DAX +0,44 % 25.818,21 Pkt 18:00:00 MDAX +0,15 % 30.472,32 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -1,22 % 6.131,31 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,34 % 51.770,31 Pkt 21:47:53 S&P 500 -2,12 % 7.580,07 Pkt 21:47:43 Nasdaq -4,19 % 25.437,00 Pkt 22:15:59 Nikkei -2,12 % 63.290,11 Pkt 07:45:03 Gold -3,29 % 3.898,90 USD 21:59:59 Silber -5,59 % 49,28 USD 21:59:59 Brent -1,26 % 113,43 USD 21:59:57 WTI +2,08 % 104,12 USD 21:59:59 Bitcoin +0,35 % 77.465,15 USD 23:23:27 EUR/USD +0,09 % 1,11660 USD 22:29:29 EUR/GBP -0,44 % 0,83320 GBP 22:27:29 EUR/CHF -0,32 % 0,92060 CHF 22:43:25 EUR/JPY -0,23 % 175,650 JPY 22:43:25

Wie EDEKA Tichys Einblick schwächen will

Wirtschaft

In diesen Tagen erhielten die regionalen Dachorganisationen der rund 3.200 selbstständige Unternehmer, die bundesweit 5.629 EDEKA-Märkte betreiben, ein seltsames Schreiben. Die Geschäftsleitung wurde aufgefordert, kritische Medien zu boykottieren. Dieser Boykottaufruf ist ein einmaliger Vorgang. Er trägt die politische Auseinandersetzung in die Regale und an die Kassen eines der größten Handelskonzerne Deutschlands.

Formuliert wird von der EDEKA-Zentrale die inständigen „Bitte“, Werbeumfelder auf Youtube samt Leitfaden und Empfehlungen zu überprüfen. Beim Scrollen durch den Mailverlauf wird deutlich, dass man hier auf Drängen von Campact hin handelt. Campact prahlt dabei, man habe bereits Aldi Süd dazu gebracht, alle im Anhang aufgeführten Unternehmen/Personen zu „blacklisten“, also von Werbegeldern abzuschneiden. Im Anhang der Mail also dann eine Auflistung vieler Medienkanäle wie TE, die dann eingeordnet werden in die Kategorien:

AfD-nah

AfD

rechtsextrem

rechtspopulistisch

nah an Rechtsextremen

AfD-Vorfeld

verschwörungsideologisch

extrem rechts

Als „Begründung“ für die AfD-Nähe von TE wird ein kritisches Interview mit dem AfD-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, angeführt. Offensichtlich will das Team EDEKA/Campact bereits Einfluß darauf nehmen, wer von Journalisten befragt wird. Hier das Interview, das TE zum Vorwurf gemacht wird:

Verantwortlich dafür ist nach Kenntnis von TE die Hamburger Zentrale, die üblicherweise ihr Vorgehen mit den Einzelgesellschaften abstimmen müsste. Die Aktion wird offensichtlich direkt und im Alleingang aus der Hamburger Abteilung Public Affairs gesteuert, obgleich von dieser erwartbar polarisierenden, kommunikativen Maßnahme in hohem Umfang das Absatz- und damit Hoheitsgebiet der eigenständig agierenden EDEKA-Kaufleute betroffen sein wird.

Campact ist eine 2004 gegründete, politisch linksradikale Kampagnen- und Lobbyorganisation. Sie mobilisiert über Newsletter, Onlinepetitionen, Demonstrationen und öffentlichkeitswirksame Aktionen für Themen wie Klimaschutz, Förderung der Migration und insbesondere gegen die AfD. Zuletzt ist sie massiv in die Kritik geraten, weil sie mit Millionenbeträgen in den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt gegen die AfD eingreift und dazu andere, staatlich finanzierte Lobby-NGOs vor ihren Karren spannt. Campact spricht von über vier Millionen „Unterstützern“. Doch diese sind keine Vereinsmitglieder und es ist unklar, wer dazu zählt und die Entscheidungen trifft. Der Verein hat lediglich zwölf stimmberechtigte Mitglieder, die den Vorstand kontrollieren. Campact ist daher keine demokratische Massenorganisation im klassischen Sinn, sondern eine professionell geführte politische Mobilisierungs- und Einflussorganisation. 2019 verlor Campact die steuerliche Gemeinnützigkeit, weil die politische Kampagnenarbeit nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs nicht ausreichend von den gemeinnützigen Satzungszwecken gedeckt war. Es handelt sich um eine kleine Clique von Akteuren, die mit Millionen ausgestattet einseitig Politik beeinflussen und Wahlen manipulieren will.

Die Kampagne hat Vorgeschichten, etwa die rigorose und rücksichtslose Umsetzung der Ausgrenzung von Nichtgeimpften und Übernahme von fragwürdigen Regierungsvorgaben durch die EDEKA-Zentrale. Zu den Landtagswahlen 2024 in Sachsen und Thüringen fuhr EDEKA die einfältige Kampagne „Warum bei Edeka Blau nicht zur Wahl steht“. Da die Farbe Blau Bestandteil des EDEKA-Firmenlogos ist, darf man wohl von einer kontraproduktiv bis dümmlichen Maßnahme sprechen. Diese Kampagne wurde direkt und im Alleingang aus der Hamburger Zentrale und deren Abteilung Public Affairs gesteuert. Es war eine erwartbar polarisierende Maßnahme, die allerdings nach hinten losgegangen ist. Die Folge waren nicht nur massive Kundenbeschwerden, sondern auch Zerwürfnisse mit eigenen Kaufleuten, die in die Entscheidung über diese Kampagne nicht eingebunden waren, wohl aber den Protest und die Kaufverweigerung der Kunden ertragen mußten. Gerade diese aber tragen die wirtschaftliche Verantwortung für ihre Unternehmen und Mitarbeiter.

Dass Campact mit solchen repressiven Methoden arbeitet, ist hinlänglich bekannt. Ende 2025 nahm die Organisation den Verband „Die Familienunternehmer“ ins Visier, nachdem dieser einen AfD-Abgeordneten zu einem parlamentarischen Abend eingeladen hatte. Campact schrieb 36 Unternehmen an, setzte Antwortfristen und kündigte an, bei Schweigen eine Mitgliedschaft im Verband zu unterstellen. Rossmann zog daraufhin demonstrativ seinen Austritt durch. dm geriet ebenfalls ins Fadenkreuz: Campact rief Kunden öffentlich dazu auf, den Drogeriekonzern wegen der Äußerungen von Geschäftsführer Christoph Werner unter Druck zu setzen. Besonders grotesk: dm war bereits Monate zuvor aus dem Verband ausgetreten. Werner weigerte sich trotzdem, das von Campact verlangte politische Bekenntnis abzuliefern, und fragte später bei „Markus Lanz“: „Was erlaubt sich eigentlich diese Organisation?“ Jetzt zeigt EDEKA, warum Campact sich solche Methoden erlaubt: Es finden sich Unternehmen, die den politischen Druck aufnehmen und anschließend selbst als Vollstrecker gegen die jeweils markierten Ziele auftreten.

Jetzt richtet sich die EDEKA-Campact Kampagne gegen Medien, die auch nur unbeliebte Politiker zum Interview einladen.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Edeka-Verbund einen Gesamtumsatz von über 77 Milliarden Euro; dazu kommen jetzt die Agitprop-Mililonen von Campact.

TE wird rechtlich dagegen vorgehen. Für Ihre Unterstützung bei diesem Weg danken wir Ihnen schon jetzt.

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