in dieser Woche rund 50 Abgeordnete der oppositionellen Demokraten in einem Brandbrief an Donald Trump. Die Demokraten betonen: „Was als zweiwöchige Operation angekündigt war, ist jetzt ein umfassender Krieg, der seit über 150 Tagen andauert, mehr als 37 Milliarden Dollar gekostet und das Leben von 18 Soldaten gefordert hat“
Der Krieg ist besonders in der Bevölkerung unpopulär. So ergab eine aktuelle YouGov-Umfrage für die Zeitschrift Economist, dass sich US‑Bürger ein schnelles Kriegsende wünschen. Allerdings meinen inzwischen 50 Prozent, der Krieg werde noch ein Jahr oder länger dauern.
Iran-Krieg wirkt sich auf US-Wirtschaft aus: Gefahr für „Wirtschaft und die Zukunft unseres Landes“
Doch auch fernab des Nahen Ostens hinterlässt der Krieg seine Spuren: Die Staatsverschuldung der USA ist zum ersten Mal auf mehr als 40 Billionen Dollar gestiegen, wie aus Daten des US-Finanzministeriums hervorgeht. Zum Vergleich: Vor einem Jahr betrug der Schuldenstand demnach noch rund 37,2 Billionen Dollar, also fast drei Billionen weniger.